Nepal - die Expedition

Ama Dablam, 6814m, 7.11. - 21.11.14

Die Ama Dablam war eine Männerangelegenheit. Toni und ich versuchten diesen wunderschönen Berg bereits letztes Jahr zu erklimmen, scheiterte jedoch am vielen Schnee am Mushroom Ridge. Dieses Jahr waren super Bedingungen am Mushroom Ridge, der Serac rechts des Hängegletschers bereitete den Basecamp Einwohnern jedoch Kopfzerbrechen. Vor zwei Wochen gab es einen Unfall, wo eine Seilschaft von fallendem Eis getroffen wurde. Anschliessend wagte sich niemand mehr die letzte Passage den Berg hoch. Den ersten Tag verbrachten wir im Basecamp und versuchten in Erfahrung zu bringen, wie die Situation ist. Ein Fernrohr half wesentlich, eine erste Einschätzung des Seracs zu bekommen. Es rumpelte manchmal in der Nacht, es schien jedoch, das die gröbsten Eisbrocken bereits unten waren. Das Wetter war top, so entschieden wir uns, am zweiten Tag ins Camp 1 auf 5800m aufzusteigen. Wir hatten Food und Gas dabei für 3 Tage. Der Aufstieg dauerte 5h und war recht Kräfte raubend. Das Camp 1 sah aus wie eine Ansammlung von farbigen Schwalbennestern - zu dritt bezogen wir unser Zelt, auf einer Trockensteinmauer, welche ziemlich Löcher aufwies. Entsprechend unbequem war die erste Nacht, auf unseren Campingmatten fühlten wir uns wie in Schalensitzen. Am nächsten Morgen trafen wir im Camp 1 Maurizio Folini, Helipilot bei Heli Bernina und Fishtail Air. Schon letztes Jahr sahen wir uns im Basecamp der Ama Dablam. Maurizio war gestern auf dem Gipfel und hat die Fixseile im Bereich des Seracs neu verankert - der erste Gipfelgang seit dem Unfall vor zwei Wochen. Maurizio schilderte uns die Situation, wir fassten Mut. Am ersten Tag im Camp 1 checkten wir die Kletterei aus in Richtung Camp 2. Die Route war super versichert, die Fixseile waren in Ordnung. Es festigte sich der Plan, am nächsten Tag direkt vom Camp1 zum Gipfel zu starten und anschliessend zurück ins Camp 1 abzusteigen. Ein langer Tag, dafür werden wir leicht und somit schnell unterwegs sein. Am "Summit Day" klingelte um 3:00 der Wecker. Wir brauchten eine Stunde, um Schnee zu schmelzen, Flaschen zu füllen und den Freeze Dried Zmorgen herunter zu würgen. Dann gings los, im Mondschein kletterten wir zwei Stunden zum Camp 2, dem Adlerhorst. Da ging die Sonne auf, eine Wahnsinnstimmung rund um uns. Von da ging es weiter in steilem Eis und Firn - Grey Tower, Mushroom Ridge und weiter zum Camp 3 auf 6400m. Um 9:00 trafen wir da ein und inspizierten den Serac. "Go for it!" war der Kommentar von Toni und Albin. Wir stärkten uns mit Tee und Riegel und legten los. Wir waren schnell unterwegs, nach 45min waren wir aus der gefährlichen Zone. Der Blick hinter den kritischen Serac war nicht beruhigend, eine riesige Spalte klaffte da, der Serac schien an 5 alten Fixseilen zu hängen. Weiter ging es das Firnfeld hoch zum Gipfel - der Grat zog sich in die Länge, 1.5h waren wir unterwegs in 40 Grad steilem Firn, spektakulär. Um 11:30 standen wir alle auf dem Gipfel, ein super Moment. Der erste 6000er ohne Kopfschmerzen, Akklimatisation am Baruntse sei Dank! Zurück gings schneller, unzählige Abseillängen später erreichte ich um 16:00 das Zelt. Wir alle waren ziemlich kaputt, aber happy. What a day! Am heutigen Tag war neben uns noch ein Pole auf dem Gipfel. Der Sturm auf den Gipfel, wie er von vielen wegen dem guten Wetter angekündigt war, blieb somit aus. Nach einer weiteren Nacht in Camp 1 stiegen wir wieder ab in Base Camp wo wir bereits auf halbem Weg von Anis, unserem Koch mit Hot Juice und Guetzli empfangen wurden. Das ganze Base Camp hat unser Werken an der Ama Dablam beobachtet und mit uns mitgefiebert. Sogar Ursina und Daria haben uns von ihrem Trek aus auf dem Gipfel ausgemacht!:-) Somit haben wir die Mission am dritten Gipfel in nur einer Woche abgeschlossen dank guter Akklimatisation und Wetterglück. Nach einem Rasttag im Basecamp ging es raus nach Namche Bazar, weiter nach Lukla und Kathmandu wo wir nun noch ein paar Tage für Sightseeing zur Verfügung haben.

Frauenprogramm - Gokyo Rundtour, 9.11.- 15.11.14

Nach so vielen Tagen im Schnee und Eis hatten wir Frauen erst mal genug von den Bergen und dem doch etwas eintönigen Basecamp-Leben. Während sich die Jungs ins nächste Bergabenteuer stürzten, wollten wir uns mal eines der berühmten Trekkingziele in Nepal anschauen. Zuerst gab es aber in Pangboche in unserer Lodge bei Didi Goldzahn (Didi = ältere Schwester) einen Nepali Abend in der rauchigen Küche zusammen mit der schüchternen Haushaltsgehilfin, Sunita, und zwei weiteren nepalischen Expeditionsköchen. Es wurde fleissig Chang (nepalesisches Bier) ausgeschenkt und dazu von den Nepalis ein Berg Tsampa mit einer Art Buttersauce verspiesen. Wir genossen die authentische Atmosphäre, die wir sonst während der Expedition noch nicht erleben durften. Am nächsten Tag schulterten wir unsere schweren Rucksäcke und machten uns von Pangboche auf den Weg in Richtung Gokyo. Zuerst gings in ziemlichem auf und ab auf einem Höhenweg nach Phortse, dem Eingangsort ins Dudh Kashi Tal. Es folgte ein steiler Aufstieg nach Thore. Wir verfluchten bald unser schweres Gepäck und wünschten uns einen Porter herbei, vergebens! Gegen späteren Nachmittag kam uns kurz vor Thore unsere Gastgeberin für die nächste Nacht entgegen. Eigentlich wollte Didi ihre Yaks für die Nacht eintreiben, doch dann nutzte sie die seltene Gelegenheit und lud uns in ihre Lodge ein. Die Yak Didi, die Jüngste von fünf Schwestern, erzählte uns dann am Abend bei köstlichen Käse-Kartoffeln in der kleinen aber heimelig warmen Gaststube von ihrem Leben. Bereits mit 14 Jahren fing sie an als Trägerin für Everest Expeditionen zu arbeiten - 30 und mehr Kilogramm schleppte sie für Bergsteiger das Tal hoch. Zur Schule konnte sie von da an nicht mehr, lernte aber durch den Kontakt mit Ausländern schnell ein wenig Englisch. Heute führt sie auf 4300 Metern eine kleine Lodge wo kaum je Touristen vorbeischauen und kümmert sich daneben um ihre 17 Yaks und ihre altersschwache Mutter. Am nächsten Morgen gingen wir weiter, vorbei an Alpen, die auch bei uns im Bergell hätten stehen können, wären da nicht die Mauern mit Mani-Steinen gewesen. Wir trafen bis zum Mittag, als wir in die Hauptroute einbogen, keine Menschenseele. Danach gings an zwei türkisfarbenen Seen vorbei nach Gokyo, einer richtigen Retortensiedlung. Komplett auf den Tourismus ausgerichtet besteht das Dorf ausschliesslich aus Lodges. Nichtsdestotrotz besticht die Siedlung durch die schöne Lage am See und die abwechslungsreiche Umgebung. Am Morgen des dritten Tages bestiegen wir den Gokyo Ri, einen Aussichtspunkt über Gokyo mit super Sicht auf die 8000er Cho Oyu, Everest, Lhotse und Makalu aber auch auf die Seen- und Gletscherlandschaft von Gokyo. Den Gletscher mussten wir am Nachmittag dann überqueren um zu unserem Etappenziel Tagnang zu gelangen. Wir erwischten leider nicht den neuen, richtigen Weg, sondern kämpften uns während rund drei Stunden über Gletschermoränen in einem richtigen Seenlabyrinth. Schlussendlich schafften wir es doch noch, drei nasse Schuhe waren der Preis dafür. Von Tagnang aus gings am vierten Tag hoch zum Cho La Pass (5420m) einem der höchsten Trekkingpässen in der Region. Dank unserer guten Akklimatisation überholten wir trotz grossen Rucksäcken kontinuierlich und ernteten auch manche bewundernde Blicke von den Guides der anderen Gruppen:-) Auf dem Pass wars windstill, der perfekte Tag. Man hatte sogar super Sicht zum Baruntse. Im Abstieg hatten wir dann immer die Ama Dablam vor den Augen und konnten unseren Jungs beinahe bei ihrem Gipfelsturm zuschauen. Die letzte Nacht verbrachten wir dann in Dulgha, einem Ort an der Everest Basecamp Hauptroute, bevor es uns wieder zurück zu Didi Goldzahn nach Pangboche zog. Didi Goldzahn war jedoch ausgeflogen nach Namche Bazaar um Einkäufe zu erledigen und so bewirtete uns am Abend ihre Schwägerin. Die Fried Noodles mit Gemüse und Nak-Käse (Yakkäse gibt es nämlich nicht - die Yaks sind die männlichen Tiere:-)) waren nichtsdestotrotz super und wir genossen einen weiteren Abend nur unter Frauen. 

Baruntse, 7152m, 24.10. - 6.11.14

Nach dem Mera Peak, welches doch ein sehr populärer Berg unter Trekkern ist, freute ich mich auf einen einsameren Gipfel. In zwei Tagen ging es von Kongma Dingma durch das schöne und wilde Honku Tal zum Baruntse Basislager auf 5400m. Doch auch hier waren wir nicht alleine. Um das Basecamp-Seelein hatten sich schon eine Handvoll weitere Expeditionen angesammelt. Unsere Mannschaft suchte sich einen schönen Platz direkt am See aus, wo wir es uns gemütlich machten. Während wir unsere Zeltplätze freischaufelten (....mit tatkräftiger Hilfe von Siddhi), stellte die Mannschaft das Küchen-, das Ess-, das Toiletten- und das Duschzelt auf. Im Esszelt wurde sogar ein Heizstrahler montiert - keine Spur von Strapazen! :-) Am nächsten Morgen gab es eine ausgiebige Puja, ein buddhistisches Ritual um die Götter wohlwollend für dem Gipfelsturm zu stimmen. Der Abschluss bildete ein Schluck Khukri Rum und ein Bier, die guten Vorsätze für den Nachmittag waren dahin! Danach hiess es erste Pläne für die Besteigung zu schmieden. Wir hatten nun rund 10 Tage Zeit und die galt es vernünftig einzusetzen. Insbesondere hatten wir einiges an Material, welches in die beiden Hochlager hochgetragen werden musste und auch die Akklimatisation mussten wir weiter im Auge behalten. Wir entschieden uns vorerst zu einem Carry ins Camp 1 auf 6150m mit Übernachtung. Siddhi eilte uns am Folgetag mit den Zelten fürs Camp 1 voraus. Wir hatten unsere Rucksäcke auch mit viel Material (Zelte fürs Camp 2, Gaskartuschen, Esswaren, Seile etc.) gefüllt und brauchten eine halbe Ewigkeit bis ins Camp 1. Toni begleitete uns bis zum Westcol Wandfuss, kämpfte jedoch zusätzlich zum schweren Gepäck mit einer Erkältung und ging darum zurück ins Basislager. Der Westcol, eine steile Passage mit Fixseilen, zog sich in die Länge und ich war nudelfertig als ich endlich oben war. Hier kam uns auch schon Siddhi entgegen, er hatte die Zelte für uns aufgestellt, wollte aber lieber im Basislager übernachten und noch was Richtiges (= Dhal Bhat) essen. Eine weise Entscheidung, die wir nach unseren Erfahrungen mit Freeze Dried Food (= gefriergetrocknete Bergsteigernahrung) gut nachvollziehen können. Die erste Nacht im Camp 1 wurde von einer wunderschönen Abendstimmung eingeläutet, der Makalu ging sozusagen in Flammen auf. Danach wurde es richtig kalt und wir verkrochen uns gleich nach dem Abendessen, Freeze Dried Nasi Goreng (bähh....) in die Schlafsäcke. Am nächsten Morgen machte sich bei einigen von uns, auch bei Stephan, die Höhe bemerkbar und wir stiegen daher wieder ins Basislager ab. Bernhard stieg ins Camp 2 auf um sich weiter zu akklimatisieren, Siddhi stand daher um 11 Uhr wieder auf der Matte um Material ins Camp 2 zu bringen. Der Wind hatte aufgefrischt und sollte uns von nun an einige Probleme bereiten. Wieder im Basislager angekommen fingen wir an konkrete Gipfelsturmpläne aufzustellen. Nach Besprechung mit Siddhi und Abklärungen mit Meteotest, kristallisierte sich der 4. November als optimaler Gipfeltag heraus. An diesem Tag sollte der Wind, der Jetstream, abnehmen und eine Besteigung möglich machen. Bis dahin hatten wir noch einige Tage Zeit um Kräfte zu sammeln und weiteres Material hochzutragen. Unglücklicherweise überlebte eines unserer Zelte im Camp 1 den Sturm nicht, ein Sherpakollege von Siddhi sah dies, fixierte das Zelt neu und sicherte unser Material - Glück gehabt! Am nächsten Tag stieg Siddhi nochmals ins Camp 1 und 2 auf, um nach dem Rechten zu sehen. Am 2. November war es endlich soweit, ab nun galt es ernst! Ich freute mich, dass meine Eltern trotz Erkältung mit ins Camp 1 aufstiegen. Unterhalb des Westcols hatten wir ein Materiallager eingerichtet und so konnten wir die ersten 3.5 Stunden mit relativ leichten Rucksäcken in Angriff nehmen. Den Westcol hoch hatte ich dann einen zu schweren Rucksack - Stephan half mir bei den letzten Höhenmetern. Siddhi war uns wieder vorausgeeilt, hatte zwei weitere Zelte hochgeschleppt und aufgestellt. Das vom Wind zerstörte Zelt wurde ersetzt und ein drittes aufgestellt. Während wir Expeditionsteilnehmer uns ans Kochen machten stieg der bärenstarke Siddhi wieder ins Basislager ab um sich noch ein letztes Mal vor dem Gipfelsturm mit Dhal Bhat zu stärken. Am nächsten Tag galt es lediglich rund 300 Höhenmeter zu bezwingen. Über den steilen, aber gut eingeschneiten Gletscher ging es hoch ins Camp 2. Der Wind pfiff uns so richtig um die Ohren und raubte mir manchmal beinahe das Gleichgewicht. Meine Eltern kamen auch noch ein Stück weit mit in Richtung Camp 2, kehrten dann aber aufgrund der hartnäckigen Erkältung um. Im Camp 2 erwartete uns eine böse Überraschung! Albins Zelt, welches Siddhi und Bernhard hier aufgestellt hatten, war ebenfalls vom Sturm und Triebschnee zerstört worden. Das hatte eine sehr kuschelige Nacht für Albin, Benedikt, Bernhard und Siddhi zur Folge, die sich jetzt zu viert ein 3er Zelt teilen mussten. Stephan und ich hatten glücklicherweise unser bewährtes ebenfalls kuschelig enge Ueli Steck Zelt dabei! :-) Bereits am Abend machte sich bei Stephan die Höhe in Form von Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit bemerkbar - kein gutes Vorzeichen. Als um 3 Uhr der Wecker klingelte und wir langsam aufstehen sollten ging es Stephan gar nicht gut, der Gipfel ausser Reichweite. Auch Benedikt kämpfte mit Kopfschmerzen, Albin machte in der Nacht gar einen Fieberschub durch. Ich fühlte mich gut, wusste aber nicht ob ich ohne Stephan den Gipfel überhaupt in Angriff nehmen wollte. Nach einigen Ermunterungen und einer morgendlichen Trockenfrüchtestärkung stand ich dann doch bereit um mit Siddhi und Bernhard den Gipfelsturm zu wagen. Wir waren die Letzten, die vom Hochlager starteten und Siddhi schlug zu Beginn ein hohes Tempo an um die anderen Expeditionen aufzuholen. Am Fixseil ging es auf dem Bergrücken hoch in Richtung Gipfel. Bald hatten wir die Anderen aufgeholt und ich kam endlich (Stau sei Dank;-)) dazu das atemberaubende Panorama zu bestaunen. Von nun an wurde die Route steiler und ausgesetzter und folgte dem verwächteten Grat. Gegen 10 Uhr hatten wir die Sherpas aufgeholt, welche für die grosse amerikanische Expedition (Summit Climb) die Fixseile verlegten. Ab diesem Zeitpunkt war die grösste Herausforderung meine Füsse und Hände einigermassen warm zu halten, denn es ging nun sehr zögerlich vorwärts. Glücklicherweise war der Wind wie vorhergesagt sehr schwach. Siddhi half tatkräftig mit beim Fixieren der Seile und nachdem einem der Sherpas der Rucksack durch ein Missgeschick den Berg runter gefallen war, kam sogar noch unser mitgebrachtes Fixseil zum Zug. Kurz nach 13 Uhr standen wir auf dem Gipfel - ein tolles Gefühl! Ich fühlte mich nach wie vor gut, keine Spur von Kopfschmerzen oder anderen Höhenkrankheiten. Wir genossen die super Aussicht und das "milde" Klima.  Der Abstieg war dann eine kurze Sache, Abseilen mussten wir lediglich zwei Mal, die restliche Strecke klinkten wir uns bloss mit dem Karabiner ("Sherpa-Style") im Fixseil ein und sparten so ziemlich Zeit. Zurück im Camp 2 eine positive Überraschung - Stephan erwartete uns mit warmem Tee und hatte bereits mit dem Zeltabbau begonnen. Bernhard, Stephan und ich stiegen am späten Nachmittag ins Camp 1 ab, Siddhi machte sich noch schwer bepackt auf den Weg ins Basislager - er freute sich auf Dhal Bhat. Ich war ziemlich geknüttelt und froh, dass ich gut von Stephan umsorgt wurde. Am nächsten Tag hiess es Camp1 abbauen und absteigen ins Basislager. Kurz nach dem Westcol kam uns auch schon Surendra, unser Koch, mit frischem Juice und Pringles entgegen - ein richtiger Gaumenschmaus nach drei Tagen Freeze Dried Food! Meinen Rucksack nahm Surendra auch gleich mit - das ist ja mal ein Service! ;-) Im Basislager war nach dem Feiern des Gipfelerfolgs wieder die Zeit zum Packen und Abschied nehmen gekommen. Die Küchencrew ging vom Baruntse den selben Weg zurück nach Lukla, wir gingen weiter ins Khumbu Tal. Mit einer 12-stündigen Wanderung, zum Schluss im Mondlicht, vom Baruntse Basislager über den Amphulapcha Pass nach Chukkung beendeten wir unser Baruntse Abenteuer standesgemäss - STRAPAZI!

Mera Peak, 6476m, 15.10. - 24.10.14

Gestern schiffte es den ganzen Tag wie aus Kübeln in Kathmandu, daher glaubte keiner so recht, dass unser Flug nach Lukla statt findet. Doch siehe da, der Flugbetrieb nach Lukla begann und es klarte auch in Kathmandu auf. Wir mussten uns zwar etwas gedulden - waren wir doch um 6:30 am Flughafen und um 12:15 durfte unser Flieger endlich starten. Die 45min nach Lukla waren spektakulär - ein paar Wolkentürme wurden gekonnt umflogen und schon bald ging es runter auf die Landepiste, welcher einer Bergstrasse Konkurrenz macht mit ca. 10% Gefälle. Der Pilot hatte alles im Griff, und so standen wir in Lukla und trekten bald los. Es ging erst nach Chutanga (3500m) wo wir in einer Lodge übernachteten. Am nächsten Tag ging es bereits über den ersten Pass, den 4610m hohen Zatrwa La. Die nächste Lodge war dann auf über 4100m, Kopfschmerzen waren da vorprogrammiert.:-) Zum Glück gings dann nochmals runter ins Tal, von wo es dann jedoch Tag für Tag weiter in die Höhe ging. Uns folgte ein Tross von ca. 45 Leuten - Sirdar Siddih, Koch Surendra, viele Küchengehilfen, welche die ganzen Küchenutensilien schleppten und noch mehr Träger welche unser Gepäck, die Zelte und den ganzen Food transportierten. Wahnsinn! Viele von den Trägern beförderten Double Loads, was 60 kg entspricht (und manchmal deren eigenes Körpergewicht übertrifft). Tiefster Respekt vor dieser Leistung! In Khare Camp (4900m) legten wir den ersten Rasttag ein. Die halbe Gruppe zeigte Anzeichen von Höhenkrankheit (Benedikt, Urs und ich), Albin hatte Fieber - daher entschlossen wir uns, die Gruppe zu splitten. Ursina, Toni, Daria, Bernhard und ein Teil der Küchencrew gingen weiter zum Mera Pass, blieben da eine Nacht. Dann gings ins Hochlager und von da zum Gipfel und zurück zum Mera Pass. Die angeschlagene Gruppe B blieb zwei weitere Nächte in Khare Camp, und stieg anschliessend ebenfalls zum Mera Pass auf, wo wir die Gipfelstürmer wieder trafen. Um das Expeditionsprogram nicht zu fest aus den Fugen zu werfen, entschlossen wir uns am nächsten Tag direkt vom Pass auf den Gipfel zu steigen und anschliessend bis zum nächsten Camp im Honku Tal abzusteigen - eine lange Tour, aber Benedikt, Albin und meine Wenigkeit fühlten sich fit, Urs hatte immer noch Höhenkrankheitssympthome und wollte einfach aufsteigen soweit es geht. Um 4Uhr gings los, es war ziemlich kalt aber kurz nach sechs Uhr passierten wir das Hochlager und schon bald ging die Sonne auf. Es war schlicht spektakulär, rund um uns die 8000er Everest, Lhotse, Cho Oyu, Makalu und etwas weiter entfernt Kanchenzönga. Natürlich sahen wir auch Baruntse, unser nächstes Ziel. Die Weg zum Gipfel zog sich hin, die Höhe machte sich bemerkbar - man braucht mehr Pausen, jeder Schritt wird anstrengend. Aber um 9:15 hatten wirs geschafft und standen auf dem Gipfel. 6476m, eine neue Höhenbestmarke für alle von uns, aber nur so hoch wie Camp 2 am Baruntse - da müssen wir uns wohl noch weiter akklimatisieren! Wir schossen unzählige Gipfelfotos, natürlich auch mit unserem Expeditionswimpel, welchen wir in Kathmandu sticken liessen!:-) Runter gings dann schnell, um 11:30 waren wir wieder auf der Passhöhe, gegen 15:00 traffen wir im nächsten Camp ein - wir waren wieder vereint. Baruntse, wir kommen!