Die Zugfahrt nach New Jalpaiguri verlief super. Wir hatten grosse Pritschen, es hatte genügend Platz für das Gepäck und der Zug rollte ruhig durch die Nacht. Komfortabler als der Nachtzug nach
Italien! :-) Wir fragten uns schon, wo wir die Shared Taxis nach Darjeeling nur finden mögen. Unsere Sorge war umsonst, sie fanden uns und unterboten sich bei den Preisen gegenseitig. Umgerechnet
für 6 CHF fuhren wir beide in einem Jeep mit sieben weiteren Passagieren in 3h hoch nach Darjeeling. Unterwegs gab es einen Tee Stop, wo der Fahrer den Motor direkt per Gartenschlauch kühlte -
sah routiniert aus. Gegen Mittag erreichten wir Darjeeling. Ursina ging es nicht so gut, die Fahrt war ziemlich ruppig und wir sassen zu viert zusammengepfercht auf der hintersten Bank. Zum Glück
fanden wir ziemlich bald ein schönes Hotel - mangels weiteren Gästen bekamen wir ein super Zimmer mit Sicht auf die Berge - leider war alles bewölkt und neblig, wir sahen nur grau. Ursina
erwischte es darauf ziemlich mit Durchfall und Übelkeit und hütete gleich das Bett, wir waren froh um unsere Reiseapotheke. Ich sah mich daher alleine etwas in Darjeeling um. Darjeeling liegt auf
2100m und ist an einen Hügel gebaut. Entsprechend steil sind die Strassen. Rund um Darjeeling befinden sich viele Teeplantagen, im Dorf selber sieht man davon jedoch nicht viel. Offenbar ist
Darjeeling ein beliebter Urlaubsort für Inder, es hat viele Hotels und Restaurants. Leider ist das Dorf nicht allzu sauber. Da aktuell Ende der Regenzeit ist, ist alles sehr feucht und moosig,
man fühlt sich wie mitten in einer Wolke, alles was man nicht direkt am Körper trägt ist feucht. Durch die Höhe ist es auch wesentlich kühler - gut 20 Grad mit > 90% RH. Am zweiten Tag ging es
Ursina wieder etwas besser, wir besuchten den Zoo, sahen den roten Panda, einen Snowleoparden und schauten uns auch das Himalaya Mountaineering Museum an, welches von Tensing Norgay, dem ersten
Sherpa auf dem Everest, gegründet wurde. Anschliessend genemigten wir uns einen gesitteten Afternoon Tea mit Cupcakes und Kuchen bei Kaminfeuer im alt-englischen Hotel Windamere. Am Abend
konsultierte ich den Wetterbericht - er versprach klaren Himmel für den kommenden Morgen - ideale Voraussetzung um uns die Sehenswürdigkeit Nummer 1 reinzuziehen, den Sonnenaufgang auf dem Tiger
Hill! Erst mal schüttete es jedoch wie aus Kübeln. Wir stellten den Wecker auf 3:45. Um 4:15 Uhr fuhren wir los wie hunderte andere Touristen. Auf dem Tiger Hill war bereits Gedränge, alle
warteten auf den Sonnenaufgang. Die Sicht auf den Kangchenzönga, den 3. höchsten Berg der Welt, war genial, man sah sogar den Mount Everest. Erst begannen die Gipfel zu glühen, dann ging die
Sonne auf - ein magischer Moment!
Bevor wir Darjeeling wieder verliessen, wollten wir doch noch Teeplantagen sehen. Wir machten uns daher zu Fuss auf zur Rope Way, einer Gondelbahn am Rande von Darjeeling. Die Bahn hatte vor gut
10 Jahren einen schweren Unfall und wurde erst 2012 wieder eröffnet - definitiv hat die Bahn schon bessere Zeiten gesehen. Die Fahrt war jedoch super, über Teefelder schaukelte man hinab in den
Talkessel, wo wir einen Tee tranken (what else?) und wieder zurück fuhren. Dann war es Zeit, uns in Richtung Bhutan aufzumachen. Mit dem Jeep gings talwärts. Zeitweise sassen wir, exklusiv
Fahrer, zu 12 (!!!) im Jeep (4 auf der Rückbank, 4 in der zweiten Reihe und 4 in der vorderen Reihe: zwei Kinder mit ihrer Mutter auf dem Beifahrer Sitz, eine Frau auf dem Fahrersitz, der Fahrer
neben ihr am Schalten und lenken) - Wahnsinn! Wir erreichten jedoch heil Siliguri, wo wir übernachteten. Siliguri ist wieder Indien pur, viel Verkehr, viele Leute, heiss, staubig, ziemlich
zugemüllt - da unser Hotel am Rand der Stadt war, blieben wir gleich dort. Für die letzten 150km zur bhutanesischen Grenze nahmen wir den Bus - die erste richtige Busfahrt in Indien! Und voll
erwischte es uns, nach 100km war Schluss, eine dicke Rauchwolke beim hinteren linken Rad. Wir warteten mal ab - der Bus wurde aufgebockt, Rad abmontiert, Trommelbremsen geöffnet - es war jedoch
was gröberes, also warteten wir am Strassenrand auf den nächsten Bus. Der Busfahrer kam nach 5 min auf uns zu und sagte uns, wir können mit einem Jeep mitfahren. Ein Bhutanese war auf dem Weg
Richtung Bhutan und nahm bereits zwei gestrandete Landsmänner mit - wir durften ebenfalls einsteigen. Es war eine interessante Fahrt, schnell, komfortabel und kostenlos erreichten wir die Grenze
nach Bhutan. Wir stiegen jedoch noch in Indien aus, erst brauchten wir den Ausreisestempel vom indischen Office! Den bekammen wir nach einigem Suchen und spazierten mit Sack und Pack über die
Grenze. Kaum in Bhutan, war alles anders - es war sauber, kein Chaos mehr auf der Strasse - offensichtlich haben wir Indien verlassen und sind gespannt, was uns hier im Land des Donnerdrachens,
in Bhutan, erwartet! :-)
Kalkutta
steht wohl nicht bei allzu vielen Reisenden auf dem Programm, bei uns ursprünglich auch nicht! Die zweigrösste Stadt Indiens mit fast 15 Millionen Einwohnern kannten wir bloss als
Wirkungsstätte von Mutter Theresa und von Fernsehberichten über Armut in Indien. Entsprechend waren wir etwas angespannt als wir in Kalkutta landeten. Die nächtliche Taxifahrt zum Hotel
gab uns einen ersten Einblick in diese geschäftige, bunte und kontrastreiche Megastadt. Neue gläserne Apartmenthäuser und Einkaufszentren wechselten sich ab mit baufälligen Ruinen und
Bretterhütten. Und während neben uns auf der Strasse reiche Inder im neusten Luxusschlitten durch die Gegend chauffiert wurden, lagen auf den Gehsteigen die Ärmsten der Armen und
versuchten zu schlafen. Eine Realität, die sich nicht ganz einfach verdauen lässt. Wir wollten sie dennoch kennenlernen diese riesige Stadt und machten uns am nächsten Morgen zu Fuss auf
Erkundungstour. Bald merkten wir, dass man sich in Kalkutta im Vergleich zu Delhi beinahe unbehelligt bewegen kann. Wir bekamen kaum andere westliche Touristen zu Gesicht und vor dem
Victoria Memorial, der wohl grössten Segenswürdigkeit der Stadt, wurden wir selbst zur Sehenswürdigkeit und mussten für Fotos mit anderen Besuchern posieren. Lustig war es im Park des
Memorials die Liebespaare zu beobachten, welche unter farbigen Regenschirmen Privatsphäre suchten und am Schmusen waren. :-) Am Nachmittag schlenderten wir in einem anderen Stadtteil
zufällig durch einen Blumenmarkt, wo Blüten und Blumenketten für Opfergaben verkauft werden - farbenfroh, exotisch, chaotisch und sehr eng, so lässt sich der Markt zusammenfassen. Wir
beschlossen die Sehenswürdigkeiten links liegen zu lassen und einfach durch die Strassen zu ziehen, wo uns an jeder Ecke etwas neues, unbekanntes erwartete. Von unzähligen Strassenküchen
wehten uns die guten Gerüche der bengalischen Küche entgegen, überall gab es Früchte, Gemüse, Getränke und Kleider zu kaufen, auf handgezogenen Rikshas wurden Leute und Gegenstände
durch die Gegend transportiert, die Strassen sind zu fast jeder Tageszeit voll mit gelben uralten Taxis, Bussen und Motorrädern....es ist unmöglich all die Eindrücke zu beschreiben. Trotz
oder gerade auch wegen der unübersehbaren Armut und dem Überlebenswillen der Leute hat mich diese Stadt sehr beeindruckt, aber auch nachdenklich gestimmt.
Für den
Abend des zweiten Tages hatten wir die Weiterfahrt mit dem Darjeeling Mail, einem Nachtzug, organisiert. Wir wagten uns also um 9 Uhr in den riesigen Bahnhof Sealdah und fanden inmitten
von unzähligen Passagieren, Gepäck, Porters und Snackständen sogar den richtigen Zug. Wir waren positiv überrascht von der Sauberkeit des Liegewagens. Pünktlich fuhren wir los und rollten
gemütlich durch die Nacht in West Bengal nordwärts...
Jammu ist in den Wintermonaten die Hauptstadt vom Bezirk Jammu&Kaschmir, den Sommer durch ist die Hauptstadt Srinagar. Wenn man im Lonely Planet das Kapitel über Jammu sucht, fällt das
Resultat sehr mager aus - die Stadt hat als Verkehrsknotenpunkt Bedeutung, sonst gibt es jedoch nichts Sehenswertes. Wir besuchten Jammu jedoch nicht wegen Sehenswürdigkeiten sondern um Tsetan
nochmals zu sehen, welcher in Jammu nun seinen Master beginnt. Tsetan holte uns vom Flughafen ab, mit dem Tuktuk gings zu seiner Studentenbude, ein 10m2 grosses Zimmer mit kleiner Küche und WC,
angebaut an ein grösseres Haus wo ein pensionierter Mathematikprofessor mit seiner Frau wohnt. Den beiden ist offenbar etwas langweilig, daher kommen sie immer wieder spontan bei Tsetan zu
Besuch, was auf die Dauer etwas lästig sei wie Tsetan meinte. Zuerst kochte uns Tsetan und Lamo, seine Freundin ein Frühstück, dann machten wir uns per Bus auf in die Innenstadt. Die Hitze und
Luftfeuchtigkeit war erdrückend. Wir konnten uns kaum mehr vorstellen, dass wir vor einem Tag am Abend jeweils frohren. Wir besuchten ein altes Schloss, welches jedoch Ruhetag hatte. Die Aussicht
war jedoch super. Anschliessend schlenderten wir durch die Stadt und den Markt. In Jammu kommt man definitiv im wahren Indien an, chaotischer Verkehr, Leben auf der Strasse und in allen Nischen,
viele Farben und Gerüche. Am Nachmittag organisierten wir die Weiterreise. Da kein günstiger Flug nach Bagdogra mehr erhältlich war, buchten wir für den nächsten Tag einen über Delhi nach
Kalkutta. Am Abend bekochten uns Tsetan und Lamo nochmals, fein! Auch in der Nacht war es immer noch über 30 Grad - wir schliefen jedoch göttlich! Am zweiten Tag diskutierten wir den ganzen
Morgen mit Tsetan unsere bisherigen Erlebnisse in Sri Lanka und in Indien. Und dann gings um 12 Uhr bereits los zum Flughafen, auf Wiedersehen Tsetan, tschüss Jammu!
Für die letzten Tage in Ladakh mieteten wir uns nochmals eine Royal Enfield. Es erwartete uns ein strahlend
blauer Himmel und auch die Temperaturen waren immer noch angenehm warm. Dank der klaren Herbstluft, den sich verfärbenden Laubbäumen und den schneebedeckten Gipfeln zeigte sich Ladakh von seiner
faszinierendsten Seite. Zur Eingewöhnung (Fahrtraining für Stephan und zur Abhärtung unserer Hintern) gings zuerst in ein paar Dörfer und Täler rund um Leh. Am Abend verwöhnte uns Tsirin mit ihren
Kochkünsten. Zum Momos-Abendessen wurde gleich die ganze Familie und ein paar Nachbarn eingeladen - ein richtiges Festessen! Danach gingen wir nochmals für zwei Tage "on Tour". Nur mit dem Nötigsten
im Gepäck (Zelt, Mätteli, Schlafsack, Kocher und Noodlesoups) machten wir uns auf den Weg. Zuerst gings hoch zum ThanglangLa (5350müm), dem zweithöchsten befahrbaren Pass der Welt. Die Strasse war
erstaunlich gut (zumindest bis zur Passhöhe) und es hatte kaum Verkehr. Unser Töff kämpfte sich tapfer durch die dünne Luft. Nach der kurzen Abfahrt ging es weiter zum Tso Kar See, einem Salzsee im
Nomadengebiet. Die Szenerie war atemberaubend, wir waren sozusagen alleine unterwegs auf unserer Royal Enfield. Eigentlich wollten wir in der Nähe des Tso Kar Sees übernachten, doch die Flüsse, die
in unserer Karte eingezeichnet waren, führten zu dieser Jahreszeit kein Wasser mehr. Wir mussten daher weiter und fanden nach einem weiteren Pass und gut 200 Tageskilometer ziemlich durchgeschüttelt
einen Campingplatz an einem Flüsschen bei Puga. Puga ist bekannt für seine heissen Quellen und wir waren nicht die einzigen Camper. Die anderen Gäste waren für Wasserheilkuren hier, die ihnen von
einem Amchi, einem tibetischen Naturheilarzt, empfohlen worden sind. Gerade als wir unsere Noodlesoups mit dem Flusswasser kochen wollten, kam ein Kurgast herbeigeeilt und meinte wir sollen das
Wasser aus dem Fluss nicht trinken, es sei ungeniessbar. Glück gehabt! Der Kurgast spendierte uns Wasser von einer Quelle in der Nähe und wir kamen endlich zu unserer Noodlesoup. Die Nacht war
sternenklar und der Sternenhimmel wunderschön, so viele Sterne sieht man in der Schweiz nie. Zum Morgenessen gab es das erste Müesli seit unserer Abreise - lecker! Danach kurvten wir dem Indus
entlang zurück in Richtung Leh. Wir wunderten uns schon, weshalb es kaum Verkehr hatte, waren aufgrund der staubigen Schotterpiste jedoch ziemlich froh darüber. Zurück in Choglamsar (kurz vor Leh)
sollten wir den Grund für den fehlenden Verkehr erfahren. Leh war im Generalstreik, alle Geschäfte geschlossen, die Zufahrt von Morgens um 6 Uhr bis Abends um 6 Uhr gesperrt. Wir mussten also
noch knapp drei Stunden die Zeit totschlagen. Was tun? Wir fuhren ins nächste Dorf, Stok, und wollten den Palast anschauen. Geschlossen! Eine ladakhische Familien hatte das gleiche Vorhaben und lud
uns stattdessen spontan zu sich nach Hause zu einem Tee ein. Wir nahmen das Angebot gerne an und waren wieder einmal positiv überrascht von der ladakhischen Gastfreundschaft und
Offenheit.
Nach ein paar verregneten und kühlen Tagen in Leh und Umgebung starteten wir am 6.9. zu unserem Trek nach Zanskar. Tukstan fuhr uns mit der Crew nach Lamayuru, dem Ausgangspunkt. Ursprünglich
wollten wir von Kanji aus zu unserem Trek starten, die Strasse war jedoch wegen dem schlechten Wetter blockiert. Etwas ungewohnt für uns hatten wir einen richtigen "Luxustrek"gebucht. Mit dabei
waren Tinley, der Sohn von Tukstan und unser Guide, Samstan aus Choglamsar, unser Koch, Lobsang aus Zanskar, Kochgehilfe, unser Ponyman Tsirin aus Choglamsar, ein Exiltibeter, jedoch seit 50
Jahren in Ladakh, sowie Tsirins fünf kräftigen Ponys. Es dauerte etwas, bis die ganze Crew in Lamayuru versammelt war, trotzdem wanderten wir um 15:00 los nach Wanla. Es ging über einen ersten
Pass und anschliessend einem Flussverlauf folgend bis zum ersten Ziel. In der Abenddämmerung stellten wir unser Zelt auf und waren das erste Mal dankbar, dass so gut für uns gekocht wurde. Die
folgenden beiden Tagen trekten wir nach Photoksar, einer Schotterpiste folgend. Die Strasse hatte jedoch keinen erwähnenswerten Verkehr, und vor Hannupata war die Strasse sowieso durch Felsschlag
für Autos unpassierbar - wir genossen die wilde Schlucht und die steilen Felswände um uns herum. In Photoksar war die Erntezeit in vollem Gang. Alle Dorfbewohner waren auf den Feldern - bis auf
einen, welcher die Schafe des Dorfes in der Hochebene hütete. Wir erkundeten das Dorf, Tinley telefonierte vom Public Sateliten Telefon nach Hause, wir schauten zwei Bauern beim Fertigen von
Grasmaden zu - eine Art ladakische Siloballen, welche auf den Dächern gelagert werden um die Tiere im Winter zu füttern. Der vierte Tag war streng, wir erklommen den 4950m hohen Sengge La.
Imposant war vor allem der Gipfel rechts vom Pass, der Sengge, welcher etwas an das Matterhorn erinnerte - das wäre noch ein Gipfel, und mit 5900m bräuchte man nicht einmal einen Permit!:-) Zwei
Tage später erreichten wir Lingshed, eine grössere Ortschaft, welche in einem Talkessel liegt. Ursina und ich besuchten das imposante Kloster - und wurden gleich zum Buttertee eingeladen, mmh!
;-) Die schönste Etappe erlebten wir am darauffolgenden Tag, über zwei Pässe gings nach Jingchen. Der Abstieg vom zweiten Pass führte in eine Schlucht, wo man immer wieder die Flussseite wechseln
musste, die Landschaft war grandios! Die drei letzten Trekkingtage folgten wir dem Zanskarfluss aufwärts. In Zangla, der früheren Königsstadt von Zanskar, stellten wir unser Zelt im Garten von
Lobsangs Eltern auf und hatten die Möglichkeit einen Blick in ein klassisches Bauernhaus zu werfen. Auch besuchten wir den Königspalast, welcher frisch renoviert wurde. Dazu musste Lobsang den
Schlüssel beim König holen gehen. Der König lebt nun im Dorf, hat jedoch keine Macht mehr.
In Karsha beendeten wir unseren Trek. Hier hat es nochmals ein sehr schönes Kloster, von welchem aus man eine super Sicht auf das Zanskargebirge hat. Ein ehemaliger Schulkollege von unserem Koch
ist Lehrer in diesem Kloster, er unterrichtet English, Tibetisch, Buddistische Lehre und Mathe. Wir besuchten ihn am Morgen. Die Aussicht vom Balkon der Mönchswohnung war grandios, die Unterkunft
jedoch spartanisch - eine kleine Kochnische und ein Wohn/Schlafraum mit einem Büchergestell.
Mit dem Jeep gings anschliessend zurück nach Leh. Für die knapp 500km brauchten wir fast 16h! Die Fahrt war jedoch super schön, jedes Tal, welches wir passierten gab die Sicht auf vergletscherte
Gipfel preis. Der Höhepunkt war die Sicht auf den Durung Drung Gletscher, welcher sich kilometerlang ins Tal schlängelt. Gegen Kargil hin fühlte man sich in einer anderen Welt, die Bevölkerung
war hier 100% muslimisch. Beim Frühstückshalt in einem Restaurant war unsere sonst aufgestellte Crew sehr ruhig, sie fühlten sich spürbar unwohl in diesem Umfeld. Bevor wir Leh erreichten wurden
wir noch Zeuge eines Baggermalheurs. Mitten im Indus stand ein Bagger, nur noch das Kabinendach und der Arm schauten zum Wasser raus. Der Fahrer stand auf der Führerkabine und wartete auf
Rettung. Offenbar konnte der Pechvogel nicht schwimmen und hatte auch keine Schwimmweste dabei. Der Militärhelikopter drehte unverrichteter Dinge ab, ihm fehlte die Longline. Ich hoffe, diese
Story hatte ein Happyend! :-)
Alles in allem haben wir den Trek sehr genossen, Zanskar ist echt ein Besuch wert! Wir haben euch dazu natürlich auch ein paar Bilder zusammengestellt, enjoy!
Die Reise nach Ladakh verlief reibungslos - es war herrliches Flugwetter. Wir genossen die Sicht aus dem
Flieger auf Ladakh, auf die frisch verschneiten Gipfel und auf Dörfer, welche wie grüne Oasen in der sonst wüstenähnlichen Landschaft angesiedelt sind. Gut fünf Jahre nach dem letzten Besuch sind wir
wieder in Leh. Tukstan erwartete uns beim Ausgang, ein herzliches Wiedersehen. Im Tsetan Guest House wurden wir gleich von Tsirin und Tsetan wohl versorgt mit Milktea und frischem Fladenbrot. Am
Nachmittag erkundeten wir Leh, welches sich seit unserem letzten Besuch stark verändert hat. Es wurden sehr viele, neue Guesthouse gebaut, der alte Markt ist eine riesige Baustelle, er wird neu
gestaltet. Auch Tukstan hat sein Guesthouse erweitert auf nun 11 Zimmer, wir kamen sogar in den Genuss von einem Zimmer mit eigenem Bad!
Am zweiten Tag besuchten wir die Morning Puja in Thikse, einem Kloster, welches in der Nähe von Leh liegt. Die Morgenstimmung war super, speziell auch mit den typischen Klängen, welche die Mönche mit
ihren Instrumenten vom Klosterdach ertönen liessen. Die Morning Puja war für uns Westler wohl interessanter als für die jungen Mönche, denn diese legten zwischendurch auch mal ein Powernap ein:-) Am
Nachmittag erfüllte ich mir einen lang ersehnten Wunsch, wir mieteten uns einen Töff, eine "Royal Enfield, Bullet 350" und erkundeten Leh und Umgebung. Die ersten par Kilometer waren etwas harzig,
vor allem mit der Fussschaltung und dem Linksverkehr hatte ich etwas Mühe - Ursina konnte jedoch anschliessend auf dem Sozius relaxt die Landschaft geniessen. Unverhofft wurden wir in einem
abgelegenen Dorf zum Tee eingeladen. Nurbu und seine Frau Yandol servierten uns eine Milktea mit Milch von den eigenen Ziegen und auch etwas Frischkäse mit Zucker - war echt lecker! Die Menschen hier
in Ladakh sind sehr gastfreundlich und offen, es war eine sehr schöne Begegnung. Unversehrt brachten wir am Abend das Motorrad zurück.
Am nächsten Tag fuhren wir mit Tukstan für zwei Tage ins Nubra Valley, in das Tal der Blumen. Von Leh ging es direkt hoch auf den höchsten, befahrbaren Pass weltweit, gewissen Quellen zufolge 5600m,
laut meinem GPS jedoch nur 5300m. Die Fahrt alleine war schon spektakulär. Die Berge scheinen primär aus Schutt zu bestehen, wie eine riesige Gletschermoräne. Im Nubra Valley besuchten wir die
heissen Quellen bei Panamik. Es hatte ein Heilbad - das Wasser war jedoch so heiss, dass ich nicht weiter als bis zu den Füssen ins Becken kam und anschliessend mit einem Satz wieder ans Trockene
flüchtete. Unter der Dusche war die Temperatur knapp auszuhalten. Wir übernachteten in Hundar. Das Guesthouse hatte einen riesigen Garten, viel Gemüse aber auch viele Blumen. Am zweiten Tag
spazierten wir etwas über die Sanddünen, welche bei Hundar liegen. Aus der Zeit, wo die Seidenstrasse durch das Nubra Valley zog, hat es sogar noch Kamele im Tal. Wir hätten sogar einen kleinen
Rundgang auf dem Kamelrücken machen können - da es jedoch die ganze Nacht geregnet hatte war dieses Angebot nicht so verlockend und wir schauten den Tieren einfach etwas beim Fressen zu. Nach einem
Besuch des Klosters Diskit fuhren wir wieder zurück nach Leh - diesmal über den frisch verschneiten Pass. Die Strasse war zum Glück nicht mehr schneebedeckt, jedoch ziemlich matschig.
Das Wetter heute ist ziemlich trüb und nass - wir legen daher einen Ruhetag ein. Morgen gehts dann los auf den Zanskar-Trek, welcher von Kanji nach Padum führt und ingesamt mit der Hin- und Rückfahrt
ca. 14 Tage dauert. Unser Guide ist der ältere Bruder von Tsetan, Tille Namgyal, welcher seit diesem Jahr eine eigene Trekking Agentur hat. Wir sind gespannt und freuen uns auf etwas
Bewegung.