Ein Projekt, welches schon länger in unseren Köpfen herumgeistert, haben wir endlich durchgezogen. Da Ursina am Piz dal Teo ihre neuen Expeditionsschuhe getestet und Blasen davongetragen hat, war Biken eine "schonende" Betätigung. Samuel ergänzte unser Team.
Weiter gings über den Passo d'Eira, Passo della Vallaccia, Passo Val Viola zur Saoseo Hütte. Kurz vor dem letzten Pass wurden wir verregnet, der neue Bikeweg zur Saoseohütte war zwar gut fahrbar, nur ziemlich schlammig. Wir brauchten alle eine Grobreinigung mit dem Gartenschlauch bei der Ankunft! :-)
Etappe: 72km, 2300Hm
Mit wieder teilweisen trockenen Klamotten und immer noch "pflutschnassen" Schuhen starteten wir in den zweiten Tag. Traumwetter beim Start, 1000Hm Abfahrt zu Beginn nach Poschiavo. Kurz vor San Carlo der erste Sturz, Stephan scheiterte an einer hölzigen Wasserrinne, welche diagonal über den Weg führte. Zum Glück nichts passiert!
Das war der lockere Teil. Nun folgte der Anstieg zum Passo Cancian, von 980m auf 2498m. Nach Quadrada - Einsamkeit pur, nur wir drei und unsere Bikes. Nun hiess es auch Bike tragen, der Weg war steil und steinig. Bisher kannten wir die Gegend nur vom Winter von den Skitouren zum Pizzo Scalino. Die Natur ist jedoch einmalig. Das gilt auch für das in der Abfahrt folgende Val Poschiavina.
Auf Kies und anschliessend Teer ging es im Val Malenco runter auf 1000m. Das Thermometer stieg mit jedem verlorenen Höhenmeter - Chiesa erwartete uns mit sommerlichen 30°C! Zum Abschluss folgten nochmals 700Hm nach Chiareggio - ein Piece du Resistance. Wir legten ein paar Pausen ein, und um kurz nach fünf haben wirs geschafft. Das Albergo Chiareggio empfängt uns freundlich, wir bekommen ein 6er Zimmer für uns, unsere Klamotten wurden sogar gewaschen (mussten die Wäsche nur selber aufhängen) - die Regeneration starten wir dann mit einem Bier und einer Portion Pommes im Garten. Zu Beginn hatte Ursina Angst, dass Samuel und Stephan anschliessend keinen Hunger mehr haben für das Menü, das war jedoch kein Problem! :-)
Etappe: 2200Hm, 70km
Bevor wir im Albergo loskommen, dürfen wir noch für ein Foto posieren. Das Albergo möchte den Bike Tourismus ankurbeln und macht daher Werbung mit strammen Wädli! ;-)
Ohne Einwärmungsphase geht es gleich nach Chiareggop steil hoch in Richtung Muretto Pass. Der Pass sei auf der italienischen Seite praktisch schneefrei, auf der Schweizer Seite habe es jedoch noch relativ viel Schnee, meinten sie im Albergo. Endlich sehen wir den Monte Disgrazia im Morgenlicht, eine geniale Kulisse. Drei Schneefelder gab es zu überwinden, gar nicht so einfach mit unseren Bikeschuhen und dem Velo auf dem Rücken. Ursina rutscht beim ersten Schneefeld aus und muss den Weg zweimal gehen. Zwei Wanderer meinten, wir seien ja verrückt, erst recht, als sie erfuhren, dass wir auf der Schweizer Seite runter möchten. Aber das gehört dazu! :-)
Auf dem Muretto Pass (2562m) genemigten wir uns erst mal eine ausgiebige Rast, Vorräte aufbrauchen hiess es. Dann trugen wir das Bike wieder runter. Im obere, steilen Teil war der Weg immerhin schneefrei, weiter unten schoben wir das Bike auf den Firnfeldern in Richtung Plan Canin. Schnee hatte es durchgehend bis ca. 2100m. Fahren konnte nur Samuel, er wählte dafür das Flussbett. :-)
Im unteren Teil konnten wir endlich wieder fahrtechnisches Geschick zeigen. Die nächste Rast und ein Bad gab es beim perfekten Lagh da Cavloc. Schon fast wieder zu Hause!
In Maloja wählten wir die Bikeroute über Petpreir. Hier machte Ursina noch eine Rolle vorwärts als ihr Vorderrad auf einmal bis zur Achse im Schlamm steckte. Bis auf eine Schürfung und ein paar blaue Flecken ist jedoch nichts passiert.
War eine hammer Tour, danke an Samuel fürs Mitkommen!
Letzte Etappe 1400Hm, 40km.