Trujillo, 1.7.-3.7.15

Von Huaraz aus fuhren wir mit dem Bus runter an die Küste. Die Fahrt in Richtung Casma, ein Dorf an der peruanischen Pazifikküste, war wieder einmal atemberaubend schön. Erst ging es von Huaraz mit Sicht auf die verschneiten Berge der Cordillera Blanca hoch zu einem Pass. Nach der Passhöhe fuhren wir nur noch bergab. Erst ging es durch kleinere Dörfer, in denen die Bauern in mühseliger Handarbeit die Felder an den steilen Flanken bewirtschafteten. Hier wurden vor allem Mais, Quinua, Kartoffeln und Gemüse angepflanzt. Weiter unten im Tal passierten wir riesige Obstplantagen und die Landschaft veränderte sich zunehmend hin zu einer Wüste. Kaum an der Küste angelangt prägten Sanddünen das Bild. Die Küste im Norden von Peru ist sehr trocken, einzig dank den Flüssen aus den Bergen ist dieses Gebiet trotzdem sehr fruchtbar. Gegen Abend trafen wir komplett verschwitzt in Trujillo ein. Die Klimaanlage im Bus war ausgestiegen und wir fühlten uns wie in einer Sauna. In Trujillo angekommen konnten wir endlich die Jeans gegen kurze Hosen und die Turnschuhe gegen Sandalen austauschen. Wir schlenderten durch die Stadt, vorbei an den Kolonialbauten im Zentrum, dem blitzblank geputzten Hauptplatz und genossen die frische Meeresbrise. Unseren Menuplan stellten wir nun auch wieder auf peruanisches Essen um - anstatt Kartoffelstock, Pasta und Pizzas gab es wieder Ceviches, Papas a la Huancaína, Causas, Lomo Saltado, Anticucho, frischen Fisch und Meeresfrüchte. Peru hat kulinarisch nämlich definitiv mehr zu bieten als andere südamerikanische Länder. Den ersten Tag in Trujillo liessen wir ruhig angehen, erledigten Pendenzen (...ja, die gibt es auch auf Reisen:-)) und bereiteten uns auf die Galapagos vor. Dann am zweiten Tag hüpften wir in einen Collectivo (Kleinbus) und fuhren in den Küstenort Huanchaco. Abgesehen von ein paar hartgesottenen Surfer, die sich im Meer tummelten, war der Strand ziemlich verlassen und auch das Meer lud nicht wirklich zum Baden ein. Die Hauptattraktion in Huanchaco ist denn auch nicht der Strand sondern die Fischer, die noch wie vor hunderten von Jahren spezielle Schilfboote zum Fischen verwenden. Morgens und abends paddeln die Fischer raus zu ihren Netzen. Den Rest des Tages trocknen die Boote am Strand und geben auch da ein gutes Fotosujet ab. Nach Huanchaco besuchten wir eine der Hauptattraktionen der Region - Chan Chan. Chan Chan ist die grösste Pre-Kolumbianische Stätte des Kontinents und die grösste Lehmstadt der Welt. Während der Blütezeit des Chimú Imperiums (um 1200 n.Chr.) lebten über 60'000 Personen in dieser Stadt und die Tempel enthielten grosse Gold- und Silberschätze. Die Schätze verschwanden mit den Spaniern und heute kann man bloss noch erahnen welche Dimension diese Stadt einst mal hatte. Die Stadt bestand aus zehn mit Mauern umgebenen Adelsquartieren, verschiedenen Tempeln, Wasserlöchern und Gräbern. Wir besuchten den Tschudi-Komplex, der teilweise rekonstruiert wurde und liessen uns die Anlage von einem Führer erklären. Mir gefielen vor allem die Verzierungen der Tempel, die auf eine enge Verbindung mit dem Meer hindeuten. Ausserdem beteten die Chimú nicht die Sonne sondern den Mond an, weshalb die Tempel jeweils keine Dächer hatten. Vieles über die Kultur der Chimú bleibt jedoch ungeklärt und lässt Raum für Spekulationen und Interpretationen. Wir fuhren nach dem Besuch von Chan Chan zurück in die Stadt, packten einmal mehr unsere Sachen und machten uns auf in Richtung Ecuador. Nach 18h im Bus sollten wir dann endlich in Guayaquil ankommen - voraussichtlich unserer letzte lange Busreise! 

Nevado Pisco (5734m), 29.6. - 30.6.15

Wir waren zwei Tage früher als erwartet vom Huantsan zurück gekommen, daher lag noch eine kleine Bergtour zum Abschluss unseres Aufenthalts drin. Wir wägten die verschiedenen Optionen ab. Am Chopicalqui, einer etwas längeren Tour, ist diese Saison noch niemand auf den Gipfel gekommen - wir strichen den Berg daher von unserer Liste. Am Huascaran oder an den Huandoy's bräuchten wir 3 Tage, welche wir nicht mehr haben. Es blieb nur noch der vielbesuchte Aussichtsberg Pisco, von welchem man eine gute Aussicht auf die Prominez in der Cordillera Blanca haben soll. Wir packten all unsere übrig gebliebenen Essensbestände und versuchten diesmal, uns aufs Nötigste zu beschränken - das Wetter war gut und wir hatten nur eine Nacht im Zelt vor uns. Wir nahmen daher nur Toni's Sumitomo Zelt mit. Nach einem gemütlichen Zmorgen bei Zarela gings mit einem Toyota Corolla zum Ausgangspunkt, einer Haarnadelkurve der Passstrasse. Wir schulterten unsere Rucksäcke und wanderten los Richtung Basecamp. Erst dachten wir, wir steigen direkt zum Morainecamp auf 4900m auf - wir trafen jedoch beim Mittagshalt zwei Schweizer auf dem Abstieg und die meinten, sie hätten vom Basecamp lediglich 2h gebraucht zum Gletscherbeginn und von da 3h auf den Gipfel - die Tour ist somit gut direkt vom Basecamp machbar und wir können uns so etwas Schlepperei ersparen. Zudem hat es im Basecamp eine Quelle und gute Zeltplätze. Nach zwei Stunden Aufstieg stellten wir darum bereits unser Zelt auf, badeten die Füsse und kochten Suppe und Stocki. Toni strahlte über beide Ohren, Stocki ist nämlich sein Lieblingsgericht! ;-) Abends zu dritt im Zelt wurde es etwas eng, aber mit offenem Zelt und Blick zum Mond liess es sich ganz gut schlafen. Morgens um 2:30 hiess es aufstehen - nach Zmorgen und Kaffee gings im Licht der Stirnlampen los auf die erste Moräne. Um zum Gletscher zu gelangen, mussten wir verschiedene Moränen überqueren. Der Abstieg ins Labyrinth der Moränen war nichts für schwache Nerven. Sand so fein wie Mehl, grosse Steinbrocken, welche man sich kaum zu berühren getraute weil sie so wacklig im Steilhang standen. Wir blieben dicht beisammen, so dass wir uns nicht gegenseitig mit Steinen bewarfen. Kurz verloren wir den Weg, fanden ihn aber bald darauf wieder. Etwas nach 5 Uhr erreichten wir den Gletscher und mit Seil und Steigeisen ging es weiter - die Spur auf dem Gletscher glich einer Autobahn, obwohl wir bis hierhin alleine unterwegs waren. Es war ein perfekter Tag - kaum ein Windstoss, keine Wolken am Himmel und angenehme Temperaturen. Um uns begann das Gipfelleuchten, und in immer kürzeren Abständen gab es Fotostops. Da wurde zuerst Ursina ungeduldig und beschwerte sich lautstark. Toni ärgerte sich, band sich kurzerhand vom Seil los und machte sich alleine auf den Weg zum Gipfel - der erste "Toni Sour" auf dem Pisco! ;-) Nach der gemeinsamen Gipfelschoggi beruhigten sich die Gemüter wieder. Bei der Aussicht kann man ja auch nicht anders. Vom Pisco aus sieht der Artesonraju echt wie eine perfekte Pyramide aus, die Huandoy's stehen wild da und auch der Huascaran erscheint mächtig. Etwas weiter entfernt sahen wir Alpamayo und Quitaraju - wo wir vor 2 Wochen waren. Wir genossen den Blick rund um uns herum, bevor wir wieder abstiegen. Mitten in den Moränen hatte ich noch einen kurzen Schreckmoment. Ich rutschte aus und versuchte mich aufzufangen. Sofort merkte ich, dass etwas mit meinem Finger nicht mehr stimmte - er stand in einem komischen Winkel ab, und der Wanderstock war auch gebrochen. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen - offenbar war der Finger nur ausgerenkt. Ich versuchte zuerst selber, durch ziehen den Finger wieder in die Normalposition zu bringen, doch ich traute mich nicht mit voller Konsequenz zu reissen. Ich schluckte Schmerzmittel und dann hielt Toni den Finger fest und ich zog nochmals - knack - und drin war er. Wir alle waren erleichtert, mit einem Verband fixierten wir den Ringfinger zwischen Kleinem - und Mittelfinger. Ich bekam Ursinas Stock und weiter gings über die Moränen. Im Basecamp gabs die letzte Suppe, und dann stiegen wir ab zu unserem Taxi, welches bereits wartete. Im Chilli Heaven liessen wir unser Klettermonat in Huaraz ausklingen - es war genial, mit Toni, Ueli, Albin und Jeanette hier unterwegs zu sein, danke euch allen!!!! :-)

Nevado Huantsán - Grenzen in der Cordillera Blanca (23.6.-27.6.15)

Unser dritter Ausflug in die Cordillera Blanca galt dem Nevado Huantsán (6395m), dem zweithöchsten Gipfel der Region. Dass dieser Gipfel kein Kinderspiel werden würde, wurde uns spätestens klar als wir den Beschrieb der Route lasen. Bloss rund ein Dutzend Bergsteiger haben den Gipfel, dieses als schwierig geltenden Berges, bisher erfolgreich bezwungen. Würden wir uns am Ende auch zu diesen Bergsteigern zählen können oder wie viele vorhin scheitern? Einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Schwer beladen starteten wir zu fünft - Albin, Jeanette, Toni, Stephan und ich - zu unserem nächsten Abenteuer. Aufgrund eines Missverständnisses während der Organisation mussten wir das Gepäck (Kletter- und Gletschermaterial, Essen für sieben Tage, Zelte etc.) bereits von Beginn an selbst schleppen. Das bedeutete für uns alle Rucksäcke von 25kg+, was in etwa einem einfachen Porter-Load in Nepal entspricht. Wir ächzten unter den schweren Rucksäcken und nur langsam ging es rein in die Quebrada Shallap, ein Tal rund eine Stunde Fahrzeit von Huaraz entfernt. Bei der Laguna Shallap, einem grün leuchtenden Bergsee, richteten wir unser erstes Nachtlager ein. Beim Entspannen und Vorbereiten am Nachmittag drehten sich die Gespräche um den bevorstehenden Aufstieg und um Möglichkeiten das Gewicht etwas zu reduzieren. Ein zufällig anwesender irischer Wanderer meinte zu unserem Plan bloss: "You guys are crazy, but I'm loving it!!":-) Toni zog los auf Erkundungstour und machte den Aufstiegsweg zum nächsten Lager ausfindig, was uns am nächsten Morgen das Leben deutlich erleichterte. So mussten wir wenigstens nicht mit schwerem Gepäck durch die Sträucher irren auf der Suche nach der richtigen Spur. Auf Tierpfaden ging es steil hinauf zur Gletschermoräne. In einem kleinen Tal hinter der Gletschermoräne richteten wir unser zweites Lager (Morraine Camp) auf rund 4750m ein. Nun galt es langsam ernst. Die dritte Tagesetappe würde über einen zerrissenen Gletscher hoch zum ersten Hochlager auf 5500m führen. Wir erkundeten den Aufstieg zum Gletscher, während Toni noch einen Teil seines Klettermaterials holen musste, welchen er aus Gewichtsgründen weiter unten gelassen hatte. Am dritten Tag ging es dann in der Morgendämmerung bereits wieder weiter in die Höhe. Toni fand souverän einen Weg durch den zerklüfteten Gletscher und führte uns sicher ins erste Hochlager. Zum Glück waren wir früh am Morgen losgezogen, denn einige der Schneebrücken, die wir überqueren mussten sahen nicht besonders vertrauenserweckend aus und hätten wohl bei weicheren Schneeverhältnissen unserem Gewicht nicht standgehalten. Im Hochlager angekommen hatten wir den ganzen Nachmittag Zeit die Route für den nächsten Tag zu studieren. Über den Nordwest-Grat wollten wir zum Vorgipfel und zum Huantsán Norte (6113m) aufsteigen und anschliessend wieder ins Hochlager absteigen und dabei die Abseilstellen einrichten. An den beiden darauffolgenden Tagen wäre dann der Gipfelsturm mit Biwak auf rund 6050m (in einer Scharte nach dem Huantsán Norte) geplant gewesen. Soweit der Plan. Der Grat sah von unten trotz einiger Schneewächten bezwingbar aus, einzig die weichen Schneeverhältnisse aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung bereiteten uns ein wenig Sorgen. Um möglichst harte Schneeverhältnisse vorzufinden entschieden wir uns am nächsten Tag bereits kurz nach Mitternacht aufzubrechen. So war es dann auch. Am vierten Tag um halb eins gab es Müesli und einen Kaffee, dann zogen wir los. Albin und Jeanette kletterten in der ersten Seilschaft voraus, Toni, Stephan und ich in der zweiten hintennach. Den steilen Bergschrund meisterten wir problemlos. Dann ging es im steilen Firn traversierend in die Höhe. Am  Horizont sahen wir den orangen Mond untergehen und die Lichter von Huaraz leuchten. So nah und doch so fern! Konzentriert kletterten wir weiter bis zu den ersten Schneewächten. Gemäss Routenbeschrieb hätten wir hier die Gratseite wechseln müssen um fortan auf der Südseite dem Grat zu folgen. Ein Blick auf die Südseite der Wand liess uns jedoch erschaudern. Die Wand war extrem steil, der Schnee noch kaum verfestigt. Albin versuchte es an verschiedenen Übergängen und auch Toni wühlte sich durch eine der Schneewächten. Unisono kamen sie zum Schluss - zu gefährlich! Im ungefestigten Schnee auf der Südseite des Grats fanden die beiden keinen Halt mit ihren Pickeln, ein Weitergehen wäre mit nicht kalkulierbaren Risiken verbunden gewesen. Wir entschieden uns daher zum Abbruch. Im Licht der Stirnlampen seilten wir uns aus der Wand ab und waren noch vor der Morgendämmerung wieder zurück bei unseren Zelten im Hochlager. Inzwischen war der Wind aufgefrischt und wir verzogen uns nochmals in unsere Zelte um uns wieder aufzuwärmen. Am frühen Morgen dann brachen wir unser Hochlager mit etwas wehmütigem Blick in die Wand wieder ab und machten uns zwei Tage früher als geplant auf den Rückweg. Ohne Zwischenfall ging es über den zerrissenen Gletscher zurück ins Morraine Camp. Hier war erst mal futtern angesagt, hatten wir doch noch so viel Proviant dabei, den wir wieder ins Tal tragen mussten. Nachmittags holte uns dann alle die Müdigkeit ein und wir merkten, dass uns dieser Berg auch ohne (oder gerade wegen des fehlenden) Gipfelerfolgs ziemlich geschlaucht hatte. Wir tankten Energie und verarbeiteten den Abbruch des Gipfelversuchs. Dann am fünften Tag brachen wir unsere unsere Zelte in der Quebrada Shallap definitv ab und machten uns auf den Rückweg nach Huaraz - zwar ohne Gipfelerfolg, dafür unversehrt, gesund und mit einem einmaligen Erlebnis in einer wilden, menschenleeren Gegend mit guten Bergfreunden im Gepäck. 

Quitaraju (6036m), 17.6. - 21.6.15

Nach der Tour auf den Alpamayo waren wir alle ziemlich geschlaucht. Wir schalteten daher vor dem Quitaraju einen Ruhetag ein. Die zwei Italiener und ihr Team (Bergführer, Koch und zwei Träger) machten es uns gleich. Der Quitaraju ist höher als der Alpamayo und die von uns angestrebte Route geht durch die Nordwestwand. Offenbar war schon länger keine Seilschaft mehr auf dem Gipfel, es waren keine Spuren zu erkennen. Nach einem gemütlichen Zmorgen an der warmen Sonne zogen wir los, um einen kleinen Gipfel am anderen Ende des Gletscherplateaus zu besteigen. Das hatte den Vorteil, die Route am Quitaraju besser studieren zu können und gleichzeitig eine Spur zum Wandfuss zu stampfen. Auch die Italiener machten eine Gletscherwanderung und so war die Spur zum Quitaraju ziemlich solid. Unser Gipfel, wir nannten ihn Hongos de Nieve, war ziemlich steil. Über ein Grat erreichten wir einen riesigen Eispilz, welcher den Gipfel bildete. Wir versuchten nur kurz, ganz nach oben zu kommen - der Schnee war jedoch schon zu weich, die Mittagssonne zu stark. Ueli blieb wärend unserem Ausflug im Hochlager und hütete unser Zelt. Als wir zurückkehrten, erwartete er uns bereits mit einer heissen Suppe. Er hat unterdessen mit unseren Nachbaren geplaudert - der Guide meinte, dass sie um 2:00 zum Quitaraju aufbrechen werden - sie wollen am selben Tag noch ins Basislager absteigen. Wir entschieden uns, wieder etwas später zu gehen - so haben wir bereits eine Spur, und zu viert werden wir eh etwas langsamer sein. Also stellten wir den Wecker auf 2:30um 3:45 Uhr gings los. Im Sternenlicht folgten wir der Spur vom Vortag über den Gletscher. Nach einer halben Stunde wurde der Weg steiler und steiler, und schon waren wir am Wandfuss. Wir bildeten wie am Alpamayo Zweierteams, Toni und Ueli, Ursina und ich. Versetzt kletterten wir los. Die Spur der Italiener verloren wir bald - im Licht der Stirnlampe waren die Steigeisenabdrücke im harten Firn nicht mehr zu erkennen. Bald standen wir am Bergschrund - wo ist schon wieder die benötigte Schneebrücke? Auf meiner Kamera studierte ich das Foto vom Vortag - links sollte sie sein. Toni musste wieder etwas abklettern, fand dann aber einen guten Übergang und weiter ging's. Wir hatten nur noch drei Firnanker. Toni wechselte sich mit Ueli ab im Vorstieg, ich folgte. Nach jeweils 10-15m wurde der ersten Firnanker gesetzt, nach 30m der zweite. Die Nachsteiger kletterten dann los, und sobald die beiden den ersten Anker erreichten, wurde der dritte in den Firn geschlagen. So hatten wir jeweils zwei Sicherungen zwischen uns. Erreichten die beiden Nachsteiger den zweiten Firnanker, machten wir mit unseren zwei Pickeln einen Stand und sicherten nach - dann begann das Spiel von vorn. Es lief ganz gut und wir kamen gut in die Höhe. Es begann zu dämmern und um uns wurden die Siluetten der Berge sichtbar - wie ein Scherenschnitt vor violettem Hintergrund. Dann wurde als erstes der Nevado Santa Cruz von der Sonne erfasst - bald waren wir mehr am fotografieren als am klettern. :-) Die Wand wurde immer steiler, zum Ende hin über 60 Grad. Als wir rechts an den unteren Felsen vorbei geklettert waren, wechselten wir auf die linke Seite des Grates. Hier war es erwas weniger steil, dafür war der Schnee weniger kompakt. Zwischenzeitlich war es ziemlich schwierig, die Firnanker verlässlich zu platzieren. Wir kamen höher und höher und schon bald sahen wir die Italiener auf dem Gipfel. Es kann nicht mehr weit sein! Zum Schluss hin steilte sich die Wand nochmals auf - unsere Waden brannten vom Stehen in den Frontzacken der Steigeisen. Die Italiener kamen uns abseilend entgegen - noch eine Seillänge bis zum Grat! Toni übernahm nochmals die Führung bis dahin, es war ein Krampf. Ziemlich ausgepowert erreichten wir den Grat und genemigten uns erst mal einen Schluck Tee und einen Schokoriegel. Nach dieser kurzen Verschnaufspause gings am kurzen Seil über den Grat zum Gipfel - geschafft! Die Aussicht auf Alpamayo, dem verwechteten Grat entlang ins Tal, der perfekte Berg Artesunraju, der mächtige Santa Cruz - genial! Im Herzen der Cordillera Blanca auf einem solchen Gipfel zu stehen ist echt unbeschreiblich. Wir genossen diesen Moment. Der Abstieg war dank der vorausgehenden Seilschaft leichter als gedacht - Octavio, der Bergführer, richtete sechs Abseilstellen ein. So konnten wir praktisch die ganze Wand abseilen. Im unteren Teil spendierten wir zwei von unseren Firnanker um bis zum Wandfuss zu kommen - offenbar ging Octavio da das Material aus. Kurz nach 13:30 Uhr waren wir zurück im Camp und machten uns über unsere Vorräte her. Unterdessen war eine weitere 3er Seilschaft für den Alpamayo eingetroffen, die Italiener waren bereits abgestiegen. Das Wetter blieb gut bis am Abend, in der Nacht begann es jedoch böenartig zu Stürmen und zu schneien. Am nächsten Tag warteten wir vergeblich auf die Sonne - es schneite und stürmte einfach weiter. Es brauchte richtig Überwindung, aus dem Zelt zu kriechen und Kaffee zu kochen. Im Sturm brachen wir unsere Zelte ab und machten uns auf Spurensuche, um zurück ins Basislager zu kommen. Wenn man neben die Spur trat, sank man gleich bis zu den Knien ein - zermürbend mit den schweren Rucksäcken. Vom Pass seilten wir zweimal ab und konnten anschliessend den Gletscher absteigen. Es riss etwas auf, und so kamen wir trocken im Basislager an. Hier begann es jedoch bald zu regnen und wir flüchteten wieder in unsere Zelte - etwas unangenehm, unsere Klamotten feucht und im Zelt ein ziemlicher Mief von alten Socken - aber das gehört halt dazu. ;-) Der nächste Tag war ein Prachtstag - kein Wölkchen am Himmel. Alles Material wurde an die Sonne gelegt und der Bergbach lud zu einer Wäsche ein. An der Sonne wurde Tagebuch geschrieben, Jacken geflickt, Knochen geschnitzt - ein richtiger Ruhetag. Am Artesunraju beobachteten wir eine Dreierseilschaft auf dem Weg zum Gipfel - im nachhinein stellte sich heraus, dass dies Albin und Jeanette mit einem weiteren Kletterer waren. Zu Fuss erkundeten wir auch den nahegelegenen Gletschersee, beobachteten Eisabrüche und fotografierten. Richtig erholt gings am letzten Tag zurück nach Huaraz - als Highlight lud uns unser Ariero (Eseltreiber) Aquilles zu sich zum Zmittag ein - es war Vatertag und so gab es Pachamanca, verschiedene Kartoffelarten und in Blätter eingewickeltes Schweinefleisch, welches im Boden mit heissen Steinen gekocht wurde - speziell, aber echt fein. Dazu spielte Aquilles Harfe - er ist im Dorf Harfenlehrer und hat vier Schüler - war echt cool! Um 16 Uhr kamen wir los und fuhren mit einem Taxi die 2.5h zurück nach Huaraz, wo es die langersehnte Dusche gab. Zum Znacht trafen wir wieder Albin und Jeanette - es gab viel zu erzählen, und wir definierten auch unser nächstes, gemeinsames Ziel, den Huantsan! Da sind wir nun die nächsten 8 Tage wieder unterwegs...

Alpamayo 5947m, 13.6.- 17.6.2015

Was das Matterhorn für die Schweiz ist, ist der Alpamayo für Peru. Ein formschön vollendeter Berg der Superlative, welcher die Herzen der Bergsteiger höher schlagen lässt. Mein Vater hatte seit 33 Jahren noch eine offene Rechnung mit dem Berg. Damals musste er kurz vor dem Gipfel auf dem verwechteten Nord-Grat umkehren - zu schwierig die Bedingungen, zu langsam das Vorankommen am Berg. Dieses Mal wollten wir den Berg von der Frontalseite in Angriff nehmen, d.h. entweder über die Ferrari- oder die Franzosenroute. Bevor es aber ernst galt, wurden wir erst mal morgens in aller Herrgottsfrühe in Huaraz von einem Taxi abgeholt, welches uns nach Cashapampa brachte, dem Ausgangsort für eine Besteigung des Alpamayo. Mit im prall gefüllten Gepäck - Essen für 8 Tage in der Wildnis, Zelte, Schlafsäcke, Steigeisen, Eispickel, Schneeanker, Eisschrauben, Seile und vieles mehr. Natürlich mussten wir das Gepäck (ca. 90kg) nicht alles selbst schleppen, sondern bekamen mit Aquilles und seinen drei Eseln tatkräftige Unterstützung. Eine lange Tagesetappe stand auf dem Programm - rund 24km und 1400Hm waren zwischen Cashapampa und dem Alpamayo Basecamp (Laguna Arhueycocha) zu Überwinden. Die Quebrada Santa Cruz, durch die wir den ganzen Tag marschierten, entschädigte uns mit einer wunderschönen Landschaft und Ausblicken auf wilde Berge für die Strapazen. Im Basislager auf rund 4300m angekommen, empfingen uns bekannte Gesichter. Das österreichische Skitrio vom Ishinca war ebenfalls hier. Sie wollten die Nordwand des Quitaraju (6036m) runterfahren - ein ernstes Unterfangen. Der zweite Tag fing gemählich an, er sollte eigentlich ein Ruhetag werden. Doch der Oberstrapazi in unserem Viererteam hatte andere Pläne mit uns. Material hoch schleppen ins Morraine-Camp auf 4900m war angsagt, denn schon am dritten Tag wollte Toni ins Hochlager des Alpamayo auf rund 5400m aufsteigen. Dort oben wollten wir vier Nächte lang bleiben um neben dem Alpamayo (5947m) auch noch den Quitaraju (6036m) besteigen zu können. Das bedeutete in erster Linie sehr schwere Rucksäcke, die über mehr als Tausend Höhenmeter hochgeschleppt werden mussten. Es machte darum durchaus Sinn, das schwere Klettermaterial bereits beim Gletscher zu deponieren um die Last für die ersten Höhenmeter etwas zu reduzieren. Am dritten Tag galt es dann ernst, mit den schweren Rucksäcken ging es hoch zum Pass, den wir überqueren mussten um zum Alpamayo Highcamp zu gelangen. Eine ziemlich strapaziöse Angelegenheit. Wir ächzten unter dem schweren Gepäck und mühten uns quälend langsam den zerrissenen Gletscher hoch. Zum Schluss wurde es noch richtig steil und wir mussten die Steileisgeräte auspacken. Dann hatten wir es geschafft und konnten bei Sonnenschein unsere Zelte im Hochlager unterhalb des mächtigen Alpamayo aufstellen. Wir waren nicht alleine. Neben unseren Zelten hatte es noch sechs weitere Zelte im Lager. Der Blick zum Alpamayo zeigte uns, dass die Besteigung eine langwierige Angelegenheit werden könnte. Zwei Teams waren immer noch am Berg und erreichten das Lager erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Wir fanden auch heraus, dass morgen am vorgesehenen Gipfeltag lediglich ein weiteres Team am Berg sein wird - optimale Voraussetzungen also, denn auch die Bedingungen seien derzeit sehr gut. Nach einem prächtigen Sonnenuntergang legten wir uns hin, ein langer und anstrengender Tag stand uns bevor. Die Italiener starteten mit ihrem Guide bereits kurz nach Mitternacht in den Tag, wir hatten den Wecker auf 2 Uhr gestellt. Nach einem hastigen Frühstück mit klammen Fingern behängten wir uns mit dem ganzen Klettermaterial und zogen ebenfalls los in Richtung Berg. Es war eine sternenklare Nacht aber ohne wirklich eiskalt zu sein - perfekte Voraussetzungen also. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den Bergschrund - nun wurde es richtig steil. Hoch über uns sahen wir die Lichter der voraussteigenden Italiener in der Franzosenroute. Die Wand erschien beinahe senkrecht. Wir bildeten zwei Teams - Toni mit Ueli und Stephan mit mir. Die ersten zwei 60m Seillängen ging es durch steilen Firn, dann oh Schreck kullerte Uelis Stirnlampe bergab. Was sollen wir tun? Umdrehen oder weitergehen? Wir entschieden uns für letzteres und Ueli und ich kletterten fortan bis zur Dämmerung parallel. Der Firn wechselte nun zu Eis und fortan kamen die Eisschrauben zum Einsatz. Die Wand wurde nun immer steiler und die Rinne in welcher wir kletterten wurde zum Gipfel hin enger. Mit der Sonne waren auch die ersten Nebelfelder aufgezogen und vernebelten den Blick runter ins Hochlager. In der 6ten Seillänge kamen uns die Italiener bereits wieder abseilend entgegen, sie meinten es sei nicht mehr weit bis zum Gipfel. Tatsächlich war es nicht mehr weit, doch die Route wurde nun je länger je mehr zu einer Eisschlucht. Ich wünschte mir spätestens jetzt auch Steileisgeräte anstatt meiner zwei klassischen Eispickel. Zum Glück sicherte mich Stephan mit genügend Zug von oben und so schaffte auch ich die letzte Steilstufe (ca. 80 Grad). Auf dem luftigen und ausgesetzten Gipfel angekommen waren wir alle mächtig stolz. Unter uns das Nebelmeer, über uns nur der blaue Himmel - Freiheit pur! Dann beim Abseilen kam der Knackpunkt der Tour. Hatte oben auf dem Gipfel noch die Sonne geschienen, empfing uns bei der zweiten Abseilstelle graupelnder Schnee und dicker Nebel. Es wurde immer schwieriger die vorhandenen Abseilstelle zu finden, denn die Sicht war gleich null und die Abseilstellen nun mit Schnee bedeckt. Toni bewies einen guten Riecher uns fand trotz widriger Umstände die meisten Abseilstellen. Im unteren Teil der Wand wurden wir zudem noch mit Spindrift (konstanter Fluss an Triebschnee) bombardiert, so dass es ziemlich ungemütlich wurde. Pflutschnass und ziemlich ausgepowert erreichten wir trotzdem gegen 13 Uhr wieder unser Lager. Zu unsere Überraschung waren da bloss noch die Zelte der Italiener, die restlichen Zelte waren verschwunden.  Der Quitaraju war demzufolge immer noch unbestiegen. Ein weiteres Abenteuer wartete also noch auf uns. Aber erst mal galt es das Abenteuer Alpamayo zu verdauen. Ja, wir haben es geschafft - wir haben diese mächtige Wand durchstiegen und sind heil, glücklich, zufrieden und mit schönen Bildern im Gepäck wieder zurückgekehrt! 

Ishinca (5530m) und Toqllaraju (6032m), 8.6. - 12.6.15

Es dauerte nicht lange, bis wir in den Bergen waren. Wie abgemacht trafen am Samstag Abend Toni und Ueli am Flughafen von Lima ein. Nach einem guten Znacht in Miraflores gings mit dem Nachtbus in die Berge. Am Sonntagmorgen trafen wir in Huaraz ein und entschlossen uns spontan, mit Albin und Jeanette, welche bereits am Vortag angereist waren, zur Laguna Churup zu wandern um uns etwas zu akklimatisieren. Die Wanderung war super, der erste Eindruck der Cordillera Blanca genial! Am Nachmittag waren wir zurück und gingen für 5 Tage im Zelt einkaufen. Transport zum Ausgangspunkt und auch die Eseli um unsere Lasten ins Basecamp zu transportieren organisierte uns das Hostel. Soweit so gut, wir waren am Abend spät bereit für das erste Bergabenteuer! Nach einer einzigen Nacht im bequemen Bett gings zu sechst los ins Ishinca Tal - das Basecamp auf 4200m war ein Zeltplatz wie aus dem Bilderbuch. Eine schöne Wiese, ein Bach, grosse Felsen bildeten einen Unterstand um auch im Regen im Trockenen zu kochen - was braucht es mehr? Trotz der Idylle wurde unsere Ankunft von einer schlechten Nachricht überschattet - am Vortag stürzte eine 4er Seilschaft aus Estland am Toqllaraju in eine Gletscherspalte - eine Schneebrücke gab dem Gewicht nach. Eben machte sich die Rettungskolone vom Basecamp aus auf um die Leute zu bergen - später erfuhren wir, dass nur eine Frau verletzt und nach 30h im Gletscherspalt geborgen werden konnte, ihre drei Seilgefährten wurden unter den Schneemassen im Spalt begraben. Tragisch - und uns wurde bewusst, dass es hier in Peru keine Rettungsflugwacht gibt und wir auf uns allein gestellt sind. Bereits am ersten Tag machten wir uns morgens um 3 Uhr auf zum Ishinca, einem einfachen Aussichtsberg. Die ersten zwei Stunden ging es einer Moräne entlang in die Höhe bis auf 5000m, wo der Gletscher begann. Bereits auf Firn unterwegs begann es zu dämmern. Die Gipfel um uns erstrahlten im ersten Licht - die eisige Pyramide des Toqllaraju auf der linken Seite, der riesige Koloss Ranrapalca zur Rechten. Wir kamen gut voran und standen nach gut 4 Stunden auf dem Ishinca, wo wir neben einer Tafel Ovischoggi auch die Aussicht genossen. Albin und Jeanette hatten die bequemen Schuhe beim Gletscher deponiert und stiegen den selben Weg ab, Toni, Ueli, Ursina und ich machten die Überschreitung vorbei am Ranrapalca zurück ins Basecamp. Hier hatten wir viel Zeit um zu kochen, mit anderen Campeinwohnern zu plaudern und uns für den ersten 6000er vorzubereiten. Am zweiten Tag stiegen wir mit schwerem Gepäck auf ins Hochlager des Toqllaraju auf 4900m. Am Abend wurde es etwas ungemütlich, Wolken zogen auf und als wir um 19 Uhr im Zelt lagen begann es sogar zu regnen. Früh am Morgen war der Spuk vorbei, der Himmel sternenklar. Im Licht der Stirnlampen stiegen wir die letzten Höhenmeter über Felsbrocken zum Gletscher. Wir kamen gut voran und hatten eine gute Spur von den vorausgehenden Polen. Auf und ab ging es über ein Gletscherplateau, welches aber bald zum Gipfel hin steiler wurde. Riesige Seracs säumten unseren Weg, und im Zickzack umgingen wir die Gletscherspalten. Spannend wurde der Weg auf den Gipfel. Der Bergschrund liess sich gut überwinden, und in der 50 Grad steilen Wand kamen zum ersten Mal unser Firnanker "Metallbau Pfister" zum Einsatz. Auf dem Gipfel trohnte jedoch ein riesiger Eispilz. Wir folgten einer Art Gallerie - über uns überhängend der Eispilz, unter uns die immer steiler werdende Wand, ziemlich ungemütlich. Nachdem wir den Gipfel so halb umklettert hatten, gab es eine kurze Eisrinne auf den Gipfel. Geschaft! Und wieder, was für eine Aussicht auf die Cordillera Blanca, all die steilen und verwechteten Gipfel rund um uns, einfach genial! Vom Gipfel runter gings einfacher, wir konnten direkt in die Gipfelwand abseilen und so relativ zügig absteigen. Gegen 13 Uhr waren wir zurück im Hochlager und stiegen nach einer kurzen Rast ab ins Basecamp. Ziemlich geknüttelt genossen wir ein Fussbad im Gletscherbach und einen Kuchen mit Cappuchino im nahe gelegenen Refugio. Albin und Jeanette blieben zwei weitere Tage und kletterten die Nordwand des Ranrapalca - Toni, Ueli, Ursina und ich stiegen am nächsten Tag ab nach Huaraz wo wir am Mittag eintrafen. Da wir laut Toni's offiziellem Program bereits einen Tag im Verzug waren, gab es wieder nur eine Nacht im bequemen Bett. Der Nachmittag ging für die Vorbereitung und Materialbeschaffung für unser nächstes Ziel, den Alpamayo drauf - 8 Tage dauert dieser zweite Trip. Entsprechend gross war der Einkauf im Supermarkt. Dazu holten wir Informationen zu den dortigen Verhältnissen ein und entschieden uns anschliessend, zusätzliches Klettermaterial zu mieten und weitere Firnanker zu kaufen - der Alpamayo wird eine harte Nuss!

Valle Sagrado und Machu Picchu, 03.06. - 05.06.15

Wir wollten uns gemächlich an Machu Picchu herantasten und planten darum auf den Hinweg noch einen Besuch des Valle Sagrado ein. Das Valle Sagrado (Heiliges Tal) liegt rund eine Fahrstunde nördlich von Cusco und war einst das landwirtschaftlich bedeutendste Hochtal der Inkas. Dementsprechend gibt es natürlich auch hier einige historische Stätte zu begutachten. Wir starteten am frühen Nachmittag mit Nicole und Marc zur Erkundungstour ab Cusco. Über eine Passstrasse gings runter ins Valle Sagrado, wo wir in Pisac einen ersten Stopp einlegten. Pisac ist aus zwei Gründen bekannt, erstens für den farbenprächtigen Markt jeweils am Sonntag und zweitens für die Inka-Festung hoch über dem heutigen Dorf. Da es nicht Sonntag war und unser Gepäck sowieso bereits überquillt, entschieden wir uns zu einem Besuch der Ruinen. Zu viert konnten wir uns auch locker einen Guide leisten, der den Steinhaufen etwas mehr Bedeutung gab. Bereits auf der Hinfahrt waren uns die unzähligen nach Osten ausgerichteten Terrassen aufgefallen, die hier von den Inkas erstellt wurden und hauptsächlich der Landwirtschaft dienten. Von weitem betrachtet sehen sie aus wie ein riesiger Kondor. Im untersten Teil wurde Mais, im mittleren Teil Kartoffeln und im obersten Teil Quinoa angebaut. Bewässert wurden die Terrassen durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Neben den Terrassen sind heute noch Teile der Tempelkomplexe und der Wohnsiedlungen zu sehen. Zudem wurden hier über 3'500 Gräber in den Felsen oberhalb der Anlage entdeckt. Sämtliche Reichtümer, die sich jedoch hier befunden hatten wurden von den Spaniern mitgenommen. Die Aussicht, die Terrassen und die Grösse der Anlagen waren trotzdem beeindruckend. Mit der ersten Inka-Lektion im Gepäck fuhren wir weiter nach Ollantaytambo, einem weiteren Städtchen im Valle Sagrado. Hier bezogen wir unser erstes Nachlager. Bevor wir am nächsten Morgen den Zug nach Auguas Calientes nahmen, liessen wir uns die zweite Inka-Lektion nicht entgehen. Denn Ollantaytambo gilt als einziges verbliebenes Beispiel für die Stadtplanung aus der Inka-Zeit. Die Gebäude und Terrassen sowie die engen Gassen der Stadt befinden sich mehrheitlich noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Auf der bergzugewandten Seite von Ollantaytambo befindet sich ein imposanter Inka-Komplex, der aufgrund seiner außerordentlich starken Mauern landläufig fortaleza (Festung) genannt wird. Wir liessen uns durch die Festung führen, die auch als Tempel gedient hat und von den Inkas aufgrund des Aufmarschs der Spanier nie ganz fertig gestellt wurde. Hier fand denn auch eine der wenigen (kurzzeitig) erfolgreichen Schlachten der Inkas gegen die Spanier statt. Faszinierend waren wiederum die perfekten Steinmauern, für welche die Steine von einem 8km entfernten Steinbruch her transportiert wurde - unglaublich wie präzise hier gearbeitet wurde! Dann war es bereits Zeit weiter zu ziehen. Im Zug (es gibt keine Strasse) fuhren wir nach Aguas Calientes zum Ausgangspunkt für den Besuch von Machu Picchu. Wir folgten dem Rio Urubamba flussabwärts und die Landschaft wurde immer grüner, die Berge steiler und bewachsener. Rein schon die Landschaft um den Machu Picchu ist ziemlich mystisch. In Aguas Calientes angekommen wollten wir bereits einen ersten Blick auf Machu Picchu erhaschen und versuchten den Putucusi, einen Hügel auf der gegenüber liegenden Seite zu besteigen. Bei einer nassen Felswand ohne Halt (es hatte hier wohl mal eine Leiter gehabt) mussten wir uns jedoch geschlagen geben und gönnten uns stattdessen einen Pisco-Sour mit 20% Service-Charge! So ist das eben in Aguas Calientes meinte der Kellner bloss dazu! Zum Glück wars nicht überall so und wir fanden ein super Restaurant für das Abendessen (El Indio Feliz falls ihr auch mal da seid). Am nächsten Morgen um kurz nach fünf Uhr galt es dann ernst und wir gingen zu Fuss los in Richtung Machu Picchu. Nach einer Stunde im Zigzag bergauf waren wir schweissgebadet beim Eingang angekommen. Kurz anhalten für den ersten Fotostopp, dann ging's bereits weiter zur Machu Picchu Montaña. Unzählige Treppentritt später und nochmals 600Hm höher gab es dann das ultimative Panorama mit Machu Picchu zu unseren Füssen. Wow! Dann gesellten wir uns zu den Menschenmassen zurück und wunderten uns über die vielen Geheimnissen dieses mystischen Ortes und noch über ein paar besucherbezogene Sachen mehr...:-) Mit dem Zug ging's mit all den neuen Eindrücken zurück nach Cusco. Beim Jassen mit Nicole und Marc hätten wir schon beinahe vergessen, dass wir in Peru und nicht in der Rhätischen Bahn sind:-)

Cusco, 2.6. - 6.6.15

Morgens um 7 Uhr trafen wir ziemlich erholt mit dem Bus von Arequipa her kommend in Cusco ein. Das Zimmer im Hostel war bereits bezugbereit, und so nutzten wir den frühen Morgen, um unsere Klamotten in die Wäscherei zu bringen und die Tickets für Machu Picchu zu reservieren. Die Computer in der Lobby lehrten uns Geduld, und als wir eine geschlagene halbe Stunde vergeblich versuchten uns fürs Billet zu registrieren, half uns die Señorita an der Reception aus. Wir waren schon fast zu spät dran, um rechtzeitig Christian und Jitka auf der Plaza de Armas zu treffen. Christian und Jitka, Freunde aus der Schweiz, die aktuell ebenfalls durch Peru reisen, waren bereits vor Ort - genial, ein solches Treffen fern von zu Hause! Wir schlenderten durch die schöne Altstadt von Cusco, hatten uns viel zu erzählen, probierten Churros und neue exotische Früchte auf dem Markt. Über die Plaza San Blas ging es etwas in die Höhe, und bald standen wir in einer alten Inkastadt, in Saqsayhuaman. Ein lokaler Guide erklärte uns auf Deutsch (wir staunten nicht schlecht!) die Erkenntnisse, welche man bis heute gewonnen hat. Geschätzt 20'000 Menschen haben während 70 Jahren an dieser Stadt gearbeitet. Die Steine wurden von etwa 20km entfernten Steinbrüchen hertransportiert, der schwerste Stein wog etwa 200t. Beeindruckend waren die Mauern - nahtlos fügt sich Stein an Stein, perfekt auf einander abgestimmt. Unglaublich, was für Fertigkeiten die Inkas hatten. Als die Spanier eintrafen, gab es an diesem Ort eine grosse Schlacht - tausende Inkas verloren dabei ihr Leben, der Inkakönig flüchtete. Die Spanier rissen die Mauern ein und verwendeten die Steine für ihre Paläste und Kirchen in Cusco - aus jetziger Sicht ein Frevel an den von den Inkas geschaffenen Kunstwerken.
Der Tag verging wie im Flug - bei einem Pisco Sour läuteten wir den Abend ein.
Christian und Jitka starteten am folgenden Tag zu einem 5-tägigen Trek - wir empfingen Marc und Nicole, mit denen wir in Richtung Machu Picchu weiter reisten. Bevor wir Cusco verliessen, gingen wir mit den beiden nochmals in die Innenstadt. Es war nämlich der Auftakt zum zweitägigen Fest "Corpus Cristi" - Fronleichnam. In Cusco ist es Tradition, dass von allen Kirchen in der Umgebung eine Prozession zum Hauptplatz pilgert - dabei wird eine Statue des Namenspatrons der Kirche getragen. Die Träger, mehrheitlich junge Männer, waren jeweils von der Last ziemlich gezeichnet als sie am Zielort eintrafen. Dazu spielte Musik und an unzähligen Essensständen wurde "Chiriuchu" angeboten, Meerschweinchen, Hünchen, Wurst und eine Art Tortilla - alles auf einem Teller. Ein richtiges Volksfest, natürlich auch mit viel Bier. Offenbar war es bei den Inkas Brauch, Mumien von verehrten Verstorbenen an einem bestimmten Tag durch das Dorf zu tragen, im 16. Jh. entstand daraus eine Prozession mit den Statuen katholischer Heiligen - ein "Kompromiss" der Religionen. Leider verpassten wir das richtige Fest - wir reisten am Nachmittag bereits weiter in Richtung Machu Picchu...

Arequipa, 30.5. - 1.6.15

Vom Titicacasee gings mit einem Turibus in tiefere Lagen nach Arequipa auf 2500m. Hier warteten Raphael und Jaqueline auf uns, unsere Freunde aus dem Engadin. Bei einem Fruchtsaft an der Plaza de Armas gab es viel zu erzählen. Am Nachmittag besuchten wir das Muesum "Santa Catalina" im alten Stadtteil von Arequipa. Über eine ganze Cuadra erstreckte sich die Anlage, wo vor allem Töchter von wohlhabenden Familien im 16. Jahrhundert in das geschlossene Kloster eintraten. Es mutete eher an eine Luxusunterkunft an - jede Nonne hatte eine eigene Wohnung und meist auch eine Dienerin. Wir liessen uns die Geschichte von einer Reiseführerin erklären - es war echt interessant. Das Kloster ist riesig und schön restauriert. In einem abgetrennten Teil hausen auch heute noch Nonnen - es sind heute jedoch nur noch 15 an der Zahl, früher waren es etwa 250. Bei einem Pisco Sour genossen wir gemeinsam die Abendstimmung. Raphael und Jaqueline reisten am nächsten Tag zum Colca Canyon - wir entschlossen uns, in Arequipa zu bleiben um noch etwas mehr von der "weissen Stadt" zu sehen. Da Sonntag war, hofften wir einen Stierkampf besuchen zu können. Wir fragten im Hostel nach, und prompt fand in Chiguata eine "Pelea de Toros" statt. Wir nahmen uns daher am zweiten Tag ein Taxi in das Kaff am Fusse des Vulkans El Misti, etwa 30min ausserhalb von Arequipa. Der Stierkampf sollte um 13:00 starten - wir waren bereits um 12:15 da. Der lokale Frauenverein war eben daran die Küche zu installieren. Es gab Cuy (Meerschweinchen) mit Kartoffeln und Bohnen. Wir bestellten gleich eine Portion und waren gespannt auf unser erstes Cuy in Peru. Es hatte nicht wirklich viel Fleisch dran, die Haut war jedoch krokant und der Geschmack erinnerte etwas an Kaninchen - ziemlich gut! Kurz vor 13:00 hatte es noch nicht wirklich viele Leute, wir suchten uns mal einen guten Platz mit Sicht auf den Kampfplatz. Bevor die Pelea startete, wurde in einer Ecke der Pachamama Opfer gebracht (Hauptsächlich in Bierform). Dann wurden die Schiedsrichter vorgestellt, der Alcalde (Bürgermeister) auf der Ehrentribüne begrüsst und kurz vor zwei Uhr wurden die ersten Stiere auf den Platz geführt. Die Pelea de Toros begann! Stierkampf ist hier erwas anders als in Spanien - es kämpft Stier gegen Stier, Hörner gegen Hörner. Der Stier, der als erstes Reissaus nimmt, hat verloren, der andere wird als Sieger gefeiert - unblutig und ziemlich natürlich, spannend zu sehen. Mein Sitznachbar meinte, die ersten Kämpfe seien mit jungen Stieren, 1.5 Jahre vielleicht - alles Baby's. Auf mich machten die jedoch schon einen stattlichen Eindruck. Der erste Kampf war gleich der witzigste - die Stiere gingen bald auf einander los und rangen hin und her. Bald waren sie am Spielfeldrand und der Stärkere schob den Schwächeren direkt zum Eingang der Ehrentribüne. Das Mikrofon viel aus, auf einmal gab es einen riesen Tumult hinter der Bühne, Bürgermeister und Ehrengäste waren auf einmal auf den Beinen, die Schiedsrichter sprangen hysterisch umher. Dann versuchte der schwächere Stier über die Abschrankung zurück auf das Feld zu flüchten, blieb aber auf dem Geländer hängen. Die Situation war bizarr, aber auch unheimlich komisch. Mein Sitznachbar meinte, sowas habe er in 40 Jahren noch nie gesehen und konnte sich kaum halten vor Lachen. In diesem Kampf gab es keinen Sieger, die Stiere wurden vom Feld geführt und nach einer längeren Pause meldete sich der Speaker wieder zurück - die Pelea ging weiter. Der zweite Kampf war der längste - über 16 Minuten rangen die Stiere miteinander, hin und her ging der Kampf, der Atem wirbelte Staub auf, ihre Körper glänzten vom Schweiss - späktakulär. Entsprechend frenetisch wurde der Siegerstier gefeiert. Um uns herum war ein richtiges Volksfest - die meisten trugen schöne Sombreros und waren sonntäglich herausgeputzt. Das Arequipeña Bier floss in Strömen, Cuys und frittiertes Schweinefleisch wurde verzehrt, die Leute um uns begannen miteinander um kleine Beträge zu wetten. Wir waren die einzigen Touristen weit und breit, fühlten uns aber ziemlich wohl. Die Stiere wurden nun älter und kräftiger, oft aber auch etwas kampfmüder. Wenn sie loslegten, dann war es jedoch Dynamik und Spektakel pur. Als die Sonne unterging verliessen wir die Arena und nahmen uns einen Colectivo zurück nach Arequipa. War ein super Erlebnis, so eine Pelea de Toros!
Am letzten Tag in Arequipa genossen wir einfach des Flair der Stadt - die frischen Fruchtsäfte auf den Märkten, die einladenden Läden mit Wollsachen, frisches Ceviche, Kaffee, Helado de Queso und so weiter. Auch besuchten wir das Museum, wo Juanita, das Eismädchen ausgestellt ist. Den Inkas waren die Berge heilig und sie verehrten diese als Götter. Wenn ein Vulkan ausbrach, so versuchten sie die "Götter" mit Opfergaben zu besänftigen - es wurden sogar Kinder auf den Berg gebracht und da geopfert. Juanita ist eine gut erhaltene Mumie eines etwa 14 jährigen Mädchens, das auf dem nahen Vulkan Ampato mit weiteren Opfergaben gefunden wurde - im Eis wurde der Leichnam gut konserviert. Wahnsinn, dass ganze Inkagruppen im 15. Jahrhundert in Strohsandalen auf 6000er stiegen und da Opferrituale durchführten.
Unsere Zeit in Arequipa ist leider bereits um, heute geht es mit dem Nachtbus nach Cusco, wo wir uns mit Christian und Jitka treffen - wir freuen uns auf die beiden! :-)

Lago Titicaca, 28.05.-29.05.15

Der Titicacasee ist mit einer Fläche von über 8'000 Quadratkilometer der grösste See in Südamerika. Er befindet sich auf einer Höhe von 3'800müM auf dem Altiplano zwischen Bolivien und Peru. Der westliche und grössere Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche Teil zu Bolivien. Da wir die bolivianische Seite mit der Isla de Sol bereits bei unserem letzten Besuch kennen gelernt hatten, wollten wir eigentlich direkt nach Peru weiterreisen. Nun schienen uns jedoch die Peruaner einen Strich durch die Rechnung zu machen. Es stand ein zweitägiger Generalstreik an, der sich gegen ein Kupferminenprojekt und gegen das Outsourcing von Mitarbeitenden (=schlechtere Arbeitsbedingungen) richtete. Wir machten uns dennoch am 28.05. mit dem ersten Bus auf in Richtung Copacabana, einem bolivianischen Städtchen direkt am Titicacasee. Die Fahrt war landschaftlich genial und der See funkelte tiefblau. Als wir nach vier Stunden Fahrt in Copacabana eintrafen hiess es am Abend würde trotz Streik ein Bus nach Peru, genauer gesagt nach Puno fahren. Wir entschieden uns das Risiko auf uns zu nehmen irgendwo in der Mitte stecken zu bleiben und buchten das Weiterfahrtbillet. Nun hatten wir noch den ganzen Nachmittag zur freien Verfügung. Wir besuchten künstliche Inseln auf denen frische Forellen gefangen werden können, die dann gleich vor Ort verspeist werden. Die Forellen waren lecker, das alte Ehepaar, dem die "Insel" gehörte und welches das Essen zubereitete, war herzig und wir sozusagen alleine auf weiter Flur. Bevor es mit dem Bus weiter ging erkundeten wir nochmal Copacabana und genossen die schöne Abendstimmung. Dann hiess es einsteigen in den Bus nach Peru. Nach rund 20min Fahrzeit erreichten wir die Grenze. Ausreisestempel und Einreisestempel waren schnell geholt. Leider funktionierte das Prozedere nicht bei allen Mitreisenden gleich gut und zwei Nigerianer wurden mangels Visa wieder nach Bolivien zurückgeschickt. Wir fuhren weiter und unser Chauffeur hatte bald einen ziemlich anspruchsvollen Job um allen Steinen und Barrikaden auf der Strasse auszuweichen. Zweimal musste er sogar aussteigen um Steine von der Strasse zu räumen. Nichtsdestotrotz trafen wir gegen 22 Uhr heil in Puno ein und organisierten im Hotel gleich noch den Ausflug für den nächsten Tag. Zu den Uros soll es gehen und nach Taquile, einer Insel auf der peruanischen Seite des Titicacasees. Bereits um 7 Uhr ging's dann tags drauf los, raus auf den Titicacasee mit dem Boot. Nach rund einer halben Stunde Fahrzeit durch seichtes Gewässer in der Bucht von Puno erreichten wir die schwimmenden Inseln der Uros. Die Uros begannen ursprünglich schwimmende Inseln zu bauen, um sich vor kriegerischen Völkern zu schützen, zum Beispiel vor den Inkas. Die Inseln bestehen aus kreuzweise aufgebrachten Lagen aus Tortora-Schilf. Immer wenn ein Angriff drohte, lösten sie die Verankerung und zogen sich mit ihren Inseln auf den See zurück. Das Totora-Schilf ist eine wichtige Lebensgrundlage. Die Boote für den Fischfang und die Matten für den Bau der einfachen Hütten bestehen daraus. Auch in der Ernährung spielt es eine Rolle. Heute sind die Uros und ihre schwimmenden Inseln eine der top Touristenattraktionen in Peru und ein Besuch auf einer der Inseln gleicht einem Freilichtmuseum, dazu kommen relativ aufdringliche Verkaufstechniken für Souvenirartikel. Da hat uns unser zweiter Stopp schon viel besser gefallen. Für das Mittagessen fuhren wir nämlich raus zur Insel Taquile. Auf der Insel, rund 45km von Puno entfernt, wohnen rund 2'000 Personen, die in einer engen Gemeinschaft nach eigenen Grundsätzen leben. Die Einwohner leben von der Fischerei, dem Terassenfeldbau und dem Tourismus. Berühmt ist Taquile zudem für seine Weberei und Stickerei, deren Textilprodukte zu den hochwertigsten in Peru gehören sollen. Das Spinnen, Weben und Stricken wird vor allem von Männern durchgeführt. So tragen auch alle Männer eine selbst gestrickte Kappe, die über deren sozialen Status Auskunft gibt. Wir assen auf der Insel zu Mittag - Quinoa-Suppe und frische Forelle - war echt gut. Die Aussicht war super und wir wunderten uns, weshalb es auf der idyllischen Insel noch keine Hotels gibt. Anscheinend hat aber die Inselgemeinschaft bisher sämtliche Projekte verhindert um wirtschaftlich möglichst unabhängig zu bleiben. Übernachten kann man trotzdem auf der Insel, einfach lediglich in Privatunterkünften. Das klingt super und wenn die Zeit nicht so drängen würde, hätten wir das sicherlich gemacht. Stattdessen fuhren wir noch am selben Nachmittag zurück nach Puno und genossen dabei einen makellosen Sonnenuntergang vom Dach unseres Bootes. Zurück in Puno dann die grosse Überraschung. Als wir nach dem Nachtessen ins Hotel zurückkamen trafen wir auf Jitka und Christian, gute Freunde aus der Schweiz, mit denen wir eigentlich erst in Cusco abgemacht haben. Sie hatten das Zimmer gleich neben unserem - so ein Zufall.