Myanmar - Burma

Mandalay, 15.12. - 18.12.14

Mit dem Schiff legten wir früh am Morgen in Bagan ab um nach Mandalay zu tuckern. Die Fahrt dauerte 11 Stunden - wir genossen die Stimmung auf dem Wasser, den Sonnenaufgang, die uns kreuzenden Schiffe, Einbaum oder auch schwimmende Bambusflösse. Da der Fluss wenig Wasser führte (es ist ja aktuell Trockenzeit) ging die Fahrt kreuz und quer über den Fluss um den Sandbänken auszuweichen - in den seichten Bereichen kontrollierte ein Matrose mit einer Bambusstange, ob das Wasser genügend tief ist. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir Mandalay, unsere letzte Destination in Myanmar. Nach Bagan hatten wir etwas eine Sehenswürdigkeits-Übersättigung - wir konzentrierten uns daher auf das Essen. :-) Zusammen mit einem Guide und zwei strammen Trishaw-Fahrern erkundeten wir verschiedene Essensstände, Märkte, Teashops und probierten wieder neue, lokale Köstlichkeiten. Trishaws sind Velos mit Seitenwagen, wo bis zu zwei Personen Platz nehmen können - die witzigen Transportmittel wurden in Mandalay erfunden, da das Land hier sehr flach ist und sich auf dem Seitenwagen auch gut lange Bambusstangen transportieren lassen. Später beobachteten wir bei einem weiteren Städtebummel ein Chinlone Spiel. Gespielt wird mit einem aus Rattan geflochtenen Ball auf einem Volleyballfeld. Der Ball darf jedoch nur mit Fuss, Bein oder Kopf gespielt werden. Drei spielen gegen drei. Die Netzkämpfe waren jeweils spektakulär, per Fallrückzieher versuchten die Spieler, Punkte zu ergattern. War sehr unterhaltsam.
Dann waren unsere Tage in Myanmar gezählt, wir flogen am 18.12. zurück nach Bangkok, wo ich den ersten Tag mit Magenverstimmung mehr oder weniger im Hotel verbrachte. Da hat mir meine Experimentierfreudigkeit mal wieder einen Streich gespielt;-) Unsere Reiseberichte werden nun unter "Thailand" weitergeführt.

Die Tempel von Bagan, 13.12. - 14.12.14

Wir gewöhnen uns langsam an nächtliche Ankünfte. Diesmal wurden wir um halb 4 ausgeladen, mit uns alle anderen Bagan-Reisenden. Wir waren nun aber nicht etwa in einem der idealen Ausgangsorte für Bagan Besuche - Nyaung U oder New Bagan - nein, der Busbahnhof befindet sich irgendwo im Nirgendwo. Empfangen wurden wir (wen wundert's?) von einer Horde Taxifahrer, die uns eine überteuerte Taxifahrt und am besten gleich noch ein Zimmer in einem Guesthouse verkaufen wollten. Um die Taxifahrt kamen wir nicht herum und nachdem wir ein paar Mal kräftig geklopft hatten, wurden wir auch in unser Guesthouse gelassen. Da legten wir uns nochmals aufs Ohr und hofften, dass der Tag beim zweiten Mal aufstehen besser beginnen würde. Das tat er dann auch und schon bald stiegen wir auf unsere Mietvelos um Bagan zu entdecken. Bagan ist eine riesige Tempelstadt, deren Tempel auf einem Plateau liegen, das rund 50 Quadratkilometer umfasst. Insgesamt über 4000 Tempel gibt es da zu sehen, manche riesig und sehr touristisch, andere kleiner, abgelegener und weniger frequentiert. Anfangs besuchten wir die schönsten und grössten Tempel, vor denen es jedoch nur so von Postkarten-, Souvenir- und Sandbildverkäufern wimmelte. Im Innern war es trotzdem erstaunlich ruhig und wir bewunderten die symmetrischen Bauten, die Buddhas an jedem Haupteingang, die Wandmalereien und die Skulpturen. Aber wie es eben so mit Tempeln ist, wir zeigten beide nach einer Handvoll davon die ersten Ermüdungsanzeichen. Stephan, wie immer auf der Suche nach dem besten Bild, wollte lieber einen guten Platz für den Sonnenuntergang ausfindig machen und suchte jeweils nach der Treppe um aufs Dach der Tempel zu gelangen. Diese waren bei den grösseren Tempel mit der besten Aussicht immer verschlossen, daher machten wir uns auf die Suche nach Alternativen. Von nun an liess Stephan keinen Seitenstrasse mehr aus und wir steckten nicht nur einmal mit dem Velo im Sand fest oder zerkratzten unsere Beine an den Dornen, die am Wegrand wuchsen. Wir genossen so aber auch manch einen Tempel und die Aussicht vom Dach für uns alleine. Der perfekte Tempel war am ersten Tag jedoch noch nicht dabei und wir schauten uns den Sonnenuntergang mit hunderten anderen Touristen von der Pyathada Paya aus an - nicht schlecht fürs Erste! Den zweiten Tag läuteten wir mit einem Sonnenaufgang auf der Shwensandaw Paya ein. Morgens hat es weniger Leute und die Morgenstimmung war toll. Mystisch erhob sich der Dunst zwischen den Tempeln und die Heissluftballone machten das Bild komplett. Dafür lohnt es sich früh aufzustehen. Tag zwei in Bagan war dann wieder sehr ähnlich wie Tag eins, bloss fanden wir diesmal einen schönen abgelegenen Tempel mit guter Aussicht für den Sonnenuntergang und mussten ihn mit lediglich einer Handvoll anderen Besuchern teilen. Wir genossen die Abendstimmung umso mehr und sind ganz zufrieden mit der Bilderausbeute;-)

Inle See, 10.12. - 12.12.14

Nyaungshwe war unser Ausgangspunkt für die Erkundung des Inle Sees und Umgebung. Am ersten Morgen entführten wir zwei Hotel eigene Velos und machten uns auf den Weg zum Markt. Es war Wochenmarkt - von der ganzen Region waren Bauern, Fischer und Händler zusammengeströmt und boten ihre Waren an. Ein emsiges Treiben herrschte in den Gassen. Es gab auch viel leckeres an Essensständen. Trotz des üppigen Zmorgen im Hotel probierten wir einen Palmsirup Pancake mit Erdnuss und Kokosraspeln - super! Für umgerechnet 50Rp. pro Paar deckte ich mich mit neuen Socken ein - meine Schweizer Socken sind durchgescheuert. :-) Wir radelten weiter - dem Westufer des Inlesees entlang nach Khaung Daing. Bis  dahin hatten wir noch nicht viel vom See gesehen, das Ufer ist nicht wirklich auszumachen, Felder und Schilf reichen weit in den See hinein, einzig Kanäle für die Boote lassen darauf schliessen, das hier schon "See" ist. In Khaung Daing fanden wir eine Strassenküche, welche sehr gut von Einheimischen besucht war - wir nahmen ebenfalls Platz. Eine Karte gab es nicht, nur "Papaya Salad", "Noodle Salad" und dazu Reiswaffeln in der Grösse von Pizzas. Ich als Obersalatesser war etwas unschlüssig, rang mich dann jedoch durch und probierte einen Papaya Salat was am ehesten nach Fruchtsalat tönt was ich ja liebe. Der Papayasalat war echt lecker - gemacht aus geraffelten, grünen Papayas mit Soyasauce, Limetten, Erdnuss und ziemlich Chilli erinnerte er etwas an vegetarisches Cevicce. Dazu verdrückten wir reichlich Reiswaffeln und tranken den dazu servierten Grüntee. Um nicht wieder den selben Weg zurück fahren zu müssen, charterten wir ein Fischerboot um den See zu überqueren. Die Velos wurden vom Kapitän und seinem Sohn eingeladen, dann schipperten wir los durch die bereits erwähnten Kanäle, vorbei an verschiedenen Pfahlbauten raus auf den See, welcher seicht, aber glasklar ist (offenbar aber voller Pestizide). Hier gab unser Kapitän Gas - mit einer Wasserfontäne im Schlepptau schossen wir auf das andere Ufer zu, wo wir 30min später an Land gingen. Auf dem Rückweg nach Nyaungshwe genehmigten wir uns einen Apéro in einem der wenigen Weingüter in Myanmar - die Aussicht auf den See war super, der Wein trinkbar (wir wollen ja nicht heikel tun). 
Der zweite Tag war dann etwas passiver - zusammen mit einem Chinesischen Paar vom selben Hotel mieteten wir ein Boot und machten eine Tour auf dem See. Wir besuchten einen weiteren Markt am Südufer des Sees, Tempel, eine Weberei, eine Silberschmiede, eine Zigarrenmanufaktur - am Besten gefiel uns jedoch das Leben auf dem und am Wasser. Die Fischer am ihre Netze kontrollieren, die Bauern welche vom Boot aus am Ernten waren, die Pfahlbauten mit ihren Bootsgaragen etc. War echt ein hammer Erlebnis! Am Abend gings wieder mal zum Busbahnhof - durch die Nacht fuhren wir nach Bagan. 

Hügliges Myanmar - Kalaw und Umgebung, 6.12.-10.12.14

Es war Morgens kurz nach 3 Uhr als uns der Overnight-Bus in Kalaw auslud. Etwas verdattert ob der nächtlichen Ankunft standen wir nun da und wussten nicht wohin. Unser Guesthouse hatten wir erst für die folgende Nacht gebucht und es lag ziemlich weit ausserhalb, keine Option da mitten in der Nacht aufzukreuzen. Glücklicherweise hatte eine Strassenbeiz bereits oder immer noch geöffnet. Wir setzten uns also auf die rund 20cm hohen Plastikschemmel (...bei uns wären das eher Kinderstühle in der Kinderspielecke) und begannen Tee zu trinken. Wir waren nicht die Einzigen mit demselben Schicksal, das Lokal war gut besetzt. Bald mussten wir uns wärmer anziehen, ist ziemlich kühl hier oben. Als es endlich hell wurde, machten wir uns auf den Weg zum Guesthouse, welches schön am Hang liegt. Unser Zimmer war frei und so legten wir uns endlich nach 14h Busfahrt und 3h Warten in der Kälte aufs Ohr. Nach einem Nickerchen starteten wir mit einem super Morgenessen in den Tag - frisch gebackenes Brot, Pancakes, Konfituren aus der Region, selbst gemachtes Joghurt, frische Früchte....so gut haben wir seit langem nicht mehr gefrühstückt! Wir "verhockten" anschliessend mit Marc, dem belgischen Guesthousebesitzer, einem interessanten Mann mit einer nicht alltäglichen Lebensgeschichte. Dann gingen wir ins Stadtzentrum um unser Trekking zu organisieren. Als wir dies erledigt hatten, deckten wir uns an den Strassenständen mit Snacks ein und verbrachten den Rest des Nachmittags in den Bambusstühlen auf unserer Terrasse, mitten im schönen Garten unseres Guesthouses. So lässt's sich gut leben! Am zweiten Tag in Kalaw wurden wir endlich mal wieder sportlich aktiv. Zu Fuss gings nach Mynt Mathi, einem Dorf in der Nähe mit einem eindrücklichen Höhlentempel. Auf dem Weg dorthin gingen wir durch Pinienwälder, vorbei an einem kleinen Bauerndorf und an unzähligen Feldern, auf denen auch Sonntags gearbeitet wurde. Stets wurden wir herzlich gegrüsst und mit neugierigen Augen beobachtet. Am dritten Tag starteten wir unser dreitägiges Trekking rund um Kalaw. Mit Ye Linn, einem 21-jährigen Englischstudent, bekamen wir einen sehr guten Guide mit auf den Weg. Drei Tage lang waren wir sozusagen als einzige Touristen im Gebiet unterwegs, besuchten verschiedene Stammesdörfer, Klöster und Schulen, erfreuten uns an der schönen Landschaft, den Orangen- und Teeplantagen, Gemüse- und Reisfeldern und bekamen einen einmaligen Einblick in das einfache Leben der Leute in der Region. Ye Linn erwies sich als sehr interessierter und informierter Guide und wir löcherten ihn mit allen Fragen, über die wir im Lauf unserer Reise durch Myanmar gestolpert waren. Übernachtet haben wir jeweils bei Bauernfamilien im Wohnzimmer - sehr einfache Unterkünfte, dafür mit Familienanschluss! Plumpsklo im Garten, fliessend Wasser gibt es noch keines und in der Küche wird über dem offenen Feuer gekocht. Wir wurden immer sehr herzlich empfangen und unser Koch zauberte über offenem Feuer eine Vielfalt sehr guter Gerichte hervor. Unglaublich, wie viele mir unbekannte Gemüsesorten wir in diesen drei Tagen aufgetischt bekamen, alles sozusagen direkt aus dem Garten! Wir genossen das Trekking in vollen Zügen, es war ein super Erlebnis. Zurück in Kalaw organisierte uns Ye Linn gleich noch die Weiterfahrt zum Inle See, unserem nächsten Etappenziel... gute Sache!

Hpa-An, 03.12. - 05.12.14

Für die Strecke von Mawlamyne nach Hpa-An nahmen wir das Boot. Der staatliche Bootsbetrieb wurde eingestellt, es verkehren jedoch verschiedene private Boote. Wir organisierten die Fahrt über ein Guesthouse. Zusammen mit 9 weiteren Touris gingen wir um 9 Uhr an Bord von einer Nussschale. Betrieben mit einem Generatormotor ging es mit 8km/h gemütlich flussaufwärts. Für die Passagiere hatte es einfach 12 Gartenstühle, welche im Boot aufgestellt wurden. Wir genossen die Fahrt. Unterwegs passierten wir Dörfer, wo riesige Berge von Bambuspfählen lagerten. Weiter waren viele Schiffe am Kies waschen - die mit Kies gefüllten Dschunken lagen teilweise so tief im Wasser, man hatte das Gefühl die müssten jederzeit untergehen. Nach 5h erreichten wir Hpa-An und gingen an Land. Nach dem Hotelbezug schlenderten wir durch das Dorf. Wir versuchten, ein paar alte Dollarnoten zu wechseln, gaben das Vorhaben jedoch auf. Von der Paya aus hatte man einen super Blick auf den Fluss. Hier genossen wir die Abendstimmung bei ein paar Mandarinen.
Am zweiten Tag gingen wir mit auf eine Sightseeingtour rund um Hpa-An. Rund um Hpa-An gibt es viele Karstfelsen und auch Höhlen. In den Höhlen gibt es oft auch Tempel - mehrere solche Tempelhöhlen besuchten wir. Der Höhepunkt war eine Fahrt mit einem Einbaum auf dem Wasser durch eine Höhle und anschliessend durch die Kanäle der Reisfelder. Ziemlich erschlagen von so vielen Sehenswürdigkeiten kamen wir am Abend im Hotel an. Ums Eck gab es Strassenküchen - wir probierten uns mal durch alle frittierten Spezialitäten. Hatten teilweise keine Ahnung, was uns aufgetischt wurde, eine Art Kürbis im Bierteig, Chickenwings, Käsekugeln, Farn im Bierteig, frittierte Zwiebeln. War aber lecker, speziell mit der Chili- und Sojasauce. :-)

Mawlamyne, 1.12. - 3.12.14

Von Kinpun nahmen wir den Bus weiter in den Süden nach Mawlamyne. Mit einem Pritschentaxi ging es erst zur Hauptstrasse, wo wir eine geraume Weile auf unseren Bus warteten. Rundum lief das tägliche Leben - die Leute waren am Betelnuss kauen, ein Strassenverkäufer frittierte Samosas in einer tragbaren Frittöse Marke Eigenbau, ein Pickup bis übers Dach mit Eiern gefüllt wurde entladen, Frauen mit gedämpften Maiskolben drehten ihre Runden - und das natürlich alles parallel. :-) Irgendwann kam unser Bus und wir fuhren nach Mawlamyne. Da der Busbahnhof etwas ausserhalb der Stadt lag, fuhren wir mit einer Motorradrikscha zu unserem Hotel. Die sehen hier in Myanmar auch wieder anders aus als in Thailand oder Indien - ein halbes Motorrad, welches an einen Pritschenwagen montiert wird. Eine ziemlich holperige Angelegenheit. Nach dem Zimmerbezug machten wir uns zu Fuss auf um die drittgrösste Stadt Myanmars zu erkunden. Die Stadt macht einen verschlafenen Eindruck - für 300'000 Einwohner war es erstaunlich ruhig. Mawlamyne liegt quasi am Meer, davon ist jedoch wenig zu spüren da ein grosser Fluss  hier ins Meer mündet und vorgelagert noch eine Insel liegt. Die Strand Road entlang dem Fluss hat daher keinen Strand zu bieten, sondern nur Schilfufer. Gegen Abend spazierten wir auf den Stadthügel, wo eine Paya steht. Die Aussicht auf den Fluss und die vorgelagerten Inseln war super. Wir genossen den Sonnenuntergang, die Kamera lief richtig heiss. :-) Am nächsten Tag mieteten wir uns einen Scooter und verschifften den auf die vorgelagerte Insel Bilu Gyun, wo immerhin 200'000 Leute leben. Auf das Boot wurde neben weiteren Scooter auch allerhand Waren verladen: Reis, Gemüse aber auch Fernseher und Elektromotoren - alle Waren gehen per Schiff auf die Insel. Die Fahrt dauerte eine gute Stunde und auf der Insel angekommen hatten wir nur rund 2h Zeit bis wir die Fähre zurück nehmen mussten. Wir düsten daher los und kurvten durch die noch weitgehend ursprüngliche Landschaft. Gewohnt wird hauptsächlich in Strohhütten, die auf Pfählen gebaut sind - sieht schön luftig aus, genau das Richtige bei dieser Hitze! Vorbei gings auch an Reisfeldern, Kautschuk Plantagen, Bauern, welche den geernteten Reis mit Ochsenkarren auf dem Feld einsammelten. War echt eindrücklich. Autos gab es kaum, ein paar alte Lastwagen oder zu Autos umgebaute Einachser - ziemlich kreativ! Rechtzeitig waren wir zurück am Pier. Leider war das Boot zurück eine einfache Dschunke, vier Träger hieften den Scooter auf das Boot. Man merkte jedoch, dass die genau wissen wie das geht. :-) Morgen geht es mit dem Schiff 5h flussaufwärts nach Hpa-An. 

Kinpun und der goldene Felsen, 30.11. - 01.12.14

Unsere Reise zum Golden Rock, einer buddhistischen Pilgerstätte, begann frühmorgens mit einer Taxifahrt durch das noch verschlafene Yangon. Es hatte kaum Verkehr, die Pärke der Stadt waren jedoch bereits mit Morgenturnern gefüllt. Fleissig wurde das tägliche Fitnessprogramm an den fix installierten Geräten absolviert. Beim Bahnhof wurden wir gleich von freundlichen und hilfsbereiten Bahnmitarbeitern in Empfang genommen und zum richtigen Bahngleis geschickt. Dort übernahm der Platzanweiser und zeigte uns unsere Sitzplätze. Das hat ja schon mal tip top geklappt, nun waren wir gespannt auf die Zugreise. Wir teilten unser Holzbankabteil mit einer älteren buddhistischen Nonne und ihrer jüngeren Begleiterin - sympathische Reisegspähnli. Der Zug füllte sich langsam und die ersten Verkäufer zwängten sich durch die Reihen. Zu kaufen gab es allerhand von Früchten, Snacks, Getränken, Betelnuss-Päckchen über Sonnenbrillen, Wattestäbchen, Zeitungen bis hin zu lauthals angepriesener Medizin (wofür genau haben wir nicht herausgefunden, Abnehmer fanden sich jedoch immer wieder). Pünktlich fuhren wir los und dies obwohl die Eisenbahn in Myanmar für ihre notorische Unpünktlichkeit berühmt berüchtigt ist. Es wurde eine gemütliche, wenn auch ziemlich holprige Reise durch eine ländliche, idyllisch anmutende Landschaft. Die Bauern bestellten ihre Reisfelder und Gemüsegärten, das meiste noch in Handarbeit. An jeder Station stiegen wieder Verkäufer/-innen mit neuen, exotischen und fein duftenden Speisen ein. Gegen Mittag erreichten wir pünktlich Kyaikto von wo es erst mit einem umgebauten Lieferwagen mit Bänken nach Kinpun ging und von da aus, nach einem Zwischenstopp im Hotel, in komplett überfüllten Lastwagen hoch zum Mt. Kyaiktiyo. Wir sind uns inzwischen an enge Platzverhältnisse gewohnt und waren daher nicht allzu schockiert;-) Der Golden Rock, ein goldener, über den Abgrund balancierender Felskegel mit Stupa war dann vor allem während dem Sonnenuntergang absolut sehenswert. Viele Pilger kauften Goldplättchen und klebten diese an den Golden Rock, der so immer goldener und schwerer wird - hoffentlich verliert er nicht noch sein Gleichgewicht:-) Nach dem Sonnenuntergang mussten wir schauen, dass wir den letzten Lastwagen ins Tal noch erwischten. Zusammengequetscht wie Sardinen gings bei Mondlicht wieder runter nach Kinpun, wo wir uns erleichtert ein Myanmar-Bier gönnten.

Yangon,28.11. - 30.11.2014

In Yangon, der alten Hauptstadt von Myanmar, gewannen wir den ersten Eindruck des Landes. Sehr sympathische und hilfsbereite Einwohner (bei der fremdartigen Schrift ist man denkbar froh darüber), Rechtsverkehr (1970 wurde über Nacht von links auf rechts gewechselt um sich von den Briten weiter zu distanzieren), tropisches Klima und spärlich westliche Läden und Marken. Die ersten anderthalb Tage blieben wir in Yangon. Da unser Hotel etwas ausserhalb der Stadt lag, nahmen wir am ersten Morgen die Herausforderung an und fuhren mit der Eisenbahn in die Stadt. Shennoon, unsere Gastgeberin, schrieb uns die Haltestelle in der lokalen Schrift auf einen Zettel. Den zeigten wir am Billetschalter und erhielten ohne Probleme unser Ticket. Wir mussten etwas warten bis der Zug einfuhr. Gemütlich hotterten wir ins Stadtzentrum. Es war spannend zu sehen, wie die Leute in der Vorstadt leben. Einfache Hütten, aber auch Wohnblöcke säumten die Geleise. Auf Rangiergeleisen wurde Wäsche getrocknet, die zweite Spur wurde als Gehweg benutzt - ziemlich unverkrampft läuft das hier ab. Das geringe Tempo des Zuges und das viel betätigte Signalhorn verhindern schlimmeres. Ein aufmerksamer Mitreisender machte uns darauf aufmerksam, dass wir bei der nächsten Station aussteigen müssen. Am Hauptbahnhof angekommen, kauften wir uns Billete für die Weiterreise in den Süden. Offenbar war die Upper Class bereits ausverkauft, daher begnügten wir uns mit der Holzklasse - wir waren gespannt, was uns da erwartete. Anschliessend schlenderten wir durch Yangon, schauten uns die alten Kolonialbauten zwischen den neueren Betonbauten an, besuchten den Scott Market und am späteren Nachmittag auch noch die Shwedagon Paja, eine Art goldene Stupa und laut Lonelyplanet die Eindrücklichste von ganz Myanmar. 27 Tonnen Gold und mehrere Tausend Diamanten, darunter ein 76 Karäter, wurden verbaut - Wahnsinn! Leider war die Paja mit einem Gerüst eingekleidet, aber auch so war im Abendlicht der Anblick atemberaubend. Zudem wurden rund um die Paja nach Sonnenuntergang hunderte Butterlampen und Kerzen angezündet - echt schön.