Nochmals ein paar Eindrücke der Megastadt Tokyo - 18 Mio Einwohner, dicht gebaut, pulsierend Tag und Nacht, einfach faszinierend!
Am Montagmorgen mussten wir uns erst die Übersetzung des Führerscheins besorgen - diese wird von der japanischen Automobilfederation ausgestellt. Wir füllten das Formular aus und 40min später
hatten wir die Übersetzung mit 3 Stempeln in der Hand. Zurück bei der Autovermietung bekamen wir einen Nissan Note inklusive Navi. Die Menüführung konnten wir auf Englisch umstellen, die ganzen
Namen in der Karte waren jedoch nur in japanisch. Das wird ja heiter! Da es aber in Japan sowieso schwierig ist mit Adressen, kann man im Navi auch als Ziel eine Festnetztelefonnummer eingeben -
das rettete uns. Zum Abschied bekamen wir noch eine Plakette aufs Heck - "Friendly driving - Foreigner is driving!" :-)
Dann war da noch der Linksverkehr - ziemlich gewöhnungsbedürftig. Zudem sind auch Blinker und Scheibenwischer vertauscht. Die ersten Seitenwechsel kündete ich jeweils mit dem Scheibenwischer an!
:-) Wir unterschätzten total, wie langsam man mit dem Auto in Japan voran kommt. In der Stadt wird man von Lichtsignalen alle 200m gebremst, über Land von den 40er und 50er Tafeln. Es gibt da
Passstrassen, ausgebaut wie der Julier, sogar mit Trottoir, wo im 100m Abstand eine 40er Tafel hängt. Zum Glück halten sich da die Japaner auch nicht dran, ich passte das Tempo einfach dem
Vorausfahrenden an und so waren wir jeweils mit 60-80km/h unterwegs was eigentlich viel zu schnell ist. Ausserorts, aufgehoben ist die Maximalfeschwindigkeit nämlich 70km/h, auf dem überteuerten
Expressway (ca. 50Rp/km) 100km/h. Das Wetter war mal wieder regnerisch, wir waren froh, dass wir unser eigenes Auto hatten und etwas rumkurven konnten. Auf der Fahrt über Land sahen wir auch die
Auswirkungen der Landflucht in Japan. Viele Dörfer sind mehrheitlich verlassen, die riesige Infrastruktur kann kaum unterhalten werden. Teilweise erinnerte uns das ländliche Hokkaido an Alaska -
überdimensionierte Strassen, einfache Holzhäuser, viel Wald und Natur. Nach 180km und ca. 4h Fahrzeit erreichten wir Furano, ein Skigebiet im Zentrum von Hokkaido. Jimmy-san, unser Gastgeber im
Ryokan, war sehr freundlich, und das nur für uns zubereitete Essen mit regionalen Produkten absolut der Hit. Eigentlich hatten wir die nächste Nacht am anderen Ende der Insel gebucht - wir
realisierten an diesem Abend jedoch, dass dieses Unterfangen ziemlich sinnlos ist, da wir sonst zwei Tage nur im Auto verbringen würden. Jimmy half uns, die Unterkunft zu stornieren und wir
überlegten uns eine Alternative im Daisetsuzan Nationalpark. Von Furano fuhren wir zu den riesigen Blumen- und Lavendelfeldern. Der Lavendel blühte zwar nicht mehr, dafür viele andere Blumen,
welche auf ganzen Feldern gepflanzt sind. Delikat war auch das violette Lagendelglace, welches wir probierten. Über die Panoramastrasse fuhren wir zum vielbesuchten "Blue Pond" - hier spukten die
Cars hunderte von Touristen aus, welche dem Weg auf dem betonierten Damm folgten und hunderte Selfies schossen. Naja, wir waren uns einig, dass das Puschlav schönere Seen zu bieten hat, mussten
aber zugeben, dass die Farbe und die kahlen Baumstämme schon noch eine hübsche Sicht abgeben. Amüsant war es jedoch, die anderen Touristen zu beobachten, vor allem die Fotoreisegruppe, in welcher
der eine Typ, von Kopf bis Fuss gelb in Gortex gehüllt, den Bluepond fotografierte. Über Biei gings weiter zu einem Sakemuseum nach Asahikawa. Der hier produzierte Otokayawa Sake ist einer der
Besten in Japan. Von da ging es zurück in den Nationalpark nach Asahidake Onsen, wo wir uns nochmal eine Nacht in einem Ryokan gönnten. Einen Abend lang baden, gut Essen und relaxen. Am nächsten
Morgen begrüsste uns traumhaftes Wetter. Wir gaben Gas, dass wir eine frühe Gondel erwischten und machten uns auf frisch verschneiten und vereisten Wegen auf den Weg zum höchsten Gipfel auf
Hokkaido, den Asahi Dake (2290m). Unterwegs passierten wir die fotogenen, rauchenden Geysire. Auf einem guten Weg wanderten wir in gut 2h auf den Gipfel, vorbei an den vereisten
Felsformationen. Der Wind war eisig kalt, wir frohren uns fast die Finger ab. Trotzdem war es eine super Tour - wir kamen dem wilden Hokkaido richtig nahe!:-)
Am Nachmittag fuhren wir zurück Richtung Sapporo, wo wir am nächsten Morgen das Auto zurückbrachten und den Zug zurück nach Tokyo nahmen - das wars von Hokkaido.
Von Osaka her gings mit dem Flieger nach Sapporo. Wir landeten am Abend, es war schönes Wetter und angenehm kühl - herrlich! Mit dem
Zug fuhren wir in die Stadt und machten erst mal Halt in der Autovermietung. Der Plan war, am Sonntag ein Auto zu mieten um damit Hokkaido zu erkunden. Leider braucht es dazu eine offizielle
Übersetzung des Führerscheins, die hatten wir natürlich nicht. Dooferweise war Freitagabend, und das Büro der JAF hatte bis am Montag geschlossen. Also stornierten wir unser Mietauto und
überarbeiteten unseren Plan. Am ersten Tag erkundeten wir zu Fuss Sapporo - es war ein Herbstfest, und der ganze Odori Koen, der Stadtpark, war voll mit Essens- und Bierständen. Olma auf
japanisch, ein Fest für Foodies. :-) Am Nachmittag besuchten wir das Hafenstädtchen Otaru, wo es eigentlich nur einen fotogenen Spot gibt - einen 200m langen Kanal mit alten Lagerhäusern. In
einem Lagerhaus, wo eine Hausbrauerei ihren Betrieb aufgenommen hat, war ein Oktoberfest am Laufen, inklusive bayrischer Band in Lederhosen. :-) Otaru ist bekannt für guten Seafood, dem können
wir nur zustimmen - die probierten Sushis waren fantastisch!
Zurück in Sapporo wollten wir mal noch Shabu-Shabu ausprobieren, eine Art Fondue Chinoise. Als Fleisch gab es wiederum fein durchzogenes Wagyu-Beef, getaucht und geschwenkt wird nur für ein paar
Sekunden. Zusammen mit Soya- oder Sesamsauce war das Essen überaus lecker! Als wir bezahlten, fragte uns der Chef von wo wir den kommen - auf unsere Antwort kam: "Ahh, Suitzaland... I like Maria
Waliser and Pirmin Zurbriggen!" - war herrlich!:-)
Am Sonntag machten wir einen Ausflug zum nahegelegenen Nationalpark, Shikotsu-Ko. Den kann man gut mit dem ÖV erreichen - zu Fuss und bestückt mit der obligaten Bear-Bell gings hoch auf einen
Aussichtsberg, von wo wir einen schönen Blick auf den See hatten. Es fühlte sich gut an, wieder mal in der freien Natur zu sein nach all den besuchten Grossstädten.
Hiroshima - ein geschichtsträchtiger Ort. Die Altstadt sucht man vergebens, am 6. August um 8:15 explodierte die erste eingesetzte
Atombombe über der Stadt. Die mehrheitlich aus Holz gebauten Häuser wurden komplett zerstört, einzig von den massiven Steingebäuden blieben die Grundmauern stehen. Die Bombe kostete direkt und
indirekt 300'000 Menschen das Leben - die Stadt wurde innert Sekunden ausgelöscht. Ein eindrückliches Museum zeigt die Auswirkung der Bombe und die Schicksale der Menschen in der Stadt. Im
Friedenspark brennt eine Flamme, welche erst gelöscht wird, wenn alle Atombomben auf der Welt zerstört sind - laut Schätzungen sind jedoch noch ca. 16'000 Sprengköpfe in den Arsenalen der
Atommächte - die Flamme wird noch eine Weile brennen müssen. Zwei Stoppuhren zeigen zudem die Tage seit dem letzten Atombombenabwurf und die Tage seit dem letzten Atombombentest - letzterer stand
auf 20, Nordkorea hat ja jüngstens eine weitere Bombe getestet. An die Bombe erinnert auch das alte Gebäude der Wirtschaftskammer, über welchem es zur Explosion kam - es wurde stehen gelassen als
Mahnmal.
Die Stadt selbst hat sich aber wieder zur Grossstadt entwickelt und macht einen modernen Eindruck. Von unserem Hotel aus hatten wir eine gute Sicht auf die Stadt und die vorgelagerten Inseln. Mit
dem Wetter hatten wir weiterhin etwas Pech - es regnete mal wieder, und die Prognosen stimmten uns auch nicht Optimistisch. Wir buchten daher kurzfristig für den folgenden Tag einen Flug nach
Sapporo, ganz im Norden von Japan - da soll die Sonne scheinen, die Natur noch wild sein und wenn wir Glück haben, verfärben sich bereits die Ahornbäume rot - wir lassen uns überraschen.
Zum Abschluss vom Süden in Japan gabs im Hotel ein Wagyu Beef vom feinsten - unser persönlicher "Chef" bereitete das gute Stück Fleisch vor unseren Augen zu. Das war sooo gut, mmmhhh! :-)
Gegen Mittag
trafen wir von Kobe her kommend in Kyoto ein. Zuerst ging's gleich zur wärmstens empfohlenen Unterkunft, zum Hotel Mume. Eigentlich ist das Boutique-Hotel ja jeweils über Monate im Voraus ausgebucht,
doch Stephan hatte nach unserer Ankunft in Japan nochmals auf der Homepage nachgeschaut und aufgrund einer Stornierung prompt noch zwei Nächte ergattert. Wir wurden herzlich empfangen und gleich mit
Tipps für das Mittagessen und für das nachmittägliche Programm versorgt. Die Hotelangestellten sprachen sehr gut Englisch, was die Kommunikation ungemein erleichterte. Kyoto gefiel uns gleich von
Beginn an. Die Stadt ist eine Kombination aus antiken Schreinen und Tempeln, wunderschönen, perfekt gepflegten Gärten, engen Gassen mit historischen Gebäuden und dem modernen Teil mit riesigen
Einkaufszentren, sowie einer scheinbar unbegrenzten Auswahl an Restaurants. Den Sonntagnachmittag verbrachten wir nach einer Stärkung in einem leckeren Ramen-Restaurant mit der Erkundung von
Higashiyama, einem Viertel voller Tempeln, Schreinen und Gärten. Kurz vor dem Eindunkeln sahen wir dann auch die ersten Geishas, um die sich gleich eine Menschentraube bildete. Sobald auch wir das
erste Bild im Kasten hatten, ging's in die engen Gässchen von Gion, wo uns vom Hotel ein Yakitori-Restaurant empfohlen worden war. Yakitori sind Poulet-Spiesse, die man zu Bier und Sake isst. Daneben
gib es natürlich noch andere Speisen, die man am Tresen sitzend bestellen kann. Unser Restaurant war gefühlte 2 Meter breit und etwa 10 Meter lang und neben uns sassen ein paar muskelbepackte
Japaner. Es stellte sich heraus, dass es sich bei einem um den Bodybuliding-Champion von Japan handelte und wir unterhielten uns mit ihm und seinen Kollegen mittels Handzeichen, Google-Translate und
einzelnen japanischen und englischen Worten. Das war ein richtiges Gaudi:-) Am Montag ging's dann zuerst nach Arashiyama, am Fusse der Berge westlich von Kyoto. Hier ist der berühmte Bambushain, der
auf so vielen Bildern zu sehen ist. Entsprechend gross war auch der Touristenandrang, welcher dem Ort ein wenig von seiner Magie raubte. Ruhiger ging es im gleich angrenzenden Ōkōchi-Sansō, einem
ausgedehnten Garten, zu und her. Den Nachmittag verbrachten wir mit dem Besuch von Kinkaku-ji dem goldenen Pavillon, der nochmals mehr Besucher anzog als der Bambushain. Das Abendessen war dann
wieder ein super Erlebnis. In einem traditionellen Restaurant gab es ein Kaiseki, sozusagen ein Gourmet-Menu nach japanischer Art. Dabei ist bereits das "Restaurant" ein Erlebnis für sich, da man
durch eine eher unauffällige Tür in einen Vorraum eintritt, wo man die Schuhe auszieht um dann in einem weiteren eleganten und stilvollen Raum mit Bambusmatten am Boden einen Tisch resp. einen Platz
am Tresen zugewiesen bekommt. Natürlich wird man von einem persönlichen Kellner betreut, man schaut dem Koch bei der Zubereitung der Speisen zu und bekommt das Essen in perfekt angerichteten Teller
und Schalen serviert. Nach dem hervorragenden Essen machten wir einen Spaziergang durch das nächtliche Kyoto und genossen die Atmosphäre. Ursprünglich hatten wir nur zwei Tage in Kyoto geplant,
doch uns war schnell klar, dass wir den Aufenthalt verlängern müssen. So buchten wir für die nächsten beiden Nächte ein kleines Apartment, da im Mume kein Platz mehr war. Dienstag Vormittag verbrachte ich dann
beim Coiffeur. Haare schneiden in einem fremden Land ist immer wieder eine spannende Erfahrung und auch dieses Mal war es nicht anders. Nach gut zwei Stunden, inkl. Kopf- und Nackenmassage waren die
Haare ab und ich wieder bereit für Kyotos Sehenswürdigkeiten. Am Nachmittag fuhren wir zum Fushimi Inari-Taisha - einem Schrein mit scheinbar endlosen Arkaden aus roten Tori (Schreintoren). Das
Wetter war feucht-heiss und meine neue Frisur bald dahin. Je weiter oben am Berg desto besser die Aussicht und desto weniger Leute - perfekt für Fotos:-) Abends hiess es dann Umzug in unser
Apartment, ein Schlauch rund 2.5 Meter breit und 6 meter lang.....nichts für Leute mit Klaustrophobie, aber gemütlich eingerichtet und nett dekoriert. Am Mittwoch schüttete es wieder einmal wie aus
Kübeln und nach zwei Tempeln waren wir pflutschnass und froh, dass unser Nachmittagsprogramm drinnen stattfinden würde. Kochen stand auf dem Programm und Keiko zeigte uns wie man auch zu Hause
japanische Gerichte mit wenig Aufwand kochen kann. Abends wollten wir eigentlich noch an eine Geisha-Aufführung, doch ein Wolkenbruch sondergleichen hielt uns davon ab nach draussen zu gehen. Bei
Sake und Häppchen zum Abendessen liessen wir unseren Kyoto-Aufenthalt in einem kleinen Restaurant in der Nähe ausklingen.
Wir passten unser Reiseprogram etwas dem trüben Wetter an. Von Tokyo gings am Abend nach dem Sumo Wettkampf nach Osaka wo wir über AirB&B ein Appartment gebucht hatten. Es war mal spannend zu
sehen, wie so ein Appartment in Japan aussieht. Ein kleines Raumwunder, Gang und Küche kombiniert, ein Schlafzimmer mit kleinem Tisch, ein Balkon um Wäsche aufzuhängen und wo die Klimaanlage
montiert ist, eine Duschzelle und ein WC auf geschätzten 25m2 - uns verwunderte es daher nicht mehr, dass es so viele Restaurants gibt und alle Leute auswärts essen - zum Kochen gibt es schlicht
zu wenig Platz! :-) Von Osaka haben wir wenig gesehen, bereits am frühen Nachmittag ging es mit dem Zug nach Kinosaki Onsen an die Nordküste. Ein kleines Dorf, welches berühmt für die vielen
Thermalbäder ist. Wir haben uns hier ein Ryokan gebucht, eine traditionelle japanische Unterkunft. Wir fassten beim einchecken unseren Kimono, die Badetasche und zwei Tücher und zogen gleich los
in das erste Thermalbad. Hier gibt es viele potentielle Fettnäpfchen - Männer und Frauen sind getrennt, man darf keine Badehosen tragen und vor dem Baden muss man sich ausgiebig waschen, von Kopf
bis zu den Zehenspitzen - besser dreimal einseifen, wenn man nicht schräg angeschaut werden möchte und ja, unbedingt gut abspülen, nicht dass Seifenresten ins Bad gelangen! Das kleine Tüchlein
hat man als Waschlappen dabei, es darf aber nicht ins Bad mitgenommen werden sondern wird entweder auf dem Kopf oder am Rand deponiert. Wenn man den Modus Operandi mal drin hat, ist es jedoch
ziemlich effizient und entspannend. Nach dem Bad kann man im Kimono mit Gleichgesinnten durchs Dorf schlendern, Fruchtsäfte trinken und die Souvenirs begutachten - Wellness auf japanisch! :-)
Das spezielle im Ryokan ist, dass man einfach einen Raum hat. Die Schuhe werden bei der Reception ausgezogen und gegen Hausschuhe getauscht. Vor dem Zimmer zieht man die Hausschuhe aus und ist
von da an barfuss oder in Socken unterwegs. Auf dem WC stehen dann wieder WC-Sandalen bereit, welche nur im WC gebraucht werden sollen - es braucht etwas Konzentration. Im Zimmer wird gegessen
und geschlafen. Das Essen war jeweils ein richtiger Zauber - man sitzt auf einem Kissen am Boden und wartet, bis die gefühlten 100 Schalen und Teller aufgetischt sind. Das Essen war super, sehr
vielfältig, von rohem Fisch über Krabben, Soufflé, bis zu Mandarinenpudding zum Dessert.
Nach dem Essen machten wir einen Verdauungsspaziergang, als wir etwas später zurück kamen war alles abgeräumt, die Matten ausgerollt und das Bett bereit - es liess sich super schlafen so auf dem
Boden!
Neben den Onsen gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit in Kinosaki - ein Steingarten wo früher hexagonaler Basalt abgebaut wurde. Die Steinsäulen sehen aus wie von Menschenhand erschaffen
echt witzig.
In 3h gings von Kinosaki mit dem Zug nach Kobe, wo wir durch die Stadt schlenderten, den Hafen und das Kawasakimuseum besuchten. Kawasaki baut nämlich nicht nur Motorräder, sondern auch den
Shinkansen Schnellzug, Helikopter, Roboter und sogar ein emissionsfreies Schiff (
Yamato 1) mit Supraleiterantrieb stand
im Musem - trotz der windschnittigen Form erreichte es leider nur 15km/h - technisch ist es aber faszinierend!:-)
Unser erster Eindruck von Japan ist super. Tokyo, die Metropole mit 18 Mio. Einwohnern, ist so was von sauber und organisiert wie
keine andere Grossstadt, welche wir bisher gesehen haben. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit - ohne Probleme kamen wir zu unserem 3 Wochen Railpass (quasi das GA für Touristen) und
mit dem Zug und der S-Bahn fanden wir uns ab dem zweiten Tag sehr gut zurecht. Unsere Unterkunft lag in Asakusa, von wo aus wir jedoch auch andere Stadtteile erkundeten. Wir besuchten den
beeindruckenden Asakusa Schrein gleich ums Eck, den Tsukiji-Fischmarkt, wo wir fangfrisches Thunfischsushi und andere Leckereieen probierten, Shibuya, ein grelles Einkaufsquartier für Junge und
Ginza - die Boutique-Gegend. Auch einen Ausflug zum Meji Schrein haben wir gemacht - leider vermieste uns ein vorbeiziehender Taifun ziemlich das Wetter - es schiffte zwei Tage quasi durch. Ein
Highlight erlebten wir am letzten Tag in Tokyo. Morgens um 7:40 standen wir in der Kolonne um ein Ticket für die hinterste Reihe im Sumo-Tempel zu ergattern. Wir hatten Glück - und bekamen den
322. und 323. von 400 vergebenen Plätzen! :-) Zmittag gabs wieder im nahe gelegenen Fischmarkt - ab 14:00 waren wir dann in der Arena. Sumo ist ein sehr traditioneller Sport. Die Kämpfer kommen
alle im Kimono, zu Fuss in die Arena, an den Füssen Holzflipflops. Die Leute stehen Schlange, um die berühmten Sumokämpfer aus der Nähe zu sehen. In der Arena kämpften zuerst die Babysumos welche
aber auch schon stattliche Staturen hatten, gegen Abend kamen die Altmeister an die Reihe. Da füllte sich dann auch die Arena - viele Besucher kamen erst für die letzten Kämpfe. Die Zeremonien
bis der Kampf startete wurden immer länger, die Kämpfe dauerten dann aber oft nur wenige Sekunden. Manchmal flog der Verlierer richtiggehend aus dem Ring in die erste Reihe - wir waren froh, dass
wir da etwas Distanz hatten. Die Vorstellung, unter 200kg Speck begraben zu werden, schauderte uns! ;-)