Cafayate ist neben Mendoza eine weitere Wein-Hochburg. Hier wird jedoch vor allem der süffige Weisswein Torrontes angebaut. In Cafayate war nicht viel los - nach einer Runde um den Dorfplatz die
hatten wirs gesehen. Also testeten wir eine Flasche Torrontes mit Oliven, Brot, Feigen und Käse bei unserem Guesthouse im Garten - war richtig gemütlich. Wir entschlossen uns, weiter auf der Ruta
40 nach Cachi zu fahren. Zuerst machten wir jedoch einen Abstecher zur Quebrada de Cafayate, welche echt sehenswert war. In verschiedenen Farben präsentierten sich die Felsen, in der grünen
Talsohle schlängelte sich ein Rinnsal, die Felsen waren von Wind und Wasser geformt. Wir fuhren anschliessend 35km zurück und waren wieder alleine unterwegs auf Ruta 40, 139km "Ripio" -
Schotterpiste. Wir stoppten oft, machten Fotos, tranken Kaffee in einem Patio in Molino. Ziemlich spät trafen wir in Cachi ein und entschieden uns für den Zeltplatz - Vorräte aufbrauchen war die
Devise, und uns gehen auch langsam aber sicher die argentinischen Pesos aus! Von Cachi gings über einen Pass nach Salta. Zuerst durchquerten wir jedoch einen weiteren Nationalpark - "Los
Cardones". Cardones heissen die riesigen Kakteen, von denen hier ganze Wälder stehen. Es ist kaum zu glauben, in den ersten 5 Jahren wachsen die Kakteen nur gerade 5cm - hier hat es jedoch
Cardones, die weit grösser als 10m sind.
Nach der Passhöhe wurde es sofort grüner - im Tal sah man sogar ein Wolkenmeer. Es windete dazu, und entlang der Krete zogen die Kondore ihre Kreise, nutzten die Thermik. Majestätisch, diese
Vögel! Im Tal gings über eine Hauptstrasse nach Salta - viel Verkehr, wir sind wieder in einer Grossstadt (700'000 EW) angekommen. Wir bezogen ein Hostel und gaben schweren Herzens unseren Chevi
ab - 2700km haben wir zurück gelegt, die versprochenen 4l/100km erreichten wir nicht ganz - wir brauchten 6.6l. Ja, auf die Strasse kommts an, die Szenerie war jedoch genial, hat echt Spass
gemacht!
Unser erster
Eindruck von Tafí del Valle war ziemlich durchzogen. Wir kamen im Dorf an als es schon dunkel war. Vom Pass waren wir durch dichten Nebel ins Tal herunter gefahren. Kühl und wenig einladend kam uns
das Dorf vor, die ersten Unterkünfte, die wir abklapperten, passten in dieses Bild. Nach dem Besuch des lokalen Campingplatzes (eine ziemlich schummrige Angelegenheit) haute es Stephan den Nuggi raus
und wir quartierten uns in einer schmucken Posada ein, die ich zuvor ausfindig gemacht hatte, die uns aber zu Beginn etwas zu teuer erschien. Unsere Gastgeber Juan und Fabienne empfingen uns
freundlich, das Zimmer war schön geheizt und die Posada mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Wir fühlten uns gleich wohl und spätestens beim selbst gebackenen Brot zum Frühstück hatte sich die
Investition gelohnt:-) Für den nächsten Tag bekamen wir von unseren Gastgebern Tipps zum Wandern und für sonstige Sehenswürdigkeiten der Region. Tafí del Valle liegt auf einer Hochebene auf
rund 2'100m und ist vor allem bei den Argentiniern im Sommer als Ferienziel beliebt. Wir waren im argentinischen Herbst da und sozusagen alleine, trotz des traumhaften Wetters. Am ersten Tag
besuchten zuerst wir eine Estancia, die im 18. Jahrhundert vom Jesuiten gegründet wurde und heute eine Hotel und eine Käserei umfasst. Nachdem wir uns mit Käse eingedeckt hatten zog es uns in
die Höhe - wir wanderten zu einem Wasserfall und dann weglos weiter bis zu einem Grat mit schöner Aussicht. Begleitet wurde wir von zwei Hofhunden, die wir erst widerwillig akzeptierten und bis zum
Schluss schon fast ins Herz geschlossen hatten. Nach einer Rundfahrt im Auto und mit regionalen Produkten im Gepäck, machten wir es uns auf der Veranda der Posada gemütlich und genossen die Ruhe und
den Sonnenschein. Am zweiten Tag stand Angstbewältigung auf dem Programm, denn wir hatten uns zu einem Reitausflug angemeldet. Mein Pferd war nicht aus der Ruhe zu bringen und so blieb ich dieses Mal
während dem ganzen Ausflug im Sattel und konnte sogar die schöne Landschaft geniessen. Zum Schluss unseres Aufenthalts in Tafí del Valle kam dann noch das Highlight. Wir waren bereits auf dem Weg zum
Pass hoch, als wir auf einer Weide nahe am Strassenrand ein ziemliches Getümmel entdeckten. Einen Herde Kühe war da, Gauchos hoch zu Pferde und solche zu Fuss - allesamt mit Lassos ausgerüstet - dazu
Hunde, alles begleitet durch ein ziemliches Geschrei. Wir erfuhren kurz darauf, dass die Kühe über zwei Tage eingetrieben worden waren um sie zu Impfen und um die Jungtiere zu markieren. Die Tiere
sind Menschen nich gewohnt und es ist eine ziemliche Herausforderung die Tiere einzufangen und stillzuhalten. Der Vorgang ist nicht gerade zimperlich und wohl nichts für Tierschützer, aber eben auch
sehr authentisch und für die involvierten Familien ein Fest, denn die ganze Prozedur wird nur einmal jährlich durchgeführt. Ein paar Bilder wollen wir euch nicht vorenthalten....
Rund 660km
haben wir in den letzten zwei Tagen zurückgelegt, vom Parque Provincial Ischigualasto (Valle de la Luna) über Chilecito nach Tafí del Valle. Davon fuhren wir über 500km auf der bekannten Ruta 40, die
auf 5301km den Süden von Patagonien mit dem Norden von Argentinen verbindet. Nachdem wir das Valle de la Luna und Talampaya hinter uns gelassen hatten, begleiteten uns die ockerfarbenen Berge noch
bis fast nach Chilecito. Kurz vor Chilecito wurde die Gegend wieder etwas grüner und scheinbar unendlich grosse Olivenplantagen säumten die Ruta 40. Chilecito selbst ist heute eine unscheinbare
Provinzstadt, vor über 100 Jahren jedoch wurde hier Geschichte geschrieben. Denn hoch über Chilecito thront die Sierra de Famatina, deren Gestein reich an Gold ist. Um das Gestein von der Mine La
Mejicana auf rund 4600m hinunter ins Tal zu transportieren, wurde 1904 von einer deutschen Firma, eine 35km lange Drahtseilbahn erbaut. Die Bahn überwand eine Höhendifferenz von 3510m, umfasste 9
Stationen, 262 Masten und war seinerzeit die längste und höchste Drahtseilbahn der Welt, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Nach knapp 2 Jahren Bauzeit ging die Bahn in Betrieb, der Betrieb dauerte
jedoch nicht allzu lange, denn bereits 1926 wurden die Mine und die Bahn wieder stillgelegt. Heute erinnert bloss noch die rostende Drahtseilbahn an die Zeit der Mine. Die ersten beiden Stationen der
Bahn sowie ein kleines Museum sind einen Besuch Wert, sonst hat Chilecito nicht besonders viel zu bieten. Wenigstens konnten wir uns mal wieder mit Früchten und Gemüse eindecken und kochten ein
feines Ratatouille zum Znacht. Denn um ehrlich zu sein, abgesehen von Fleisch, Empanadas und Wein ist das kulinarische Angebot abseits der Gourmet-Tempel der Grossstädte ziemlich bescheiden. Den
nächsten Tag verbrachten wir sozusagen im Auto. Plus minus alle 50km kamen wir an einem Dorf vorbei - diese Weite kann man sich als Schweizer gar nicht recht vorstellen, die muss man erleben! Nach
etwa der Hälfte der Strecke besuchten wir in Londres eine Inka-Stätte (El Shinkal) mit super Aussicht. Dann gings weiter bis nach Santa Maria, durch farbige Quebradas (Schluchten) und über
Hochplateaus mit wilden Eseln und vorbei an Kaktus-Wäldern. Zum Schluss kam noch der Pass nach Tafí del Valle, wo wir auf der einen Seite den Sonnenuntergang bestaunten und auf der anderen Seite im
dichtesten Nebel in Richtung Tafí del Valle herunterfuhren. Einige Eindrücke von rund 660km Argentinien findet ihr anbei....
Von Villa Union ging es schnurgerade wieder zurück in den Süden. Die Strasse war in gutem Zustand und führte uns durch eine Wüstenlandschaft. Da es vor kurzem geregnet hatte, war jedoch alles
ziemlich grün und die Flussbetten führten immer noch kleine Rinnsale. Unterwegs sahen wir Maras, eine Art Hasen, jedoch wesentlich grösser - lustige Tiere. Nach 60km erreichten wir den Talampaya
National Park, bekannt für seine Canyons und auch für die Dinosaurierskelette, welche hier gefunden wurden. Gegen Mittag starteten wir mit Sergio, unserem Guide, eine Tour zu Fuss und mit dem
Bike. Die Velos waren in ziemlich miesem Zustand, um über das flache Flussbett zum Canyon zu gelangen waren sie jedoch angenehm. Otto-Normaltourist fährt mit einem der grossen Lastwagen in den
Hauptcanyon und kann an verschiedenen Stationen aussteigen und Fotos schiessen. Nur zu Fuss können die Quebradas (Canyons und Felsformationen) nebenan besucht werden - wir waren mit unserem Guide
alleine unterwegs. Es war echt eindrücklich - zum einen die Pflanzenwelt aber auch die von Wind und Wasser geformten Wände und Gesteinsformationen. Wir lernten einen Strauch kennen, der den
Übernamen "Shrek" hat - er hat einen ganz grünen Stamm - da seine Blätter sehr klein sind, befindet sich
Chlorophyl für
die Fotosynthese auch in der Rinde. Die meisten Pflanzen haben riesige und massive Dornen - ohne Schutz geht in der Wüste nichts. Aber ja, die Wüste ist nicht tot - es leben über 130 verschiedene
Vogelarten hier, und auch Pumas, Maras, Nandus (eine Art Vogel Strauss), Guanakos (wilde Lamas), Wüstenfüchse, Schlangen und viele Viecher mehr. Um die Mittagszeit war es jedoch ziemlich ruhig -
offenbar wird auch hier die Siesta akribisch eingehalten! :-) Unsere Runde zu Fuss dauerte 2h. Dann fuhren wir mit unseren Velos ebenfalls zum Hauptcanyon. Beim Eingang gab es den ersten Stop.
Hier wurden vor 2500 Jahren von den lokalen Ureinwohnern Zeichnungen in die Felsen eingemeisselt. Über 1500 Skizzen wurden entdeckt. Geometrische Skizzen, Figuren von Menschen und Tieren. Auch
gab es verschiedene Steine mit eingearbeiteten Sacklöchern, worin Mais und Getreide gemahlen wurde. Wir folgten dem trockenen Flussbett weiter aufwärts in den Canyon. Die Wände hier sind bis zu
150m hoch, senkrecht und von rötlicher Farbe - beeindruckend! Gegen
16 Uhr kamen wir zurück zum Nationalparkeingang. Wir entschieden uns, die Nacht hier auf dem Campingplatz zu verbringen. Wir waren froh um unsere warmen
Schlafsäcke, in der Nacht kühlte es ab auf ca. 5 Grad Celsius - der Sternenhimmel war jedoch genial.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter in den Süden zum Ischigualasto Provincial Park. Unterwegs sahen wir hunderte riesige Kakteen, welche die karge Landschaft prägten. Die Besichtigung des
Ischigualasto war etwas amerikanisch. Mit unserem Chevrolet reihten wir uns ein in die Autokolonne. Unser Guide Ariel nahm im vordersten Fahrzeug Platz und so ging die Besichtigung los. 40km
Schotterpiste, an fünf verschiedenen Orten stoppten wir, erkundeten die Umgebung und liessen uns die Gesteinsschichten von Ariel auf Spanisch (!!!) erklären. Die ältesten bisher entdeckten
Dinosaurier wurden hier in diesem Park gefunden, 230 Mio Jahre alt sind sie. Die Natur war auch hier wieder sehr eindrücklich, speziell die verschiedenen Farben der Gesteinsschichten und die
Formationen. Auch gibt es hier ein Valle de la Luna - Tal des Mondes. Grau, keine Vegetation nur Steine und feiner Sand. Man wähnt sich echt wie auf dem Erdtrabanten. Wir schlugen wieder unser
Zelt für die Nacht auf dem parkeigenen Zeltplatz auf - hier jedoch mit gutem Grund. Bei Vollmond finden nämlich auch Touren in der Nacht statt! Wir schlossen uns daher
um 22 Uhr wieder der Autokolonne an. Bei
Vollmond gibt es nur drei Stops, dafür erwas längere Spaziergänge. Es war eine komplett andere Erfahrung bei Nacht, im milchigen Licht des Mondes. Alles war in verschiedenen Grautönen. Man sah
andere Figuren in den Steinsformationen, und ja, wenn man zu Fuss durchs Valle de la Luna schreitet kam man sich nun echt vor wie Neil Armstrong. :-) Erst morgens
um 1:00 waren wir zurück bei unserem Zelt, wir
schliefen göttlich.
Wir sehnten
uns schon lange nach einem eigenen Wagen, mit dem wir anhalten können, wann immer wir möchten und auch mal etwas abgelegenere Dörfer und Sehenswürdigkeiten anfahren können. Nun war es endlich
soweit, wir starteten von Mendoza aus zu unserem Roadtrip, der uns hoch in den Norden Argentiniens, bis nach Salta führen soll. Für die ersten beiden Tage hatte wir zudem noch eine nette Mitfahrerin.
Andrea, mit der wir seit unserem Grenzübertritt in Los Antiguos nach Chile (siehe Reiseberichte zu Chile) immer mal wieder unterwegs waren, begleitete uns für ein Teilstück, bevor sie uns nach Salta
vorauseilen musste, um eine Freundin zu treffen. Wie so oft definierte sich unser erstes Etappenziel erst als wir bereits unterwegs waren. Barreal sollte unser erstes Nachtlager werden. Das Dorf
liegt am Fusse der Cordillera de Ansilta, eine grüne Oase inmitten einer sonst wüstenähnlichem Landschaft. Nun waren wir zum Zeitpunkt der Entschlussfassung jedoch bereits auf halbem Weg nach San
Juan. Während ich mein Navi umprogrammierte, entdeckte Andrea per Zufall einen Wegweiser nach Barreal. Wir konsultierten kurz die Strassenkarte Argentiniens und sahen, dass es da tatsächlich eine
direkte Route nach Barreal gibt - super, eine Abkürzung! Kurz darauf waren wir unterwegs auf der ominösen Ruta 153, welche uns zum Parque Nacional El Leoncito bringen sollte. Dort würden wir wieder
auf eine Hauptstrasse treffen, die nach Barreal führt. Wir liessen fahrlässigerweise die Tankstelle in Los Berros, im letzten grösseren Ort an der Ruta 153 links liegen, der Tank war ja noch halb
voll. Kurz nach Los Berros hörte die geteerte Strasse auf, es folgte nun eine Schotterpiste - nichts ungewöhnliches für Argentinien. Die Landschaft wurde hügliger, abwechslungsreicher und schöner.
Wir fuhren an verschiedenen Kalkminen vorbei, dann durch ein höher gelegenes Plateau mit Weinreben und Nussbäumen. So weit so gut. Dass die Strasse in meinem Navi nicht verzeichnet war, liess uns
nicht aufhorchen. Auch der erste Fluss, den wir nach rund 40km auf der Schotterpiste überwinden musste zeichnete keine Sorgenfalten in unser Gesicht. Zu schön war die Landschaft, nun geprägt von
ockerfarbenen Bergen und Hügeln, mannshohen Kakteen und stacheligen Sträuchern. Wir fuhren sozusagen durch einen Canyon, die Strasse wurde immer anspruchsvoller. Stephan packte sein ganzes
fahrtechnisches Können aus und unser Mietwagen erwies sich als besser als gedacht. Nachdem wir zweimal nur mit Glück das Auto nicht aufgesetzt hatten, dachten wir ans Umdrehen. Das taten wir zum
Glück nicht, denn nur wenig später wurde die Strasse wieder besser. Wir passierten bald darauf eine Andachtsstätte für Gaucho Gil und eine für Difunta Correa, zwei Volksheilige der Argentinier und
Schutzpatrone für die Reisenden. Das Gröbste sollten wir geschafft haben. Von nun an hatten wir die hohen Berge der Anden in Sichtweite und auch unser Ziel schien wieder erreichbar. Die Aussicht war
atemberaubend schön. Endlose Weite kombiniert mit den Schneebergen der Anden. Wir benötigten unzählige Fotostopps. Als wir endlich auf die Hauptstrasse trafen, waren lauter Steine quer zur Fahrbahn
aufgereiht. Wir umfuhren dieses letzte Hindernis und blickten zurück: "Camino clausurado", stand auf einem Schild - Strasse gesperrt! Wenn wir das gewusst hätten! Zum Glück ging bis hierhin alles
gut! Nun musste nur noch das Benzin bis zur nächsten Tankstelle in Barreal reichen - das sind nochmals 55km und die Warnlampe leuchtete bereits. Doch Gaucho Gil war uns nochmals wohl gesinnt -
mit dem letzten Tropfen erreichten wir unser Ziel. Eine Übernachtungsmöglichkeit war schnell gefunden und auch die Restaurantauswahl erwies sich als leicht, wir assen im einzigen geöffneten
Restaurant des Ortes. Tag zwei unserer Reise verlief weniger abenteuerlich, doch die Ausblicke waren nicht weniger schön. Kurz nach dem frühen Start am Morgen, genossen wir super Ausblicke auf den
Cerro Mercedario und auch der Aconcagua, der höchste Berg des amerikanischen Kontinents zeigte sich mächtig. Von Barreal fuhren wir nach Calingasta, dann grösstenteils wieder auf Schotterstrassen
durch die wüstenähnliche Pampa nach Las Flores. Wir passierten den Stausee Cuesta del Viento, Pilgerort für Windsurfer (jeden Nachmittag Wind > 100km/h) und erreichten am Nachmittag das
Provinzstädtchen San Jose de Jachal. Nach einem Mittagessen zu unschlagbar tiefen Preisen, erkundigte sich Andrea bezüglich Weiterfahrt nach Salta. Es gab keine Busse, deshalb fuhren wir daraufhin
noch weiter nach Villa Unión entlang der Ruta 40. Als der Mond hinter den Bergen aufging waren wir immer noch unterwegs. Als wir kurz nach 20 Uhr unser Ziel erreichten waren wir ziemlich müde, doch
die Fahrt hatte sich gelohnt, Andrea fand einen Bus und wir eine nette Cabaña. Die Fotos von den ersten beiden Tagen haben wir bereits mal hochgeladen....
Ein Highlight von Mendoza war klar die Familie, bei der wir Couch-Surfen durften. Eduardo, ein Studienkollege von meinem Cousin Orlando, mit seiner Frau Natalia und den kleinen Francesco und
Giullieta. Begrüsst wurden wir gleich mit einer Parillada, feinstes argentinisches Fleisch vom Grill. Das Wichtigste in jedem Haus ist die Feuerstelle, Eduardo hat diese direkt in der Küche! :-)
Zum Znacht kamen auch der zweite Eduduardo und seine Frau Marisol mit der kleinen Helena, gute Freunde unserer Gastgeber. Wir fühlten uns sofort wohl, assen, tranken und diskutierten bis spät in
der Nacht. Den ersten Tag in Mendoza liessen wir ruhig angehen, denn wir hatten einen der wenigen Regentage erwischt. Wir machten uns Gedanken über die nahe Zukunft, wie wir weiterreisen wollten
und entschieden uns, ein Auto zu mieten und in 12 Tagen die Umgebung um Mendoza und die Anden hoch bis Salta zu erkunden. Doch erst brauchten wir wieder Argentinische Pesos. Da die Inflation in
Argentinien mit rund 30% pro Jahr haarstreubend hoch ist, flüchten viele Argentinier in den US Dollar. Die Regierung hat den Argentiniern jedoch den Kauf von US Dollars praktisch verboten, so
dass sich seit dem Verbot vor einigen Jahren ein Schwarzmarkt für Dollars entwickelt hat. Dieser Schwarzmarkt, der sogenannte Blue-Market, kam uns nun zugute, denn auf dem Schwarzmarkt wird pro
Dollar rund 12.5 Pesos bezahlt, offiziell bekommt man jedoch nur 8.7 Pesos. Wir haben uns darum in Chile mit Dollar eingedeckt und mussten die erst wechseln. Natalia kannte eine verlässliche
Person und so gingen wir am Nachmittag in die Innenstadt. Überall hörte man "cambio, cambio", unser Mann war in einem unauffälligen Kiosk in einem Einkaufszentrum. Es standen ein paar komische
Typen vor dem Laden, der Wechsler meinte jedoch nur, die arbeiten für ihn - wie gesagt, es ist halt nicht die offizielle Art, Geld zu wechseln. :-) Alles klappte und wir konnten gleich einen Teil
des Geldes bei der Autovermietung los werden.
Nun mobil, besichtigten wir am zweiten Tag zusammen mit den beiden alten Bekannten, Andrea und Bejian (wir bereisten mit ihnen die Carretera Austral) die Weingüter von Maipú, ca. 15km von Mendoza
entfernt. Die ganze Ebene ist voll von Rebstöcken, ein Weingut reiht sich ans nächste. Der erste Stop war La Rural, wo vor allem das Gebäude und das Weinmuseum interessant war. Die Weine waren
auch gut, Andrea und Benian degustierten drei Weine und bekamen je ein volles Glas auf den Tisch - das um 11Uhr vor dem Mittagessen! :-) Der zweite Stop war bei Trapiche, ein Weingut welches auf
über 1500 Ha Wein anbaut und weltweit exportiert. Hier hatten wir eine super Degustation zusammen mit anderen Besuchern. Auch hier war das Gebäude ein alter Prachtsbau, modernisiert mit Glas und
Stahl - coole Architektur. Die Zeit verging wie im Flug, die dritte Bodega war leider bereits geschlossen, meine Mitfahrer jedoch auch schon angesäuselt und ich hatte drei Flaschen im Kofferraum
- Mission erfüllt! :-) Eine Flasche kredenzten wir gleich am Abend zu Natalias Lasagne - war super fein!
Am nächsten Morgen fuhren wir für zwei Tage in den Süden ins Valle de Uco, ebenfalls berühmt für seine Weine. Auch hier hatten wir Empfehlungen von den beiden Edu's - Tupungato Divino. Wir
stoppten hier zum Zmittag. Schön in den Rebbergen gelegen, lädt diese Vinothek mit Restaurant zum Entspannen ein. Es gab nur 3 verschiedene Menüs, das Essen war jedoch Gourmet. Wir vergassen die
Zeit, und so besichtigten wir kein einziges Weingut. Am Abend nervte mich das etwas und wir nahmen uns vor, für den nächsten Tag gleich Termine zu vereinbaren. Beim Einkaufen fürs Abendessen
fragten wir bei einer Weinhandlung, was für kleine, empfehlenswerte Weingüter es in der Nähe gibt. Der Señor war sehr hilfsbereit und gab uns verschiedene Adressen an. Sein erster Tip war dann
auch das Highlight am nächsten Tag. Laureano Gomez arbeitete für über 20 Jahre bei Salentein, ein grosses, bekanntes Weingut im Valle de Uco. Vor 4 Jahren machte er sich selbständig und begann,
erst in seiner Garage, seit diesem Jahr in einer neu gebauten Bodega, seine eigenen Weine zu produzieren. Er hat keine eigenen Rebstöcke, bezieht die Trauben von umliegenden Bauern, die keine
eigene Bodega haben. Laureano nahm sich viel Zeit für uns und wir gingen mit unserem Degustationsglas von Fass zu Fass - von Sauser bis zu seinem besten Wein, 18 Monate im Eichenfass, durften wir
alles probieren. Laureano war super sympathisch, die Weine genial: Merlot, Pinot Noir, Malbec und auch einen Blend - leider exportiert er noch nicht nach Europa (
www.bodegagarage.com). Das nächste Weingut war ebenfalls
familiär, jedoch mehr komerzialisiert - war einladend, entsprechend aber auch teuer. Zmittag gab es wieder in einem Restaurant inmitten der Rebberge. Zur Feier des 1. Mai gab es Parillada (ist so
eine Tradition in Argentinien), dazu einen Wein von Laureano - Weltklasse! :-) Und wieder blieben wir etwas länger sitzen, machten uns anschliessend gemütlich auf den Rückweg nach Mendoza. Dolce
Vita in Argentinien! Nach einer weiteren Nacht bei Edu, Natalia und Familie hiess es schweren Herzens Abschied nehmen - es hat uns super gefallen hier!
Die Namen
Cerro Torre und Fitz Roy lassen die Herzen so einiger Bergsteiger höher schlagen. Natürlich lag eine Besteigung dieser alpinistischen Traumziele ausser Reichweite für uns, doch einen Blick auf die
Berge werfen, das wollten wir unbedingt. Noch in El Calafate deckten wir uns mit Essen für weitere vier Tage Trekking ein, bevor es mit dem Bus komfortabel los ging ins 220km entfernte El Chaltén. Es
muss noch ein anderes Abenteuer gewesen sein, als mein Vater vor über 30 Jahren per Motorrad im heutigen El Chaltén ankam. Damals gab es hier noch kein Dorf und die Strasse war noch eine
Schotterpiste. Heute ist El Chaltén eine Touristendestination á la Zermatt - auch die Preise lassen sich ohne weiteres vergleichen (oh du armes Budget;-)) Bevor wir aber in El Chaltén ankamen, da
kamen wir erst mal in den Genuss einer Aussicht, die einen Vergleich mit anderen Bergdestinationen nicht zu scheuen braucht. Hier stand er also, der Fitz Roy, Berg aus den kühnen Erzählungen meines
Vater. Kein Wölkchen trübte die Sicht auf diesen Granitgiganten. Wow!! Kaum in El Chaltén angekommen, konnte uns nichts mehr im Dorf halten. Wir stiegen erst zur Laguna Torres auf, dort wollten wir
die Nacht verbringen und einen Blick auf den Cerro Torre erhaschen. Es ging zuerst einmal bergauf und wir ächzten unter den schweren Rucksäcken - doch Training muss sein, sonst können wir in Peru
nicht mithalten mit der alten Garde. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, keine Spur von den harschen Witterungsverhältnissen, die ich aufgrund der Erzählungen erwartet hatte. Es ging
durch farbenprächtige Herbstwälder hoch zum See unterhalb des Cerro Torre. Doch der Gipfel des Cerro Torre war in ein Wolkenband gehüllt und wollte sich uns nicht zeigen. Stattdessen erfreuten wir
uns an zwei Huemul (eine einheimische Hirschspezies), die frech auf unserem Zeltplatz herum stolzierten. Am nächsten Morgen war der Cerro Torre immer noch in Wolken gehüllt, daher zogen wir weiter.
Vorbei ging es an türkisblauen Seen und durch moosige Wälder zu unserem nächsten Zeltplatz, in Sichtweite des Fitz
Roy. Unsere erste Erkundungstour führte uns zur Laguna Sucia, wo wir Kondore beobachtete und den Fitz Roy erstmals aus der Nähe und ohne Wolken sahen. Auch die Aussicht vom Zeltplatz Poincenot war
nicht schlecht - wir sahen von unseren Zelt direkt hoch zum Fitz Roy. Tag drei startete mit Regen und unser Zelt stellte sich als nur bedingt regentauglich heraus, am Morgen waren auf jeden Fall die
Schlafsäcke und die Mätteli ziemlich feucht. Zum Glück besserte sich das Wetter sehr bald und es erwartete uns der dritte sonnige Tag. Erst stiegen wir zur Lagune de los Tres hoch, von der man die
besten Ausblicke auf den Fitz Roy hat. Nach einer ausgedehnten Fotosession zogen wir noch weiter zur nächsten Laguna, zur Laguna Piedras Blancas. Der See liegt unter einem wilden Gletscher und es hat
riesige Bouldersteine, die zum Klettern einladen. Der Rückweg zum Zeltplatz war wieder unglaublich schön.....life is good to us! Am Morgen des vierten Tages wollte Stephan doch noch den perfekten
Sonnenaufgang erwischen, deshalb stiegen wir wieder zur Laguna de los Tres auf und wir wurden nicht enttäuscht, mussten dafür jedoch ziemlich frieren. Nach drei Nächten im Zelt ging es dann wieder
nach El Chaltén, aber unsere Erkundungen waren damit noch nicht beendet. Denn wir hätten es nicht geglaubt, aber es erwarteten uns nochmals zwei strahlend schöne Tage ohne Wölkchen am Himmel. Den
ersten dieser Prachtstage nutzten wir für eine ausgedehnte Wanderung zum Aussichtsberg Loma del Pliegue und dieses Mal sahen wir ihn ganz, den Cerro Torre. Was für ein Berg! Auch der weglose Abstieg
in Richtung Laguna Tore war schön und ziemlich unberührt. Zum Schluss fuhren wir am sechsten Tag noch zum Lago Desierto. Von hier aus könnte man die Grenze zu Chile zu Fuss in einem 2-3 tägigen
Trekking überqueren. Leider waren wir dafür zu spät dran. Schön war der See und der Ausflug dahin allemal. Als wir uns auf den Rückweg nach El Chaltén machten waren wir beide überzeugt, dass die
Region zu recht als Trekkingparadies Argentiniens bezeichnet wird. Und ja - die wilden Berge, die laden zum Träumen ein.....
Wir sind wieder zurück in Argentinien! Von Puerto Natales gings per Bus in 6h nach El Calafate, wo wir über
Air B&B für zwei Nächte ein Apartment gemietet haben - uns ist mal wieder nach selber kochen, vor allem haben wir Lust auf Gemüse! :-) El Calafate hat nicht viel zu bieten - eine
Touristenmeile, Cafe's und Restaurants - die Hauptattraktion ist der 80km entfernte Perito Moreno Gletscher, für den sind auch wir hier. Am Nachmittag des ersten Tages checkten wir die
verschiedenen Angebote ab. Ein Busticket hin und Zurück kostete stolze 30$ pro Person - wir entschieden uns daher, ein Auto zu mieten. Dies war dann nochmals teurer, doch so haben wir die
Flexibilität, wo immer gewünscht einen Fotostopp einzulegen. Zudem liegt unsere Bleibe ziemlich ausserhalb, und so ersparten wir uns den Fussweg nach Hause - so faul sind wir mittlerweile!
:-)
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Sonnenaufgang los. Am Ortsausgang nahmen wir ein Italienisches Päärchen
mit, welches am stöppeln war - wir verbesserten so unsere Ökobilanz. ;-) Die Stimmung am Morgen war gigantisch - das goldene, dürre Gras, die endlose Weite, die Seen. Wir genossen den Roadtrip.
Der Perito Moreno Gletscher war ebenfalls eindrücklich - 30km wälzt sich der Eisstrom talwärts und endet im Lago Argentino. Hier lässt sich das "Kalben" beobachten. Da der Gletscher sich pro Tag
1.4m vorwärts bewegt, kommt es regelmässig zu spektakulären Eisabbrüchen - wenn man Glück hat brechen Eisgebilde über die komplete Höhe der Eisfront (50-55m) ab was zu einer Flutwelle im Lago
Argentino führt. Wir warteten lange, am Schluss wurde aber unsere Hartnäckigkeit belohnt. Es ist wie einem Feuerwerk zuzuschauen, einfach genial!
Auf dem Rückweg besuchten wir noch das informative Gletschermuseum. Zuhause wurde nochmals gekocht und auf
unser zehnjähriges Jubiläum angestossen. Dann hiess es schon wieder packen - wir gehen morgen direkt auf ein Trekking für 3 Tage im 220km entfernten El Chalten - Fitz Roy, wir kommen!
Durchquert
man die Magellanstrasse erreicht man Feuerland, eine Insel am südlichsten Zipfel von Amerika. In dieser vom Wind gebeutelten Urlandschaft zeigt sich die Natur von ihrer wildesten aber auch schönsten
Seite. Die Insel ist aufgeteilt zwischen Chile und Argentinien, wobei der touristischste Ort, Ushuaia, zu Argentinien gehört. Wir haben Feuerland - oder zumindest einen winzig kleinen Teil davon -
von Ushuaia aus erkundet. Hier lebten wir bei Jack, einem ausgewanderten Holländer, und Martha, einer Antarktis-Reiseführerin. Die beiden versorgten uns mit wertvollen Tips bezüglich Wanderungen,
Sehenswürdigkeiten und sonstigen Aktivitäten. Nach einem ersten Mate (ein typisch argentinisches Teegetränk) und feinen Bizcochos in einen Hafencafé ging's am zweiten Tag in den Parque Nacional
Tierra del Fuego. Im Postbüro im Nationalpark liessen wir unsere Pässe stempeln (wir haben immer noch freie Seiten!) und wanderten anschliessend der Küste entlang bis zum Ende der Ruta Nacional Nr.
3. Der Anfang der Strasse liegt 3'079 km entfernt in Buenos Aires. Die Landschaft im Park wirkt ein wenig verwunschen, wie aus einem Fantasy-Film. Die Bäume, Büsche und Blumen sind dem harschen Kilma
angepasst - stämmig und klein. Am nächsten Tag gingen wir ins Valle Andorra, etwas ausserhalb von Ushuaia. Jack fuhr uns hin und begleitete uns ein wenig mit seinen Hunden. Nach der Überquerung einer
(leicht) baufälligen Brücke ging's an Biberdämmen vorbei, durch moosige Wälder hoch zur Laguna Encantada. Hier endete der Weg, aber wir stiegen noch weiter auf in Richtung Cerro Esfinge. Die Aussicht
war beeindruckend. Die Wälder zeigten sich uns bereits in den typischen Herbstfarben, entsprechend kalt war es dann auch. Der Wind pfiff uns um die Ohren und unsere Hände wurden klamm von der Kälte,
daher liessen wir den Gipfel links liegen uns stiegen so rasch wie möglich wieder ab. Zurück im Tal galt es eine weitere Herausforderung zu meistern. Der Rückweg nach Ushuaia führte an unzähligen
kläffenden Hunden vorbei, manche angebunden, manche nicht! Wir hatten wieder mal Glück - das erste Auto nahm uns mit und wir konnten uns einen Grossteil der Kläffer ersparen - Stephan fiel ein Stein
vom Herzen:-) Dann war es bereits wieder an der Zeit weiter zu ziehen, aber die Fotos von Feuerland wollen wir euch nicht vorenthalten.
Wir fühlten
uns auf Anhieb wohl in Buenos Aires. Man wähnt sich in einer italienischen oder spanischen Stadt - viele Cafes und Kneipen, Glacebuden, Kolonialbauten. Auch die Leute machen einen europäischen
Eindruck was nicht verwundert, da viele Spanier, Italiener, Franzosen, Deutsche und auch Schweizer nach Argentinien ausgewandert sind. Davon zeugen auch die Namen der verschiedenen
Geschäfte. Unsere
Unterkunft "Casa Palermo" lag ziemlich zentral und die Region ist bekannt für die guten Restaurants. Ausgehungert vom langen Flug gingen wir gleich gut Essen - und ja, das Fleisch in Argentinien ist
wirklich top! :-)
Am nächsten Morgen trafen wir Nicole und Marc mit Martina und Patrick. Zu viert reisen sie 2 Wochen durch Argentinien. Wir schlossen uns einen Tag in Buenos Aires an. Zu Fuss und mit Taxi
durchstreiften wir die Stadt - erst La Boca, das farbige Quartier in der Nähe des Hafens mit vielen Tangotänzern, dann das Stadion der Boca Juniors, weiter nach San Telmo. In einem Café auf der
Plaza Dorrego assen wir zu Mittag und schauten dabei passionierten Tangotänzern zu. Später wichen wir auf dem Weg ins Microcentro einer Demonstration aus und genemigten uns einen Apéro im Puerto
Madero, wo wir auch eine Calatrava Brücke bestaunten. Nach einem weiteren feinen Znacht im Palermo Quartier verabschiedeten wir uns mal wieder von Nicole und Marc, welche mit Martina und Patrick
nach Mendoza weiterreisen. Wir sind gespannt, wann und wo wir uns das nächste Mal treffen!:-) Vor unserem 17h Trip nach Iguazú besuchten wir die Kirche, wo Papst Franziskus vor seinem Engagement
in Rom wirkte.
Nach unserem "Ausflug" nach Iguazú hatten wir nochmals einen halben Tag in Buenos Aires. Da besuchten wir eine Hauptattraktion von Buenos Aires, el Cementario de la Recoleta. Und wirklich, auch
Nichtgruftis beeindruckt dieser Friedhof, wo die Creme de la Creme von Argentinien in Frieden ruht. Jedes Grab ist ein Mausoleum, Kapelle oder Kunstwerk. Kubikmeterweise wurde hier Marmor
verbaut, teilweise sind die Gräber mehrere Stockwerke hoch. Die Särge liegen meist unterirdisch in Grabkammern, viele Gräber sind über 100 Jahre alt. Das berühmteste Grab ist das von Evita
Perron, welches aber ziemlich schlicht ist im Vergleich zu andern. Am letzten Abend fanden wir nochmals ein sehr zu empfehlendes Restaurant - Las Pizzaras Bistro. Klein, gediegen und super
leckeres Essen - wow! Tja, eigentlich gäbe es noch viel in Buenos Aires zu entdecken, und eine Tangoshow haben wir auch nicht gesehen - ein Grund, zurückzukommen! :-)
Ein bisschen
verrückt mutete unser Unternehmen ja schon an, denn wer würde in der Schweiz schon 1'000 km im Bus (= 17h) zurücklegen, bloss um einen Wasserfall zu sehen. Wir haben es gemacht, und es hat sich
gelohnt. Denn der Wasserfall, den wir sahen, ist nicht irgendein Wasserfall, sondern einer der grössten, imposantesten und schönsten Wasserfälle der Welt - auf Spanisch las Cataratas del Iguazú. Er
liegt ganz im Norden von Argentinien, im Dschungel an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Hier stürzen unzählige Kubikmeter Wasser pro Sekunde auf einer Strecke von fast drei Kilometern in
die Tiefe. Ein wahres Meisterwerk der Natur! Wir kamen am
Donnerstag Morgen pünktlich
und ausgeschlafen (!!) mit unserem Bus in Puerto Iguazú an, luden unser Gepäck in unserem von einer argentinischen Familie mit kroatischen Wurzeln betriebenen Guesthouse ab und machten uns gleich auf
Erkundungstour. Zuerst stand die brasilianische Seite des Wasserfalls auf dem Programm. Stephan und ich freuten uns auf einen weiteren Stempel in unseren Pässen, wurden jedoch enttäuscht. Der
Busfahrer, der unsere Pässe nach dem Passieren der argentinischen Grenze einsammelte, gab sie uns ungestempelt zurück. Er meinte, die brasilianischen Grenzbeamten würden heute keine Stempel
verteilen, da wir uns ja nur tagsüber in Brasilien aufhalten würden. Pech gehabt! Wir genossen die super Ausblicke auf die Wasserfälle trotzdem, erfreuten uns ab den farbenprächtigen Schmetterlingen,
den putzigen Waschbären und liessen uns von der Gischt der Wasserfälle abkühlen. Das war ja schon mal nicht schlecht, der zweite Tag sollte jedoch noch besser werden. Zwischen unseren Besuchen der
Wasserfälle erlebten wir den Dschungel wie er eben so ist - NASS! Es goss wie aus Kübeln und das sozusagen ununterbrochen. Wir fanden ein gutes Restaurant und liessen uns verwöhnen...das Tagesbudget
haben wir inzwischen diskussionslos nach oben angepasst;-) Am
Freitag fiel
der letzte Regentropfen, als wir das Guesthouse verliessen. Die argentinische Seite der Fälle ist für mich fast noch faszinierender. Da wäre zum Beispiel die Garganta del Diablo (Teufelsrachen), eine
Plattform, von der man direkt in den wildesten Teil des Wasserfalls hinunterschaut....da tobt es gewaltig und die unbändige Kraft der Natur wir jedem einzelnen bewusst. Ausserdem verfügt die
argentinische Seite über verschiedene Pfade, die nahe an die Wasserfälle heranführen und einmalige Aussichten bieten. Wir werden die gewaltigen Ausblicke, das ständige Dröhnen der Fälle, die Gischt,
die Schmetterlinge und Waschbären rund um die Fälle sicher in guter Erinnerung behalten und hoffen, dass Euch unsere Bilder auch ein wenig 'gluschtig' machen.