Grenzbeamte und ihre Stempelgebühren

Es ist so eine Sache mit der Korruption, hat sie sich mal eingenistet ist sie wie ein Krebsgeschwür mit Metastasen, schwierig zu bekämpfen und kaum zu besiegen. Wir sind ja nicht erst seit gestern unterwegs und auch keineswegs nur in Ländern, in denen Korruption unbekannt ist, aber in Kambodscha ist sie offensichtlicher. Unserer Einreiseepisode haben wir bereits einen Eintrag gewidmet. Nun zum Abschluss ein paar Erlebnisse während unseres Aufenthalts. Besonders ins Auge gestochen ist mir ein Jahrerückblickartikel in der Phnom Penh Post. Im 12 Schuljahr müssen sämtliche Schüler eine Prüfung absolvieren, die dann darüber entscheidet, ob und zu welcher Universität man zugelassen wird. Dieses Jahr wurde anscheinend rigoros gegen Prüfungsbetrug (Korruption) vorgegangen, was zur Folge hatte, dass von 90'000 Schülern lediglich rund 26% (Vorjahr 87%) die Prüfung bestanden haben. Auch ein Nachtest hatte keine höhere Erfolgsrate zur Folge. Waren nun die Prüfungen wirklich so viel schwieriger als im Vorjahr oder die Schüler so viel schlechter? 
Ein anderes Beispiel: Vor einigen Jahren wollten einige einflussreiche Personen Dr. Beat Richners Kinderspitäler schliessen mit der Begründung, dass die Spitäler den Wettbewerb behindern würden, da sie ja kostenlos seien. Bloss, wie soll die Mehrheit der Bevölkerung eine bei anderen Spitälern notwendige Vorauszahlung in Cash vornehmen, die höher ist als ein Jahreseinkommen einer Durchschnittsfamilie? Der König schob dann dem Vorhaben den Riegel und die Spitäler gibt es nach wie vor. Ein weiteres Beispiel: Auf dem Weg zur laotischen Grenze geriet unser Minivan in eine Polizeikontrolle, der wir aber geschickt entgingen indem unser Fahrer dem Polizist diskret einen $ Schein zusteckte - er hielt nicht mal an, die Übergabe fand wie an einer Mautstelle statt. Zu guter letzt wäre da nochmals der Grenzübergang, diesmal derjenige von Kambodscha nach Laos. Unsere ganze Reisegruppe wurde an der Grenze ausgeladen und von einem ziemlich bestimmt auftretenden Halsabschneider (von nun an Schlepper genannt) in Empfang genommen. Er händigte allen das Visumformular und das Einreiseformular für Laos aus. Wir Schweizer hatten Glück und brauchten für einmal kein Visum. :-) Sobald alles ausgefüllt war sammelte der Schlepper die Pässe ein, dazu eine überhöhte Visumgebühr. Der Überschuss wird wohl zwischen dem Schlepper und den Grenzbeamten aufgeteilt. Bei uns wollte er auch 10 $ pro Person einkassieren um die Aus- und Einreisestempel abzuholen. Wir meinten aber, dass wir dies auch gleich selbst erledigen können. Also marschierten wir zur Barriere, wo wir den Ausreisestempel abholen wollten - oh Wunder, die Grenzbeamten verlangten 2 $ pro Person. Auf unsere Nachfrage hin für was, meinte der Beamte nur "stamp tax". Stempelsteuern sind mir höchstens aus dem Wertpapieremissionsgeschäft bekannt, aber in Kambodscha ist eben alles ein bisschen anders! A propos....in Laos zahlten wir gleich nochmals "stamp tax", diesmal für die Einreise, ebenfalls 2 $ - Neben Korruption gibt es sogar Preisabsprachen!;-)

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