In Thimphu hatten wir noch nicht alles gesehen - der erste Stop war im Wildpark, in welchem das Nationaltier von Bhutan zu sehen war, der Takin! Ein witziges Viech, der Legende nach setzte ein
Guru einen Ziegenkopf auf einen Kuhkörper - der Takin war geboren!
Der zweite Stop war bei der neuen Buddhastatue, welche oberhalb von Thimph errichtet wird - ein 50m hoher Stahlkolloss, woran schon 10 Jahre gebaut wird und ein neues Wahrzeichen von Bhutan
werden soll. Echt beeindruckend. Danach fuhren wir nach Paro. Obwohl hier der internationale Flughafen steht ist Paro ein kleines Nest und von Fluglärm ist kaum die Rede. Hier besuchten wir den
Dzong und das Nationalmuseum, welches ursprünglich in einem alten Wachturm untergebracht ist. Leider wurde der Wachturm bei einem Erdbeben stark beschädigt, daher ist die Ausstellung nun in einem
Provisorium.
Am letzten Tag unternahmen wir die Wanderung zum berühmten Tigernest. Zusammen mit hunderten anderen Touristen erklommen wir den Berg, wo ein Tempel wie ein Schwalbennest an die imposante
Felswand gebaut ist. Trotz des Rummels war das Tigernest einen Besuch wert und sehr beeindruckend. Schon die Wanderung für sich war sehr schön und wir genossen es, wieder mal etwas auf Touren zu
kommen. Als Abschluss von unserem Bhutanaufenthalt entführte uns Kencho nochmals in ein Farmhaus zum Znacht essen - es gab ein letztes Mal ausgiebig Chili und roter Reis, dazu ein Arak, ein
lokaler Reis- und Weizenwein, war sehr lecker - das Essen werden wir echt vermissen! Und noch vieles mehr, was wir in Bhutan gesehen und erlebt hatten...
Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter ins Phobjikha-Tal. Dazu musste nochmals ein hoher Pass überwunden werden.
Wir hatten echt Glück - in der Gantek Goemba fand zufällig gerade ein Tsechu - ein Tempelfest statt. Wir konnten vor dem Mittagessen einen kurzen Einblick bekommen. Zmittag gab es in unserer
Unterkunft, einem klassischen Bauernhaus, wo wir zwei Tage bei der Familie wohnten. Das Essen war ausgezeichnet, sehr scharf - wie das klassische bhutanesische Essen halt ist, aber gleichzeit auch
sehr geschmacksintensiv. Zum einen gab es Ema Datse - Chilischoten mit Käse, Senfkraut mit Chili, Esi - getrocknete Chili mit Tomaten und Koriander und getrocknetes Rindfleisch, aufgekocht mit -
natürlich Chili. Dazu den typischen roten Reis, der jedoch zum Glück nicht scharf ist! :-) Am Nachmittag erwanderten wir den Nature Trail, 4km. Da unser Guide kein Schritt zu viel macht, erwartete
uns der Jeep Punkt am Ende des Trails. Da es gleich zu regnen begann, waren wir nicht so unglücklich darüber - die Wanderung den Bauernhäusern entlang zurück wäre jedoch auch noch schön gewesen. Am
zweiten Tag bekamen wir zwei Mountainbikes um das Tal zu erkunden - voller Enthusiasmus radelten wir los. Auf der ruppigen Strasse kamen wir jedoch nicht wie gewohnt voran, auch wenn wir gefederte
Mountainbikes gefasst hatten. Es tat jedoch gut wieder mal zu schwitzen und körperlich was zu leisten. Als wir uns Mittags auf den Rückweg zum Farmhaus machten erhielten wir von einer älteren Frau
eine Einladung zum Tee, natürlich nur per Zeichensprache. Mit Ursina hatte ich anschliessend ebenfalls ein Kommunikationsproblem, sie sagte: "gehen wir!" Und ich dachte, sie meinte zum Tee. Ursina
dachte jedoch ans Mittagessen. Ich nahm die Einladung zum Tee an und so fanden wir uns in einem einfachen Bauernhaus wieder. Wir bekamen einen super Milktea und lernten die Tochter und vier
Grosskinder der Frau kennen. Die Grosskinder waren etwas schüchtern, beobachteten uns aus Distanz. An der Decke der Küche wurde Spinat getrocknet. Wärend wir unseren Tee tranken, bereitete sich die
Grossmutter auf dem Küchenboden eine Betelnuss zu, welche hier in Bhutan rege gekaut wird. Zum Abschied durfte ich noch ein Familienfoto schiessen. Als wir nach der Postadresse fragten um das Bild zu
schicken bekamen wir keine Antwort - zum Glück konnte der Nachbarsjunge etwas Englisch, er nannte uns seinen Namen und die Adresse welche einfach der Dorfname ist - wir hoffen nun, das dies genügt
und das Foto bei der Familie eintrifft! :-)
Durch das Tee-trinken kamen wir etwas zu spät zum Mittagessen. Es begann zu gewittern, und so blieben wir am Nachmittag im Farmhaus. In unserer Unterkunft wohnten vier Generationen, die Mutter der
Gastgeberin, die Gastgeberin und ihr Mann, die Tochter welche taubstum ist sowie deren Tochter. Es war ein kommen und gehen von Mönchen, Nachbarn und Bekannten. Wegen dem Tsechu war Hochbetrieb im
Dorf. Unser Guide Kencho organisierte für uns am Abend noch ein Hotstone Bad. Das Bad war in einer einfachen Bretterbude, nebenan im Freien brannte ein Feuer. Der Holzzuber war unterteilt in zwei
Bereiche, im einen Bereich wurden die heissen Steine reingelegt, welche das Wasser aufheizten, im anderen Bereich nahmen wir ein Bad, welches mit frischen Kräutern angereichert wurde. Eine Wohltat
nach unserem Velotüürli! Später zeigte uns die Tochter der Gastgeberin noch ihre "Kira's", welche sie selber gewoben hatte - ein Kunstwerk. Die Kira ist due traditionelle Nationaltracht der Frauen in
Bhutan und besteht aus einem Tuch, 140x240cm, welches um die Hüfte gewickelt und als Rock getragen wird. Ursina durfte die Tracht gleich anprobieren. Am nächsten Morgen besuchten wir den wahren
Tsechu. Am ersten Tag war nämlich erst die Hautprobe. Entsprechend viele Leute hatte es. Alle hatten sich rausgeputzt, trugen ihren schönsten Gho oder die edelste Kira. Wir sicherten uns einen Platz
und schauten dem Volksfest zu. In Bhutan heisst es, den Tänzen der Mönche zuzuschauen reinige von den eigenen Sünden - eine gute Sache! Es gab Gesangseinlagen von den Dorffrauen, Maskentänze der
Mönche und auch die Narren waren immer aktiv. Kurz vor Mittag war für uns leider Schluss, wir machten uns auf den Rückweg nach Timphu. Nur noch drei Tage in Bhutan, wie doch die Zeit
vergeht!
Früh starteten wir in Timphu, das Hotel bereitete uns eine Lunchbox mit dem Zmorgen vor. Es ging erst hoch auf
den Dochu La Pass der 3150m hoch ist. Von der Passhöhe hatte man eine super Aussicht auf die hohen Gipfel im Norden von Bhutan. In Punakha besuchten wir den Dzong, welcher mächtig zwischen zwei
Flüssen gebaut wurde - ein eindrückliches Bauwerk. Um ins innere zu gelangen, muss erst eine äusserst steile Treppe überwunden werden. Im geräumigen Innenhof steht ein Bodibaum und eine Stupa, zudem
beherbergt der Dzong neben allen Ämtern auch 3 Tempel - einer ist zugänglich für alle, einer nur für die Leute aus Bhutan und einer ist dem König und hohen Lamas vorbehalten. Der Dzong ist sehr schön
gebaut, viele Holzschnitzereien und gemalte Verzierungen - alles ist sehr gut erhalten, wirklich eindrücklich! Nach dem Mittagessen besuchten wir den Chimi Lhakhang Tempel. Hier hat ein Mönch gelebt,
welcher den Buddhismus so predigte, in dem er genau das Gegenteil vorlebte - er trank, verführte die Frauen und bekam so den Übernamen "Mad Man". Der Tempel wird von kinderlosen Paaren aufgesucht um
für Nachwuchs zu bitten, sogar aus China und Japan kommen die Gläubigen her. Ein Mönch segnet die Leute mit zwei hölzernen Penisen. Wir haben das Ritual auch über uns ergehen lassen und hoffen nun,
dass die Pille immer noch Wirkung hat :-) Der Penis ist hier sowieso allgegenwärtig und gilt in Bhutan als Schutzsymbol. Man sieht sie übergross aufgemalt auf Hausfassaden, hölzerne Penise hängen an
den Vordächern oder stehen auf dem Fenstersims. Am Abend genossen wir einfach die wunderschöne Sicht über die Reisfelder und die Stimmung im Dorf - hier liesse es sich gut leben!
Kaum hatten wir die bhutanische Grenze überschritten, spürten wir, dass in Bhutan alles etwas geordneter
und ruhiger abläuft als jenseits der Grenze, obwohl wir uns eigentlich immer noch in der gleichen zusammengewachsenen Grenzstadt befanden. In unserem Hotel erwartete uns schon Kencho, unser
aufgestellter, freundlicher und erfahrener Guide. Er hatte an der Grenze auf uns gewartet und sich schon Sorgen gemacht als wir zwei Stunden nach der abgemachten Zeit immer noch nicht aufgetaucht
waren. Nach dem Check-In hiess es Einreiseformalitäten erledigen. Wie bei unseren Freunden jenseits des grossen Teichs wurden unsere Fingerabdrücke und Daten durch das System überprüft, doch
bezüglich Freundlichkeit könnten die amerikanischen Einreisebeamten noch sehr viel von den Beamten in Bhutan lernen....;-) Wir bekamen unseren Einreisestempel und machten uns gleich auf die erste
Erkundungstour durch die Stadt. Stephan hatte wieder mal eine Generalüberholung nötig, Haare und Bart mussten weg. Im Coiffeursalon kam Stephan sofort an die Reihe und die Arbeit des Coiffeurs
wurde streng überwacht und kontrolliert von einem weiteren Kunden des Coiffeursalons, einem Bhutaner der für das Amt für Ernährung arbeitet. Das Resultat war ganz ansehnlich und für umgerechnet
CHF 1.30 ein ziemliches Schnäppchen. Zum Abendessen gab es unser erstes Ema Datse, sozusagen das bhutanische Nationalgericht. Es besteht hauptsächlich aus Chillies, die in einer Art Käsesauce
gekocht werden - lecker und scharf!! Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns vom feucht heissen Klima von Phuentsholing und machten uns im Jeep mit Fahrer und Guide auf den Weg über
verschiedene Pässe nach Thimphu, in die Hauptstadt von Bhutan. Die Strasse windet sich steil an den urwaldmässig bewaldeten Hügeln in die Höhe und es zeigten sich immer wieder atemberaubende
Ausblicke in Richtung indisches Tiefland. Hinter dem ersten Pass fuhren wir in ein Tal mit riesigen Wasserfällen und tiefgrünen Wäldern. Wir durchquerten kleinere Ortschaften, in welchen Häuser
im typisch bhutanischen Baustil stehen und hielten an Strassenständen, an welchen Chillies, Äpfel, getrockneter Yakkäse an Schnüren aufgehängt und sonst noch alles mögliche verkauft wird.
Das Land mutet ziemlich idyllisch an. Nach rund 6h Fahrt erreichten wir Thimphu, wo wir uns gleich zu Fuss umsahen. Die Moderne hat vor Thimpu nicht Halt gemacht und so sieht man zwar viele Leute in den traditionellen Kleidern,
der Kira und dem Gho, jedoch auch die neusten Smartphones und Gadgets. Da wir kurz vor dem Tsechu, einem religiösen Festival, in der Stadt angekommen sind, war eine Art Jahrmarkt. Wir versuchten
unser Glück mit Dart und Bogenschiessen, der Nationalsportart, und versagten jeweils kläglich. Tags darauf wohnten wir der Hauptprobe für das Festival bei, welches im Dzong von Thimphu stattfand.
Der Dzong ist ein beeindruckender Gebäudekomplex und beherbergt noch heute einen Teil der Regierungsbüros, verschiedene Tempel und die Wohnsitze einiger der hohen Mönche. Leider konnten wir den
inneren Teil des Dzongs nicht besuchen. Auf dem Vorplatz des Dzongs fanden die Proben für das Festival statt und wir genossen die farbenfrohen Vorbereitungen für das Fest. Am Nachmittag besuchten
wir die Lehrstätte für die traditionellen Handwerkskünste wie Schnitzen, Malen, Weben und Nähen und waren beide beeindruckt von den Fertigkeiten der Schüler. Man merkt, dass in Bhutan grosser
Wert auf Qualität gelegt wird und vieles, seien es die Häuser, Skulpturen oder Webartikel wird mit einer Liebe zum Detail hergestellt, die wir bei uns kaum noch kennen. Auch das Textilmuseum mit
seinen gewebten Seidenstoffen für die Kira und den Gho war imposant. Für schöne handgewebte Stoffe kann man hier ein Vermögen ausgeben! Unsere Idee, uns einen Bettanzug mit bhutanischen Stoff
machen zu lassen, beerdigten wir daher schnell wieder. Dem bhutanischen Essen blieben wir jedoch treu und Kencho, selbst kein Verächter von gutem Essen, organisierte uns in den Touristenhotels
und -restaurants jeweils eine Portion Ema Datse oder sonst eine von Chillies dominierte Speise, die sich jeweils positiv vom eher faden Touristenfood abhob.
Das Land des Donnerdrachens. Nach einem Explora Vortrag, welchen wir über Bhutan gesehen hatten, waren wir fasziniert und uns war klar - Bhutan wollen wir auf jeden Fall besuchen. Da man Bhutan
(noch) nicht auf eigene Faust erkunden kann, haben wir uns eine passende Reiseagentur gesucht und sind schnell fündig geworden. Nach einigem Hin nd Her bezüglich verschiedenen Reisemöglichkeiten
und Routenvorschlägen haben wir unser Optimum gefunden und freuen uns riesig das Land und seine Leute kennenlernen zu dürfen!
Wir reisen am 30.09.2014 über den Landweg nach Phuntsholing/Bhutan ein. Weiter werden wir Timphu, Punakha, Phobjikha, Dochula, Paro und natürlich das Tigersnest besuchen.
Am 9.10.2014 fliegen wir von Paro nach Kathmandu/Nepal.